Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
17.11.2021 | Network Africa

Virtuelle Konferenz versammelt Kaffee-Expert:innen aus Lateinamerika, Äthiopien und Deutschland

Juliane Glovania
Vortrag von Dr. Stephanie Mittermaier vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Vortrag von Prof. Dr. Sabine Daude von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Vortrag von Anuma Getachew von der Oromia Coffee Farmers Cooperative Union
Teilnehmende aus Äthiopien, Lateinamerika und Deutschland

Im Rahmen der "Bavarian-Ethiopian Alliance for Applied Life Sciences" fand am 28. und 29. Oktober 2021 die virtuelle Konferenz "The Coffee Value Chain & Higher Education: Bridging the Gap between Theory and Practice" statt. Rund 60 Expert:innen aus Lateinarmerika, Äthiopien und Deutschland tauschten sich zu den Themen angewandte Lehre, angewandte Forschung, Innovationen und Fair Trade-Standards in den Bereichen Anbau, Verarbeitung und Vermarktung von Kaffee aus. Die Vorträge der Veranstaltung können hier abgerufen werden.

Die Veranstaltung gliederte sich in zwei thematische Blöcke: Während der erste Konferenztag den Themenkomplex "Hochschulausbildung und die traditionelle Kaffee-Wertschöpfungskette" fokussierte, hatte der zweite Tag den Bereich Lehre im Kontext von Innovation und Zukunftstrends im Kaffee-Sektor im Blick.

Die Konferenz wurde durch Grußworte der Botschafterin der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien in Deutschland, I.E. Mulu Solomon Bezuneh, sowie der Botschafterin Costa Ricas in Deutschland, I.E. Lydia Peralta Cordero, eröffnet.

Im ersten Block erhielten die Teilnehmenden durch Impulsvorträge von Dr. Eduardo Somarriba von CATIE in Costa Rica sowie von Miguel Alfredo Ruiz Lopez und Diego Alejandro Tapasco Agudelo der Universidad Tecnológica de Pereira in Kolumbien Einblicke in die angewandte Lehre sowie angewandte Forschung im Themengebiet Kaffee in Lateinamerika. Durch weitere Impulsvorträge von Felix Ahlers, Gründer und Vorstand von Solino Coffee, Volker Meyer-Lücke, Prokurist bei Dallmayr sowie Dr. Sebastian Brandis, Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe, wurde die Perspektive der Kaffeeindustrie sowie Möglichkeiten der Steigerung von Wertschöpfung in kaffeeproduzierenden Ländern beleuchtet. Anuma Getachew von der Oromia Coffee Farmers Cooperative Union legte in seinem Impulsvortrag schließlich die Perspektive von Kooperativen dar und erörterte, welche Eigenschaften Universitätsabsolvierende benötigen, um erfolgreich in die landwirtschaftliche Beratung einzusteigen.

Der zweite Konferenztag eröffnete den Teilnehmenden dann den Blick in die Zukunft: So stellte Dr. Stephanie Mittermeier vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV verschiedenartige Innovationen im Bereich Kaffee vor, welche das Fraunhofer Institut im "Fraunhofer Project Center for Innovations in Food and Bioresources am Lebensmitteltechnologieinstitut ITAL" in Brasilien umsetzt. Prof. Dr. Sabine Daude und Prof. Dr. Paul Michels von der HSWT beleuchteten die Inkorporierung von Innovationen in das Hochschulcurriculum: Während Prof. Dr. Sabine Daude am Beispiel von Kaffee erörterte, wie Studierende lernen können, Produkte im Kontext gesättigter Märkte zu entwickeln, zeigte Prof. Dr. Paul Michels für den Kaffeebereich auf, wie das Thema Fair Trade-Standards gewinnbringend in die Lehre integriert werden kann. In einem weiteren Impulsvortrag stellte Marlies Resch den Food Start Up Inkubator Weihenstephan vor und zeigte, wie junge Menschen dort befähigt werden, innovative und nachhaltige Nahrungsmittel und Getränke zu entwickeln. Abschließend sprach Lemi Beksisa, nationaler Programmkoordinator im Bereich Kaffee und Tee des Ethiopian Institute of Agricultural Research, vom Kaffeeanbau in Äthiopien und der Forschungsarbeit seiner Institution.

Wie kann die Wertschöpfung in kaffeeproduzierenden Ländern gestärkt werden? Diese Frage zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung und stellte auch das Kernthema der abschließenden Panel-Diskussion dar. Hier diskutierten die Teilnehmenden vor allem, wie eine Stärkung der Verbindung von Hochschulen und Industrie im Bereich Kaffee durch die Vergabe von Praktika sowie die Einbindung externer Referent:innen aus der Industrie in die Hochschullehre gelingen kann.

Im Anschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung nutzten viele Teilnehmer:innen die Gelegenheit zum lockeren Gespräch und zur institutionenübergreifenden Vernetzung.

Die "Bavarian-Ethiopian Alliance for Applied Life Sciences" besteht als wichtiger Bestandteil des "Network Afrika" seit 2019 am Zentrum für Internationales der HSWT. Sie wird durch die Bayerische Staatskanzlei im Rahmen des "Bayerischen Afrikapakets" finanziert. Unter Vermittlung des Bayerischen Hochschulzentrums für Lateinamerika (BAYLAT) konnten Kontakte zu den lateinamerikanischen Partnern hergestellt werden, was eine Nord-Süd-Süd-Kooperation im Rahmen der Veranstaltung ermöglichte.

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