Triesdorfer „Zukunftswerkstatt Schwein“ in den Startlöchern

  • Datum: 26.01.2026
Auf einer Wiese stehen elf Personen mit Bauhelmen und Bauuntensilien in den Händen vor einer Plakatwand nebeneinander.
© Vera Pedreiro Correia

Leuchtturmprojekt für zukunftsfähige und tiergerechte Schweinehaltung soll neue Maßstäbe setzen – Förderung durch Freistaat und Bund von insgesamt 12,68 Millionen Euro

„Zukunftswerkstatt Schwein“ lautet der klangvolle Name eines neuen wegweisenden Projekts in der Schweinehaltung, das jetzt in Triesdorf in Zusammenarbeit zwischen den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) des Bezirks Mittelfranken und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) realisiert wird. Am Freitag, den 23. Januar 2026, war der offizielle Startschuss des Millionenprojekts. Bis Ende 2028 sollen die ersten Tiere einziehen.

Die Zukunftswerkstatt Schwein soll praxisorientierte Lösungen für die Schweinehaltung der Zukunft entwickeln. Im Fokus stehen dabei Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz, Fleischqualität und regionale Wertschöpfung. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster zeigte sich in seinem Grußwort sehr erfreut über die Wahl von Triesdorf als Umsetzungsort: „Die Zukunftswerkstatt Schwein vereint alles, was den Standort ausmacht – praxisnahe Ausbildung, wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung. Das ist ein Gewinn für Mittelfranken, für Bayern und für die Landwirtschaft in ganz Deutschland.“ LLA-Direktor Markus Heinz ergänzte: „Bereits vor 30 Jahren haben wir uns getraut, mit dem bestehenden Schweinestall neue Wege zu gehen. An das möchten wir mit der Zukunftswerkstatt Schwein anknüpfen und neue Systeme testen, die momentan noch nicht verbaut werden.“

Landrat Dr. Jürgen Ludwig war bei der Auftaktveranstaltung ebenfalls zugegen. Das Landratsamt Ansbach ist in den unterschiedlichsten Bereichen intensiv in den Genehmigungsprozess des Projektes eingebunden, der Landkreis ist zudem Träger der FOS-BOS Triesdorf und des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Ansbach-Triesdorf. Jürgen Ludwig betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Vernetzung aller Beteiligten: „Hier in Triesdorf werden die relevanten Themen unserer Zeit aufgegriffen und daher müssen wir für diesen besonderen Standort stets Hand in Hand arbeiten. Wir haben einen Auftrag für die Zukunft und dieser funktioniert nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen.“

Das Konzept der Zukunftswerkstatt Schwein dient als bauliches Vorbild sowie als wissenschaftliches Rückgrat für eine nachhaltige, zukunftsfähige tier- und umweltgerechte Schweinehaltung. Die Lern- und Forschungsmöglichkeiten dienen der Wissensvermittlung, aber auch als Fachforum für die bayerische Ernährungswirtschaft im Hinblick auf den Transformationsprozess in der Nutztierhaltung. Die geplanten Stallungen beinhalten sowohl einen konventionellen Haltungsbereich (für 84 Sauen) als auch einen ökologischen (für 96 Sauen). Zudem sollen alle Ferkel bis 28 kg aufgezogen werden (ca. 980 Tierplätze). Des Weiteren sollen 240 Aufzuchtplätze für die Jungsauenvermehrung zur Eigenremontierung und Basiszucht für externe Betriebe geschaffen werden.

Prof. Dr. Ulrike Machold, Vizepräsidentin der HSWT und ständige Vertretung des Präsidenten am Campus Triesdorf, bezeichnete die Zukunftswerkstatt Schwein als „richtungweisendes Pilotprojekt“ für die Hochschule und betonte in ihrem Grußwort: „Für uns bedeutet die Zukunftswerkstatt Schwein Entwicklungspotential in der praxisnahen Ausbildung und die Möglichkeit zur Gewinnung von neuen Studierenden, die in Triesdorf die enge Verzahnung von Theorie und Praxis schätzen sowie die kurzen Wege zwischen Hörsaal und Stall.“ Prof. Dr. Wilhelm Pflanz, Dekan der Fakultät Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung der HSWT, ergänzte: „Die Zukunftswerkstatt Schwein ist ein weiterer Baustein der HSWT, den Standort Triesdorf deutschlandweit zu einer der modernsten landwirtschaftlichen Tierhaltungseinrichtungen im Hochschulkontext zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir Schweinefleisch als geschätztes Qualitäts- und Genussprodukt für die Verbraucherschaft noch attraktiver machen und damit unsere Betriebe unterstützen.“

Der Freistaat Bayern unterstützt das Vorhaben und stellt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst einen Betrag von 11,48 Mio. Euro zur Verfügung. Zusätzlich erhält das innovative Projekt eine Förderung in Höhe von weiteren 1,2 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, um Maßnahmen rund um den Emissionsschutz und das Tierwohl zu unterstützen. Im Rahmen dieser Förderung hat es die Triesdorfer Zukunftswerkstatt Schwein im November sogar auf die Tagesordnung des Deutschen Bundestages in Berlin geschafft und wurde von allen Fraktionen als Codewort in der Haushaltsrede mit einem Lächeln aufgegriffen.

Artur Auernhammer, Bundestagsabgeordneter und agrarpolitischer Sprecher der CSU im Bundestag, hat sich für die Bundesförderung für Triesdorf stark gemacht und unterstrich die Bedeutung der Lebensmittelproduktion im eigenen Land sowie der Zukunftswerkstatt Schwein als Ausbildungsstätte: „Das Wichtigste beim Tierwohl ist nach wie vor der Mensch, der die Systeme und die Tiere betreut. Wir geben jungen Menschen mit der Zukunftswerkstatt Schwein das passende Rüstzeug und Wissen an die Hand, um diese Aufgabe souverän zu meistern.“

Text & Bilder: Vera Pedreiro Correia, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, LLA

Kontakt für Presseanfragen

Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Vera Pedreiro Correia
Markgrafenstr. 12
91746 Weidenbach
Telefon: 09826 / 18 -1111
pressestelle@triesdorf.de
www.triesdorf.de

Vier Personen mit Bauhelm und Bauuntensilien stehen auf einer Wiese vor einer Plakatwand. Zwei Personen befinden sich links von der Plakatwand, zwei Personen rechts davon.
Hans Popp (Bezirksrat und Beauftragter der LLA), Landrat Dr. Jürgen Ludwig, MdB Artur Auernhammer und Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster (v. l. n. r.) mit den ersten Planungen für die Zukunftswerkstatt Schwein, die bis 2028 an der Verbindungsstraße zwischen Triesdorf und Ornbau entstehen soll. © Vera Pedreiro Correia

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