3. Triesdorfer Statusseminar: Schafwolle zeigt Wege für regionale nachhaltige Wertschöpfungskette

Beim 3. Triesdorfer Statusseminar Schafwolle am 12. Juni 2026 diskutierten Fachleute aus Politik, Landwirtschaft, Wissenschaft und Textilwirtschaft aktuelle Ergebnisse des Projekts Wollfeinheit, darunter Ministerialrätin Ursula Roth vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg (links).

Beim 3. Triesdorfer Statusseminar Schafwolle am 12. Juni 2026 diskutierten Fachleute aus Politik, Landwirtschaft, Wissenschaft und Textilwirtschaft aktuelle Ergebnisse des Projekts Wollfeinheit

Im Mittelpunkt des Seminars standen die Pilotwertschöpfungskette, neue Verarbeitungstechniken, Züchtungsstrategien sowie Markt- und Marketingansätze für regionale Wolle. Das Projekt wird von Bayern und Baden-Württemberg über die dortigen Landwirtschaftsressorts unterstützt und finanziert.

Ministerialrätin Ursula Roth vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg eröffnete im Namen beider Ministerien die Tagung. In ihrer Einleitung hob sie die Bedeutung der Schafhaltung für die Landschaftspflege, Biodiversität aber auch für die Agrarkultur, gerade in der Wollerzeugung, für Süddeutschland hervor. Dekan Prof. Dr. Wilhelm Pflanz stellte im Anschluss die verschiedenen Projektbereiche vor: tierzüchterischen Aspekte, Wollschur- und Sortierung wie auch die Marktaktivitäten einschließlich Pilotwertschöpfungskette, sowie die Rolle der HSWT als Transformator und Dienstleister.

Wollwäsche und Garne

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Pilotwertschöpfungskette, welche im Jahr 2025 aufgebaut wurde: In Fachvorträgen wurden unter anderem die Erfahrungen mit der Wollsortierung vor Ort sowie der Wollwäsche in Bulgarien wie auch die generelle Situation der Wollwäsche in Europa dargestellt. Textilqualitätsmanagerin Sylvia Klappenberger (Südwolle Group) bewertete die ersten Garne als vielversprechend. Textilexperte Kai Nebel (HS Reutlingen) zeigte Nutzungsmöglichkeiten regionaler Wolle auf.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den möglichen Verarbeitungstechniken der individuell für dieses Projekt hergestellten Garne, darunter Flach- und Rundstrickverfahren sowie die Herstellung von Webware. Unternehmerinnen Gabriele Kolompar (Engel GmbH) und Veronika Kraiser (Flohmax Naturmode) präsentierten ihre Kollektionen aus Projektgarnen und hoben die gelungene Verbindung von Regionalität, Qualität und Design hervor. 

Wollsortierung und Markt- und Marketingstrategien

Am Nachmittag folgte ein Stallbesuch in der Triesdorfer Schäferei mit Demonstration der Wollsortierung. Diskutiert wurde, welche Sortierschritte bereits während der Schur möglich sind, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu steigern. Im Anschluss standen züchterische Perspektiven im Fokus. Projektmitarbeiterin Natascha Zimmermann (Universität Hohenheim / HSWT) erläuterte die hohe Erblichkeit der Wollfeinheit, die bei verantwortungsvoller Selektion zu feineren Qualitäten führen kann, ohne andere Merkmale wie Wetterschutz zu beeinträchtigen. 

Zum Abschluss ging es um Markt- und Marketingstrategien. Prof. Dr. Alexander Wirsig (HFWU Nürtingen) stellte die Kollektivmarke „locwool“ vor und skizzierte mögliche europäische Schutzoptionen. Maximilian Mehler (Tuchfabrik Mehler) ordnete den nationalen Markt ein: Neben einer qualitätsbewussten Käuferschicht existiert auch Nachfrage nach günstigen Textilien, die neue Kommunikationsansätze erfordert. Beide Gruppen erwarten jedoch angenehm tragbare, nicht kratzende Produkte – ein Ziel, das das Projekt mit züchterischen Maßnahmen unterstützt.

  • Ministerialrätin Ursula Roth vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg eröffnete die Tagung und hob die Bedeutung der Schafhaltung für die Landschaftspflege, Biodiversität aber auch für die Agrarkultur für Süddeutschland hervor.
    Ministerialrätin Ursula Roth vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg eröffnete die Tagung und hob die Bedeutung der Schafhaltung für die Landschaftspflege, Biodiversität aber auch für die Agrarkultur für Süddeutschland hervor.
  • Dekan Prof. Dr. Wilhelm Pflanz stellte im Anschluss die verschiedenen Projektbereiche vor: tierzüchterischen Aspekte, Wollschur- und Sortierung wie auch die Marktaktivitäten einschließlich Pilotwertschöpfungskette, sowie die Rolle der HSWT als Transformator und Dienstleister.
    Dekan Prof. Dr. Wilhelm Pflanz stellte im Anschluss die verschiedenen Projektbereiche vor: Tierzüchterische Aspekte, Wollschur- und Sortierung wie auch die Marktaktivitäten einschließlich Pilotwertschöpfungskette, sowie die Rolle der HSWT als Transformator und Dienstleister.
  • Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Pilotwertschöpfungskette, welche im Jahr 2025 aufgebaut wurde.
    Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Pilotwertschöpfungskette, welche im Jahr 2025 aufgebaut wurde.
  • Eine Fühlprobe stellte die unterschiedlichen Wollfeinheiten verschiedener Schafe anschaulich dar.
    Eine Fühlprobe stellte die unterschiedlichen Wollfeinheiten verschiedener Schafe anschaulich dar.
  • Unternehmerinnen und Unternehmer hatten die Möglichkeit, ihre Wollen und verarbeiteten Produkte auszustellen und für regional erzeugte Produkte zu werben.
    Unternehmerinnen und Unternehmer hatten die Möglichkeit, ihre Wollen und verarbeiteten Produkte auszustellen und für regional erzeugte Produkte zu werben.
  • Um süddeutsche Schafwolle auf dem Markt zu etablieren, wurde 2020 die Marke "Locwool" ins Leben gerufen. Die Marke stellt eine Kooperation der Wollerzeugergemeinschaften aus Bayern und Baden-Württemberg dar und legt großen Wert auf hohe Wollqualität und Tierwohl bei der Schur.
    Um süddeutsche Schafwolle auf dem Markt zu etablieren, wurde 2020 die Marke „Locwool“ ins Leben gerufen. Die Marke stellt eine Kooperation der Wollerzeugergemeinschaften aus Bayern und Baden-Württemberg dar und legt großen Wert auf hohe Wollqualität und Tierwohl bei der Schur.
  • Am Nachmittag folgte ein Stallbesuch in der Triesdorfer Schäferei mit Demonstration der Wollsortierung.
    Am Nachmittag folgte ein Stallbesuch in der Triesdorfer Schäferei mit Demonstration der Wollsortierung.
  • Diskutiert wurde, welche Sortierschritte bereits während der Schur möglich sind, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu steigern.
    Diskutiert wurde, welche Sortierschritte bereits während der Schur möglich sind, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu steigern.
  • Im Anschluss standen züchterische Perspektiven im Fokus. Projektmitarbeiterin Natascha Zimmermann (Universität Hohenheim / HSWT) erläuterte die hohe Erblichkeit der Wollfeinheit, die bei verantwortungsvoller Selektion zu feineren Qualitäten führen kann, ohne andere Merkmale wie Wetterschutz zu beeinträchtigen. Bei einer Vor-Ort-Messung wurde die Wollfeinheit der sortierten Wolle gemessen.
    Im Anschluss standen züchterische Perspektiven im Fokus. Projektmitarbeiterin Natascha Zimmermann (Universität Hohenheim / HSWT) erläuterte die hohe Erblichkeit der Wollfeinheit, die bei verantwortungsvoller Selektion zu feineren Qualitäten führen kann, ohne andere Merkmale wie Wetterschutz zu beeinträchtigen. Bei einer Vor-Ort-Messung wurde die Wollfeinheit der sortierten Wolle gemessen.