Bernd Tönnies Stiftung informiert sich über Forschung in Triesdorf
Vertreter der Stiftung informierten sich am Campus Triesdorf über ein Forschungsprojekt zur Verbesserung des Tierschutzes bei Milchkühen und über den Einsatz von KI in der Landwirtschaft.
Die Bernd Tönnies Stiftung fördert u. a. Tierschutzprojekte zu alternativen Betäubungsmethoden beim Schwein oder KI-gestützte Schusstechnik beim Rind. Kuratoriumsvorsitzender Robert Tönnies informierte sich anlässlich eines Besuchs des Campus Triesdorf der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) zusammen mit Vorstand Jens-Uwe Göke und dem Referenten für Nutztierhaltung Eike-Claudius Kramer über das von der Tönnies Forschung gGmbH geförderte Projekt TINCa Dairy, das sich mit Schwanzentzündungen und -nekrosen beim Milchvieh beschäftigt. Im Vorfeld hatte die Gruppe bereits Schweinebetriebe besucht, um einen praktischen Eindruck der auch beim Schwein beschriebenen Erkrankung zu erhalten.
Präsentation des Tierschutzprojekts bei Milchkühen
HSWT-Projektleiterin Prof. Dr. Prisca Kremer-Rücker präsentierte Untersuchungen und Ergebnisse zur Prävalenz und Ätiologie von Schwanzspitzenveränderungen bei Milchkühen. Sie hob hervor: „Wir freuen uns sehr, dass Robert Tönnies, Jens-Uwe Göke und Eike-Claudius Kramer sich für die Forschung zur Verbesserung des Tierschutzes beim Rind auf dem Campus Triesdorf der HSWT interessieren. Dies zeigt die Relevanz und die Praxisnähe unserer Arbeit.“
Professorin Kremer-Rücker bearbeitet dieses Projekt im Rahmen ihrer HTA-Forschungsprofessur „Animal Health and Welfare in Livestock Breeding“ seit 2021. Es handle sich bei den Entzündungen der Schwanzspitzen von Kühen um ein häufiges Phänomen, das mit Schmerzen für die Tiere verbunden sei. Die genaue Ursache sei noch nicht geklärt, aber es gebe zahlreiche Hinweise, dass eine sehr gute Wasserversorgung, Mykotoxinbinder im Futter und ein ausgezeichnetes Rations- und Futtertischmanagement für Hochleistungskühe das Auftreten reduzieren können. Auch scheint es genetische Zusammenhänge zu geben.
Zur Außenwirkung des Projekts berichtete Prof. Dr. Kremer-Rücker: „Aus dem Projekt heraus gab es bislang 17 Veröffentlichungen, die mitunter polarisiert hatten, da das beschriebene Phänomen sehr häufig zu sein scheint und bislang in der Literatur kaum Berücksichtigung gefunden hat.“
Programmpunkt „KI in der Landwirtschaft“
Das Interesse der Besuchergruppe galt auch dem Einsatz von KI in der Landwirtschaft. Prof. Dr. Patrick Noack, Leiter des Kompetenzzentrums für digitale Agrarwirtschaft (KoDA) gab den Gästen hierzu einen kurzen Überblick am Campus Triesdorf und dem Innovationscampus in Merkendorf. Dabei stellte er die erforderliche Hardware wie z.B. den jüngst über das Projekt AI4Life beschafften KI-Hochleistungs-Rechner vor sowie laufende Projekte, in denen KI eingesetzt wird. Professor Noack führte weiter aus: „KI eignet sich hervorragend, um in den komplexen Datenmustern, die Tiere und Pflanzen erzeugen, nach Mustern zu suchen. Leider wird sie nicht immer fündig, aber auch das ist eine Erkenntnis. Wir freuen uns immer über Besuch, spannende Diskussionen und Projekte, die sich daraus ergeben. Das ist nicht nur spannend für uns, sondern auch für die Studierenden.“
Die Gäste zeigten sich von beiden Programmpunkten beeindruckt und betonten, wie wichtig ihnen die zukünftige Zusammenarbeit insbesondere auf dem Gebiet des Tierschutzes sei und dass sicherlich weitere Besuche am Campus Triesdorf folgen würden.