AgScience-on-Tap: The Future of Farming Indoors

Am rechten Bildrand steht ein Mann und erläutert eine Präsentation auf dem linken Bildrand in einem eher dunkel gehalten Lokal
© Lea Dinter

Bei „AgScience-on-Tap“ standen in diesem Semester aktuelle Entwicklungen im Vertical Farming im Fokus – von KI-gestützter Pflanzenstress-Sensorik bis zum Indoor-Anbau von Medizinalpflanzen.

Bei der Veranstaltungsreihe „AgScience-on-Tap“ am 6. Mai 2026 im Furtnerbräu Freising gaben zwei Fachvorträge Einblicke in aktuelle Entwicklungen des Vertical Farmings. Unter dem Titel „No soils, no sun, no problem? – The Future of Farming Indoors“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie kontrollierte Vertical Farming-Anbausysteme künftig zur nachhaltigen Lebensmittel- und Pflanzenproduktion beitragen können. Veranstalter waren die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Technische Universität München (TUM).

Vertical Farming als Baustein zukünftiger Ernährungssysteme

Lukas Deuring (TUM) stellte für die zukünftigen Herausforderungen der Landwirtschaft als möglichen Lösungsansatz Vertical Farming vor: den mehrstöckigen Pflanzenanbau in kontrollierten Innenräumen. Gegenüber dem Freilandanbau lassen sich Pestizide reduzieren und Erträge steigern – als zentrale Herausforderung nennt Deuring den hohen Energiebedarf.

Im Fokus standen zudem sogenannte VOCs („Volatile Organic Compounds“) als Stressindikatoren von Pflanzen. Sensorik und KI sollen künftig eine frühzeitige Erkennung und automatische Anpassung der Anbausysteme ermöglichen.

Medizinalpflanzen im Indoor-Anbau

Pooja Suresh Gowda (HSWT) präsentierte Forschungsergebnisse zum Anbau von Medizinalpflanzen. Geschlossene hydroponische Systeme ermöglichen eine ressourcenschonende Produktion und reduzieren insbesondere den Wasserverbrauch deutlich.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Anbau von Medizinalpflanzen wie Baldrian, Rhodiola rosea oder Artemisia, die aufgrund ihres hohen Marktwerts für Vertical Farming interessant sind. Suresh Gowda stellte z. B. Versuche mit Baldrian vor, bei denen bereits eine zehnprozentige Erhöhung des Blaulichtanteils signifikante Auswirkungen auf Pflanzenwachstum und Ertrag zeigte.

Intensive Diskussionen und Blick in die Zukunft

In der Diskussion standen Fragen zu Energiebedarf, technischen Risiken und den wirtschaftlichen Aspekten des Indoor Farmings im Mittelpunkt. Die Referierenden verdeutlichten, dass Vertical Farming großes Potenzial für spezialisierte Kulturen und ressourcenschonende Produktionsweisen bietet, zugleich aber auch mit erheblichen Risiken verbunden ist: Technische Ausfälle oder Stromunterbrechungen können in vollständig kontrollierten Systemen zu hohen Ernteverlusten führen. Ihre zentrale Botschaft war, dass zukünftig unterschiedliche Anbausysteme parallel bestehen und sich gegenseitig ergänzen sollten.

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