Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
21.10.2020 | Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie

"Wissen ist, was wir aus Informationen machen" - Neu an der HSWT: Prof. Dr. Alexander Steck

Teresa Pancritius
Will sich nun ganz Lehre und Forschung widmen: Dr. Alexander Steck, Professor für Prozesstechnik und Digitalisierung.

Dr. Alexander Steck wurde zum 01. September auf die Professur für Prozesstechnik und Digitalisierung der Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) berufen. Der 49-Jährige stammt aus dem schwäbischen Dillingen an der Donau, hat in Stuttgart Maschinenbau studiert und am dortigen Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung promoviert. In dieser Zeit hat er auch ein Zusatzstudium Wirtschaftsingenieurwesen an der Fernuni Hagen absolviert. Nach anspruchsvollen Stationen in der freien Wirtschaft will sich der Vater von vier Kindern nun ganz Forschung und Lehre widmen – mehr dazu erzählt er im Interview.

Was war Ihre Motivation für den Wechsel an die HSWT?

In den vergangenen Jahren habe ich vielfältige Erfahrungen gesammelt, sowohl in der angewandten Forschung beim Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung als auch in der Automobilindustrie bei den Firmen Behr und ETO Magnetic sowie im Bereich der Prozessautomatisierung beim Unternehmen Festo. Nun möchte ich mein Wissen an junge Menschen weitergeben und einen Beitrag zu deren Ausbildung leisten. Dabei möchte ich auch meine Werte einfließen lassen: Nicht nur sportliche Erfolge verdienen meiner Meinung nach Anerkennung, sondern auch Ausbildungserfolge. Wissen ist genauso wertvoll, gerade, wenn es für die Forschung zu aktuellen Problemstellungen unserer Zeit – Nachhaltigkeit, Energiewende, Umgang mit Nahrungsmitteln, Tierwohl – eingesetzt wird oder wenn es auf sozialkritische Themen oder Technikfolgenabschätzung zielt.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Forschung?

Gemäß meiner Professur setze ich die Schwerpunkte in den Bereichen Prozesstechnik und Digitalisierung. Hierbei interessieren mich insbesondere Automatisierungstechnik und Robotik sowie innovative Sensoren.

Aktuelle und spannende Themen dabei sind die Kooperation von Mensch und Roboter sowie das virtuelle Abbild und die Simulation von Produktionssystemen. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Rahmen neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz, aber auch neue Anwendungsfelder, wie die Herstellung von Kunstfleisch oder die Proteinproduktion aus Insekten und Algen.

Welche Lehrveranstaltungen werden Sie anbieten?

Auf der einen Seite physikalisch-technische Grundlagenfächer, auf der anderen Seite spezifische ingenieurwissenschaftliche Module, zum Beispiel Prozesstechnik oder Elemente des Maschinen- und Apparatebaus. Ich kann mir außerdem vorstellen, Fächer wie Programmieren, Robotik, Automatisierungstechnik, Sensorik und Antriebstechnik anzubieten sowie "Digitalisierungstechnik", also eine Kombination aus Informationstechnik, Vernetzung und Datenerfassung, -verarbeitung, -übertragung und -speicherung in der Prozess- und Produktionstechnik.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Wintersemester überwiegend digital stattfinden – wie gehen Sie damit um?

Als Professor für Digitalisierung begrüße ich den Push, den Corona in der "Digitalisierung" erzeugt. Deutschland ist leider hinten dran, was den Zugang zu Netzwerken und deren Geschwindigkeit betrifft. Da ich neu in der Hochschullandschaft bin, ist dieses Hybrid-Semester eine doppelte Herausforderung, aber ich sehe es positiv: Ich hänge noch an keinen alten Techniken.

Was erwartet Ihre Studierenden?

Wissen ist, was wir aus Informationen machen. Meine Studierenden sollen mitdenken und verstehen, damit sie ihr Wissen dann auf andere Aufgabenstellungen anwenden können. Ich möchte selbständiges Arbeiten und Entscheiden fördern und so Methoden- und Problemlösungskompetenz vermitteln. Die Studierenden sollen lernen, aus Daten die benötigten Erkenntnisse zu ziehen, ebenso, wie die Folgen abschätzen zu können – Stichwort "Technikfolgenabschätzung". Mit ihren Abschlussarbeiten können sie einen Beitrag zu laufenden Forschungstätigkeiten leisten sowie zum Aufbau repräsentativer Exponate, zum Beispiel einem innovativen Roboter.

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