Digital im Stall: HSWT-Studentin forscht in DigiMilchPro mit
Mit DigiMilchPro startet ein bundesweit bedeutendes Forschungsprojekt zur Digitalisierung der Milcherzeugung. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) ist dabei zentral beteiligt. Masterstudentin Maria Schneider arbeitet zusammen mit dem Projektteam an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) an KI-Lösungen, die Tierwohl und Betriebsmanagement verbessern sollen.
DigiMilchPro untersucht, wie digitale Technologien und vernetzte Systeme die Prozesskette der Milcherzeugung optimieren können – von der Fütterung über das Weidemanagement bis zur Tiergesundheit. Im Fokus des Projekts stehen familiengeführte Betriebe, die von effizienteren Abläufen und frühzeitigen Hinweisen auf gesundheitliche Veränderungen profitieren sollen.
Durch die Kombination aus wissenschaftlicher Analyse, praktischer Erprobung und direktem Austausch mit Anwenderinnen und Anwendern sollen Lösungen entstehen, die sowohl technologisch anspruchsvoll als auch alltagstauglich sind. Gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück und der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet die HSWT an diesem Vorhaben. Koordiniert wird der Verbund von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).
HSWT unterstützt mit KI-Expertise
Die HSWT ist im Projekt durch die Professur für Bioinformatik am Standort Straubing vertreten und bringt ihre Expertise in Datenanalyse, KI-Methoden und digitalen Agrarsystemen ein. Vorrangig geht es um die Entwicklung intelligenter Verfahren, die das Tierwohl stärken, das Betriebsmanagement entlasten und die Milcherzeugung nachhaltiger machen.
Ein Beispiel für die enge Verbindung von Forschung und Lehre ist die Mitarbeit von Maria Schneider, Masterstudentin im Studiengang Green Digital Engineering und Studiengangbotschafterin. Nach ihrem Agrartechnikstudium in Triesdorf arbeitet sie seit 2020 als technische wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LfL und bringt dort ihre Erfahrung aus dem Vorgängerprojekt DigiMilch ein, insbesondere im Bereich der sensorgestützten Ertragsermittlung. „Mein Master- und Bachelorstudium an der HSWT haben mir das nötige Know-how vermittelt, um die digitale Landwirtschaft besser zu verstehen und das Datenprodukt gezielt zu nutzen“, sagt Schneider.
Im Folgeprojekt DigiMilchPro arbeitet Schneider an der Entwicklung und Bewertung KI-gestützter Modelle zur Datenerfassung im Grünland. Unter anderem sollen die Datenvernetzung und das Datenmanagement von Felddaten weiterentwickelt werden. Darüber hinaus unterstützt sie gemeinsam mit dem Team den Wissenstransfer zwischen Forschung, landwirtschaftlicher Praxis und Industriepartnern, um neue digitale Lösungen schnell und verständlich in die Anwendung zu bringen.
Erwartete Ergebnisse des Projekts
DigiMilchPro soll konkrete, praxisnahe Ergebnisse hervorbringen, darunter:
- Entwicklung neuer KI-Modelle zum Thema „Digitales Gesundheitsmonitoring“,
- Wegbereitung virtueller Weidezaunsysteme in die Praxis,
- Verbesserung der Kenntnisse über die Chancen und Risiken von Weidezugang bei Nutzung von AMS (Automatische Melksysteme) für die Landwirte, Berater und Hersteller,
- Weiterentwicklung der Datenvernetzung und des Datenmanagements von Felddaten mit Fokus auf Grünland,
- Handlungsempfehlung zur (teil-)flächenspezifischen Grünlandbewirtschaftung für die Praxis.
Das Projekt wird bis September 2028 vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert sowie von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) getragen.