03.06.2016 | Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft

Rundgespräch "Frauen in Führungspositionen"

Prof. Dr. Monika Gerschau
Prof. Meinhard Knoche, Vorstandsmitglied ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München und Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Monika Luger, Beraterin und Coach beim imu augsburg
Monika Luger und Prof. Meinhard Knoche in der Diskussion
Teilnehmende: Dozentinnen und Dozenten, Studierende
Prof. Meinhard Knoche, Prof. Dr. Monika Gerschau, Monika Luger

Ein Rundgespräch zum Thema "Frauen in Führungspositionen" für Studierende und Lehrende fand an der Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft statt. Impulsgeber für die Diskussion waren Monika Luger, Beraterin und Coach beim imu augsburg und Prof. Meinhard Knoche, Vorstand des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung München.

Die Frauenbeauftragte Prof. Dr. Monika Gerschau gab als einleitende Information einen Überblick über das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen". Die Frage ins rund 40-köpfige Plenum, ob die "Quote" als geeignetes Instrument gesehen werde, um Frauen in Führungspositionen zu bringen, wurde mit großer Mehrheit mit "nein" beantwortet - wie es auch aktuelle Befragungen von Unternehmen wiederspiegeln.

Dennoch war man sich einig, dass die Zielsetzung, die Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen der Unternehmen zu stärken, richtig sei. Inzwischen werde in vielen großen und mittelständischen Unternehmen viel dafür getan - ob durch das Gesetz oder die öffentliche Meinung veranlasst oder aus fundamentalem Eigeninteresse. Dennoch wurde aus dem Plenum heraus beklagt, dass es immer noch bewusste oder indirekte Benachteiligungen von Frauen in der Berufswelt gebe, insbesondere wenn eine Kinderpause anstehe.

Zweifellos sollen gemischte Teams zur beruflichen Normalität gehören, wobei die Aufgabenverteilung nach Kompetenzen erfolgen solle, nicht nach einer Quote. Vielfach sei es eine Frage der Unternehmenskultur, ob familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Vereinbarungen in den Unternehmen, Kinderbetreuung usw. ohne "schlechtes Gewissen" genutzt werden können. Wenn sich dann die Frauen selbst trauen, beruflich attraktive Positionen anzustreben, tatsächlich zu besetzen und nach einer Kinderpause wieder einzufordern, sei man dem Ziel schon näher. Möglicherweise helfe die "Frauenquote", die ja nur für wenige Unternehmen in Deutschland gelte, doch dabei, einen Kulturwandel voranzubringen.

Monika Luger und Prof. Meinhard Knoche, beide selbst Lehrende, richteten an die Adresse der Dozentinnen und Dozenten den Appell, den Studierenden nicht nur Perspektiven für die berufliche, sondern auch für die persönliche Entwicklung aufzuzeigen. Die Studierenden wurden ermuntert, die "einmaligen Möglichkeiten" während der Studienzeit zu nutzen, um sich selbst kennen zu lernen und festzustellen, was sie anstreben. Die Anregung hieß, sich einzubringen und die vielfältigen Angebote am Campus und darüber hinaus aktiv zu nutzen. Bei den künftigen Arbeitgebern sollen sich die Absolventinnen und Absolventen selbst für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen, die heute immer noch als nachrangig betrachtet werde.

Der Abschluss der Runde war geteilt bis optimistisch: In den Unternehmen bewegt sich im Hinblick auf Chancengleichheit schon vieles. Und die junge Generation der Männer und Frauen hat neben der Gender-Gleichstellung meist schon die Vielfalt bezüglich der Alterszusammensetzung, der verschiedenen sozialen oder ethnischen Hintergründe im Fokus.

Hochschulfrauenbeauftragte

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
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