Martina Hudler ist neue Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst
Dr. Martina Hudler ist seit dem 1. Oktober 2026 neue Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Seit 2019 wirkt sie als Lehrende in den Bereichen Jagdlehre und Wildtiermanagement an der Fakultät Wald und Forstwirtschaft.
Im Interview spricht sie unter anderem über die Themen, die sie verstärkt in ihrer Arbeit als Beauftragte verfolgen möchte und welche Erfahrungen aus ihrem Umfeld ihr im Amt hilfreich sein können.
Welche zentrale Botschaft möchten Sie Studierenden und Beschäftigten zum Start Ihrer Amtszeit mitgeben?
Martina Hudler: Chancengleichheit entsteht nicht von selbst. Wir müssen sie gemeinsam und dauerhaft in unserer Hochschulkultur und in unseren Strukturen verankern. Gleichstellung verstehe ich nicht als Aufgabe einer einzelnen Beauftragten, sondern als gemeinsame Verantwortung und als Qualitätsmerkmal einer modernen Hochschule. Mein Leitgedanke für die kommenden drei Jahre lautet daher: ganzheitlich, vernetzt und wirksam.
Welche konkreten Aufgaben umfasst Ihr Amt an der HSWT?
Als Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst unterstützen meine Stellvertreterin Prof. Dr. Jennifer Gerend und ich die Hochschule dabei, die Gleichberechtigung von Frauen zu fördern, bestehende Nachteile abzubauen und neue Benachteiligungen möglichst frühzeitig zu verhindern. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Wissenschaftlerinnen, weibliche Lehrende und Studentinnen.
Welche Themenfelder möchten Sie als Beauftragte verstärkt vorantreiben?
Für meine Amtszeit habe ich vier miteinander verbundene Schwerpunkte definiert: Erstens möchte ich Chancengleichheit noch stärker strukturell verankern. Dazu gehört eine enge Vernetzung aller zuständigen Bereiche. Zweitens möchte ich die Zusammenarbeit zwischen den Gleichstellungsbeauftragten der Fakultäten intensivieren. Sie kennen die Bedingungen und Bedarfe vor Ort besonders gut. Drittens möchte ich die Sichtbarkeit von Frauen und ihrer Leistungen erhöhen. Der vierte Schwerpunkt ist Beratung und Schutz. Ich möchte die vertrauliche Beratung stärken, bestehende Schutzkonzepte weiterentwickeln und präventive Maßnahmen ausbauen.
Welche Erfahrungen haben Sie in Jagdlehre und Wildtiermanagement gesammelt, die Sie in Ihr neues Amt einbringen möchten?
Jagdlehre und Wildtiermanagement sind in Teilen weiterhin männlich geprägt. Als Wissenschaftlerin, Lehrende und Jägerin habe ich erlebt, dass Frauen in solchen Fachgebieten oft stärker beobachtet werden und ihre Kompetenz deutlicher belegen müssen. Gleichzeitig zeigt sich, wie viel sich verändert, wenn Frauen sichtbar Verantwortung übernehmen, fachlich selbstbewusst auftreten und andere gezielt ermutigen.
Aus meiner Lehre weiß ich zudem, wie unterschiedlich die Ausgangsbedingungen von Studierenden sind. Chancengleichheit bedeutet daher nicht identische Angebote, sondern Rahmenbedingungen, die vergleichbare Möglichkeiten schaffen.
Meine langjährige Arbeit als Frauenbeauftragte der Fakultät Wald und Forstwirtschaft hat mir gezeigt, dass nachhaltige Veränderungen nur gemeinsam gelingen. Dafür braucht es Beharrlichkeit, Dialogbereitschaft, belastbare Netzwerke und den Mut, strukturelle Fragen offen anzusprechen.