Landwirtschaft als Dienstleister im Katastrophenschutz

  • Datum: 27.11.2025
Gruppenbild in einem Seminarraum am Campus Weihenstephan mit Teilnehmen des Symposiums.
© Linda Schinnenburg / TUM

Extreme Wetterlagen und Energiekrisen zeigen: Katastrophenschutz braucht neue Partner. Im Projekt LuKaS untersuchen Forschende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Technischen Universität München (TUM), wie Höfe als Katastrophen-Leuchttürme dienen können. Am 20. November 2025 fand an der HSWT ein Symposium zum Projektauftakt statt.

Im Verbundprojekt „LuKaS – Landwirtschaft und Katastrophenschutz“ wird untersucht, wie landwirtschaftliche Betriebe künftig nicht nur zur Ernährungssicherung beitragen, sondern auch als dezentrale Anlaufstellen im Katastrophenfall dienen können. Ziel ist es, sogenannte landwirtschaftliche Katastrophen-Leuchttürme zu entwickeln, die im Falle von Stromausfällen, Hochwasser oder anderen Krisenszenarien eine sichere Versorgung und Kommunikation gewährleisten. Christoph Bader (HSWT, Zentrum für Forschung und Wissenstransfer) und Prof. Dr. Heinz Bernhardt (TUM, Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik) leiten das Projekt.

Potentialanalyse und Praxistest auf dem Hof

Das Forschungsteam prüft, in welchem Umfang landwirtschaftliche Betriebe als Katastrophen-Leuchttürme (KAT-Leuchttürme) in den Katastrophenschutz integriert werden können. Im Fokus stehen Vorteile einer Integration, notwendige Ressourcen für Ernährungssicherung und Tiernotversorgung sowie die Organisation von Notfallkommunikation, Kühl- und Wärmeräumen und Transporten. Zudem werden rechtliche, organisatorische und technische Rahmenbedingungen beleuchtet, die für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend sind.

HSWT und TUM arbeiten hierzu mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft an einer umfassenden Potentialanalyse. Geplant sind eine Bewertungsmatrix für Betriebe, Umfragen, Besichtigungen und Interviews. Das Projekt LuKaS baut auf den Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt „Cow Energy“ auf, in dem weltweit erstmals ein On-Farm-Energie-Management-System entwickelt wurde, das Tierwohl und Tierverhalten berücksichtigt. Dieses wird nun weiterentwickelt und eine unabhängige Kommunikationsplattform konzipiert. Den Praxistest liefert eine Katastrophenschutz-Demonstration in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Symposium zum Projektauftakt

Am 20. November 2025 fand auf dem HSWT-Campus Weihenstephan das Auftaktsymposium zum Projekt statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Katastrophenschutz diskutierten Chancen und Herausforderungen der Landwirtschaft als Dienstleister im Katastrophenschutz. Den Nachbericht zum Symposium finden Sie auf dieser Website des Hans-Eisenmann-Forums (TUM).

Weitere Informationen

Das Forschungsprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert und läuft von Juli 2025 bis Ende 2027. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie auf dieser HSWT Website

Gerne vermitteln wir auf Anfrage einen Interviewtermin mit Promovend Christoph Bader und Prof. Dr. Heinz Bernhardt. 

  • Bild von Personen in einem Stuhlkreis vor einer Tafel eines Seminarraums am Campus Weihenstephan.
    Vertreter der Blaulicht-Organisationen berichteten zum aktuellen Stand im Katastrophenschutz. V. l.: Marcel, Roppel, Michael Wüst, Andreas Müller und Mathias Mühlich. © Linda Schinnenburg / TUM
  • Christoph Bader steht vor einer Leinwand in einem Seminarraum am Campus Weihenstephan, vor ihm sitzt das Publikuk auf Stühlen.
    Christoph Bader (im Bild) leitet das Forschungsprojekt LuKaS gemeinsam mit TUM-Professor Heinz Bernhardt. © Linda Schinnenburg / TUM

Pressekontakt

zurück
vor