Biotechnikum erhält neuen Photobioreaktor zur Kultivierung von Algen
Im neuen Photobioreaktor der Firma PUEVIT GmbH sollen zukünftig Algen im 100-Liter-Maßstab im Projekt VertFarmmeetsBiotec kultiviert werden.
Anfang November wurde der neue Reaktor im Biotechnikum der Fakultät Bioingenieurwissenschaften der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in Betrieb genommen. Die Forschungsgruppe Sustainable Bioengineering unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Grüner-Lempart will damit die biotechnologische Integration von Algen- und Bakterienkulturen vor allem im Projekt VertFarmmeetsBiotec realisieren, der neue Photobioreaktor kommt aber auch in weiteren Projekten zum Einsatz. Dieser ermöglicht erstmals die Kultivierung von Algen mit exakt steuerbarer Beleuchtung in einem Flüssigkeitsvolumen von 100 Litern. Mit Hilfe der eingebauten Sensorik können die Prozessbedingungen genau überwacht werden, um ein optimales Wachstum der Algen und damit eine möglichst hohe Ausbeute zu gewährleisten.
Vernetzung von Forschungsgruppen innerhalb der HSWT
Das Projekt hat die bioökonomische Optimierung der Ressourceneffizienz des Indoor Vertical Farming (IVF) zum Ziel. Durch die Zusammenarbeit von vier Forschungsgruppen der HSWT sollen übergreifende Strukturen für die angewandte Forschung geschaffen werden. Am Campus Weihenstephan sind neben Professorin Grüner-Lempart noch Prof. Dr. Heike Mempel, Leiterin des Applied Science Centre (ASC) for Smart Indoor Farming am Institut Gartenbau und Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu, Leiterin des Instituts für Lebensmitteltechnologie beteiligt. Prof. Dr. Herbert Riepl, der die HSWT-Professur Organische Analytik am TUM Campus Straubing innehat, ergänzt das Team. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK) fördert das Projekt im Rahmen eines bundesweit einmaligen Förderprogramms zur Stärkung der angewandten Forschung an bayerischen Hochschulen auf Basis der Hightech Agenda Bayern (HTA).
Einsatz auch in Studium und Lehre
Neben dem Einsatz in der Forschung soll der Photobioreaktor zukünftig auch in die Lehre der Fakultät Bioingenieurwissenschaften integriert werden. Damit wird die praxisnahe Ausbildung der Studierenden, die an der HSWT als Hochschule für angewandte Wissenschaften einen besonders hohen Stellenwert hat, weiter ausgebaut. Durch Forschung und Lehre im Bereich der Algenkultivierung leistet die HSWT zudem einen aktiven Beitrag zur Förderung nachhaltiger biotechnologischer Verfahren im Sinne der Bioökonomie.