Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences

Ausbildungspakt mit Afrika

Der "Ausbildungspakt mit Afrika" ist inhaltlich und organisatorisch unter dem Dach der "HSWT International School" verortet. Das Fundament des Ausbildungspaktes bilden die drei Kernmaßnahmen Partnerschaften, Trainings sowie internationale Masterstudiengänge, die im Rahmen der ersten Förderphase realisiert werden. Die zwei Erweiterungsmaßnahmen im Rahmen einer Zusatzförderung sind die Bereiche Weiterbildung sowie die internationalen Bachelorprogramme.

Die Entwicklung von Studiengängen mit hohem Praxisbezug einschließlich betrieblicher Praktika stellen eine große organisatorische und kulturelle Herausforderung dar. Eine Anpassung des "Deutschen Fachhochschulmodells" an die jeweilige Situation vor Ort der interessierten Länder besitzt eine hohe Bedeutung sowohl für Deutschland als auch für die Zielländer. Ein Kernelement dieses Konzeptes sind die praktischen Lehreinheiten als Basis für das Verstehen von Prozessen, beispielsweise in landwirtschaftlichen Betrieben. Die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten der HSWT, der hohe Anwendungsbezug sowie die unmittelbare Einbindung von Praxis und Theorie sind für die Kooperation mit afrikanischen Partnern von hoher Bedeutung. Hier kann auf die langjährigen Erfahrungen sowie das praxisbezogene Netzwerk der HSWT zurückgegriffen werden. Neben dem Erfahrungs- und Ideenaustausch mit den Partnerhochschulen/-institutionen steht insbesondere auch die Vernetzung der Partner untereinander im Fokus.

Im Folgenden werden die Maßnahmen des Aubildungspakts mit Afrika dargestellt. Die erste Kernmaßnahme bilden die Partnerschaften. Sie dienen der Ausweitung der Beziehungen zwischen der HSWT und den afrikanischen Partnern, der Arbeit an gemeinsamen Interessensgebieten durch den Personalaustausch zwischen den Universitäten sowie der Etablierung einer langfristigen Zusammenarbeit durch Ausbildung und Schulungen. Diese Hochschulpartnerschaften formen die Basis für die Durchführung des Postgraduiertenkurses, die Durchführung des Internationalen Masters Agrarmanagement (IMA) sowie des Netzwerks für Alumni. Die Kooperation mit Partnerhochschulen erfolgt insbesondere hinsichtlich der Modernisierung der Ausbildungskonzepte. Ziel der Partnerschaften ist zudem die Netzwerkbildung sowie die langfristige Verstetigung der Kontakte zu und zwischen Alumni. Im Rahmen von mehreren Reisen in den Jahren 2019 und 2020 wurden zahlreiche afrikanische Partnerhochschulen identifiziert : die äthiopische Arsi University, die äthiopische Bahir Dar University, die äthiopische Hawassa University, die kenianische Jaramogi Oginga Odinga University of Science and Technology (JOOUST) sowie die kenianische Maseno University.

Treffen an der Hawassa University in Äthiopien (2020)
Austausch mit Vertretern der Maseno University in Kenia (2020)

Die zweite Kernmaßnahme beinhaltet Trainings in Form von Exposure- und Dozentenkursen. Die Exposure-Kurse für Fach- und Führungskräfte haben eine Dauer von ein bis zwei Wochen. Dabei liegt der Fokus auf dem Austausch zwischen Fachleuten aus den Partnerländern, den gesammelten Erfahrungen in Deutschland und dem Transfer der Erkenntnisse auf die Partnerländer. Das Zertifikat für diesen Kurs wird gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ausgestellt. Im Programm des Dozentenaustauschs und -trainings liegt der Schwerpunkt auf modernen Lehrmethoden sowie dem Austausch von Ideen und Konzepten. Ziel ist die Vermittlung von modernen Methoden einer praxisorientierten Ausbildung. Pro Jahr wird ein Kurs mit jeweils 12 Teilnehmern in Deutschland und in einem afrikanischen Partnerland angeboten. Zielgruppen sind Lehrende der Partnerhochschulen, vor allem jüngere und/oder weibliche Lehrende. Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 120 Teilnehmende in jeweils fünftägigen Kursen geschult werden. Die Teilnahme am Kurs wird durch ein Zertifikat der HSWT bestätigt.

Besichtigung eines Hofladens im Exposure Kurs (2019)
Landtechnik im Exposure Kurs (2019)

Die dritte Kernmaßnahme bezieht sich auf den Masterstudiengang "Internationaler Master Agrarmanagement" (IMA). Die HSWT bietet diesen Studiengang seit 20 Jahren in Zusammenarbeit mit vornehmlich osteuropäischen Partnerhochschulen an. Das Netzwerk wird im Rahmen des "Ausbildungspakts mit Afrika" auf den afrikanischen Kontinent ausgeweitet. Bis zum Jahr 2023 sollen 18 Teilnehmende aus afrikanischen Partnerschulen in das Praxissemester des Studiengangs aufgenommen werden und davon 12 Studierende zum Masterabschluss geführt werden. Die erfolgreiche Teilnahme am gesamten Kurs führt zu einem Master-Abschluss der HSWT. Darüber hinaus soll der internationale Masterstudiengang Agrarmanagement auch an den afrikanischen Hochschulen und Universitäten eingeführt werden. Der IMA wurde mehrfach öffentlich gewürdigt und im Jahr 2008 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als einer der zehn besten internationalen Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen mit dem Qualitätslabel für Internationale Masterstudiengänge ausgezeichnet. Für das Sommersemester 2020 war die Aufnahme von afrikanischen Studenten in das praktische Studiensemester des IMA geplant. Aufgrund der Coronakrise kann der Wechsel nicht wie geplant erfolgen und die Studenten werden nun zum Sommersemester 2021 für das Masterstudium an die HSWT eingeladen.

IMA-Netzwerk auf der Internationalen Rektorenkonferenz der HSWT (2019)
Internationaler Abend des Internationalen Masters Agrarmanagement (2019)

Die HSWT International School Digital bildet eine Querschnittsaufgabe. Die Bereitstellung von Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen über eine Lernplattform im Hintergrund des "Blended Learning" ist ein essenzieller Bestandteil der intensiven Betreuung der Kursteilnehmer.

Die vierte Erweiterungsmaßnahme umfasst internationale, englischsprachige Bachelorstudiengänge im Bereich der Lebenswissenschaften und grünen Technologien. Erste Modulpakete des Studienganges Landwirtschaft am Campus Triesdorf wurden in einer Pilotphase im Sommersemester 2019 gestartet.

Die fünfte Erweiterungsmaßnahme fokussiert auf den Bereich der Weiterbildung. Einen Teilbereich bildet der Postgraduiertenkurs "Food Chains in Agriculture". Der fünfmonatige Kurs wird von 2018 bis 2022 einmal pro Jahr mit jeweils 25 afrikanischen Teilnehmern durchgeführt. Aufgrund der Coronakrise findet der diesjährige Postgraduiertenkurs aktuell online statt. Das Programm des Postgraduiertenkurses richtet sich an Masterabsolventen aus afrikanischen Ländern. Ziel ist es, landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten in ihrer Komplexität zu verstehen. Außerdem sollen die Studenten lernen, diese Kenntnisse zusammen mit eigenen Erfahrungen in die Konzeption und das Management von Ketten-Modellen einzubringen. Die daraus generierten Ideen sollen in die Heimatländer der Teilnehmer transferiert werden. Dass die Praxisorientierung bei diesem Kurs besonders im Vordergrund steht, spiegelt sich in den zahlreichen Besichtigungen von landwirtschaftlichen Betrieben, Institutionen sowie Unternehmen wider. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer sollen die Kursabsolventen gemeinsam mit Institutionen der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit, Möglichkeiten für die Anwendung der Projektvorschläge finden. Bei der praktischen Umsetzung der Ergebnisse ihrer Projektstudien werden die besten Teilnehmer beispielsweise durch die BayWa Stiftung unterstützt. Einen weiteren Teilbereich der Weiterbildung bildet die Kooperation zwischen der HSWT und "Grünen Fachschulen". Die Arbeitsgruppe "Grüne Fachschule" tritt einmal pro Jahr zum fachlichen Austausch zusammen. Darüber hinaus stellen die Fachtagungen ein drittes Feld im Bereich der Weiterbildung dar. In der zweiten Hälfte des "Ausbildungspakts mit Afrika" wird eine Fachtagung zum Thema "Angewandte Ausbildung in der Landwirtschaft und verwandten Fächern" an der HSWT ausgerichtet werden. Ziel dieser Fachtagung ist der Austausch von Erfahrungen in der Lehre mit hohem Anwendungsbezug und die Unterstützung der Bildung eines Netzwerkes.

Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebs im Postgraduiertenkurs (2019)
Zertifikatübergabe durch Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller im Postgraduiertenkurs (2018)

Projektdauer

01.08.2019 - 30.09.2022

Projektpartner

BayWa Stiftung

Internationaler Master Agrarmanagement (IMA)

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Videos:

IMA (DE)

IMA (RU)