Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences

Einblicke und Ausblicke: Landschaftsarchitektur an der HSWT

Welche Sicht haben Studierende, Absolventinnen und Absolventen auf das Landschaftsarchitekturstudium an der HSWT? Was sind aktuelle Themen der Landschaftsarchitektur, wie hat sie sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert, welche Anknüpfungspunkte gibt es zu angrenzenden Disziplinen, welche Herausforderungen ergeben sich für die Zukunft? Und wie blicken Profis aus der Branche auf die Ausbildung an der HSWT?

Beim "Tag der Landschaftsarchitektur" haben Studierende, Alumni, Lehrende, internationale Gäste sowie Expertinnen und Experten aus der Praxis berichtet, wie sie das Studium, die Fakultät und die Atmosphäre am Campus erleben.

Die Interviews führte Stephan Schreiner, Bachelor-Student der Landschaftsarchitektur an der HSWT.

Julia Heckmair

Bachelor-Studentin der Landschaftsarchitektur an der HSWT im Studienschwerpunkt Stadtplanung, Abschluss im Sommersemester 2019

Julia Heckmair
Foto: Konstantin Knabl

Zum Thema, was ihr beim Studium an der HSWT gefällt:

"Das Studium hier ist sehr gut organisiert. Man ist nicht nur eine Matrikelnummer, jeder ist sehr hilfsbereit und es ist wirklich familiär. Ich finde, dass die Professorinnen und Professoren sehr engagiert sind und bei Fragen eigentlich immer Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus ist der Campus wunderschön, das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Ich habe hier gerne studiert."

Und zum Netzwerken beim Tag der Landschaftsarchitektur:

"Es ist definitiv gut möglich, über den Tag der Landschaftsarchitektur neue Kontakte zu knüpfen. Büros nutzen diese Veranstaltung als Plattform, um neues Personal zu gewinnen und umgekehrt kenne ich einige Kommilitoninnen bzw. Kommilitonen, die über Kontakte vom Tag der Landschaftsarchitektur ihren Platz für das Praxissemester bekommen haben."

Hannes Hörr

Alumnus der Fakultät Landschaftsarchitektur aus dem Diplomstudiengang Landschaftsarchitektur mit Studienschwerpunkt Freiraumplanung, Abschluss im Jahr 2010.
Nach dem Studium mehrjährige Berufserfahrung im Garten- und Landschaftsbau sowie in verschiedenen Landschaftsarchitekturbüros, seit 2019 selbständig.
Auf dem Foto 2. von links, gemeinsam mit früheren Kommilitonen
(li.: Marius Weißhaupt, 2.v.r.: Ruth von Heißen, re.: Matthias Hartl)

Hannes Hörr, auf dem Foto 2.v.l, gemeinsam mit früheren Kommilitonen  (li.: Marius Weißhaupt, 2.v.r.: Ruth von Heißen, re.: Matthias Hartl)
Foto: Konstantin Knabl

Sein Blick auf das Studium der Landschaftsarchitektur an der HSWT (damals noch FH Weihenstephan):

"Ich war voll zufrieden. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, an der TUM zu studieren, habe mich aber bewusst gegen die Uni und für die FH entschieden. Weil es hier so schön ist. Und im Rückblick muss ich sagen: die Lehre war sehr gut. Mir - als eher theoretischer Typ, der vielleicht an der Uni besser aufgehoben gewesen wäre - hat es sehr gut getan, die praxisnahe Lehre und Themen wie Pflanzenlehre, Baukonstruktion etc."

Tereza Slabá

Studentin der Czech University of Life Sciences Prague im Masterstudiengang "Garden and Landscape Planning", im Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019 als Erasmus-Austausch-Studentin im Studiengang "International Master of Landscape Architecture" (IMLA) an der HSWT

Tereza Slabá
Foto: Konstantin Knabl

Ihr Bild zum Studium an der HWST - auch im Vergleich mit ihrer Heimat-Universität in Tschechien:

"I really like it here and I did enjoy my two Erasmus semesters in the IMLA programme a lot. I also like that we have external lecturers in IMLA, e.g. specialists in teaching management or presenting. I feel that this is really important and it is what I miss at my university. So yes, I really like the overall concept and especially the idea of IMLA, with students from many different backgrounds and from many different countries. If I would have to decide it again, I would definitively come to Freising again."

Dr. rer. nat. Simone Linke

Alumna der Fakultät Landschaftsarchitektur im Diplomstudiengang Landschaftsarchitektur, Abschluss 2009. Von 2012 bis 2013 Studiengangingenieurin an der HSWT im Schwerpunkt Stadtplanung, seit 2016 Lehrauftrag, 2018 Abschluss der Promotion an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Simone Linke
Foto: Konstantin Knabl

Ihre Sicht auf die Fakultät Landschaftsarchitektur:

"Mein Eindruck ist überaus positiv. Ich habe hier studiert, später gearbeitet und habe inzwischen seit drei Jahren einen Lehrauftrag an der HSWT – bin also schon lange eng mit Weihenstephan verbunden. Seit Beginn meines Studiums im Jahr 2005 komme ich nicht mehr weg von der HSWT."

Und zur Frage, wie die Fakultät mit Veränderungen und Herausforderungen in der Landschaftsarchitektur umgeht:

"Die Fakultät geht inhaltlich mit der Zeit und verändert ihren Fokus entsprechend. Neue Themen werden angesprochen, neue Lehrveranstaltungen angeboten. Es ist sehr positiv, dass da so viel passiert. Zum Beispiel wird das Thema Klimawandel / Klimaanpassung in Zukunft noch stärker in Lehre und Forschung verankert werden. Es ist klasse, dass der Blick nach vorne gerichtet wird. Genau so muss eine Hochschule funktionieren. Ich sehe hier viele gute Ansätze und das finde ich bewundernswert."

Helge Köckert

Dipl.-Ing. Landespflege, Landschaftsplaner und seit 24 Jahren Lehrbeauftragter an der Fakultät Landschaftsarchitektur

Helge Köckert
Foto: Konstantin Knabl

Zum Thema Projekte im Studiengang Landschaftsarchitektur:

"Teamarbeit in den Studienprojekten hier an der HSWT ist ein sehr wichtiger Faktor. Das liegt manchen Studierenden, anderen fällt es schwer. Aber Teamarbeit ist später im Beruf notwendig und auch sehr positiv. Man muss wissen, wo man steht und was man kann. Teamarbeit muss gelernt werden - auch das gehört zum Studium."

Jan Gittinger

Berater in den Bereichen Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Projektmanagement, Coaching und seit 18 Jahren Lehrbeauftragter an der HSWT/HfWU im Studiengang "International Master of Landscape Architecture" (IMLA)

Jan Gittinger
Foto: Konstantin Knabl

Zur Frage, wie sich die Landschaftsarchitektur in den letzten Jahren/Jahrzehnten verändert hat und sich weiter verändern wird:

"Die Sachverhalte sind komplexer geworden. Es geht nicht mehr nur um einen schönen Entwurf, vielmehr müssen zunehmend Einflussfaktoren wie beispielsweise Wünsche der Bevölkerung, Klimawandel etc. berücksichtigt werden. Die Landschaftsarchitektur ist aus dem "Atelier" herausgekommen - vielleicht vergleichbar mit einem Maler, der nicht mehr nur ein schönes Bild malt, sondern eher mit einem, der zuerst in Interaktion geht und dann ein Kunstwerk schafft.
Es wird facettenreicher und interdisziplinärer und auch soziale Komponenten spielen eine zunehmende Rolle. Eine wichtige Frage ist: Welche Wirkung erziele ich mit dem, was ich tue, wie schaffe ich Raum für Interaktion sowie Raum zum Lernen und Verstehen?"

Ute Heim

Freischaffende Künstlerin, von 2013 bis 2019 Lehrauftrag an der Fakultät Landschaftsarchitektur im Modul "Grundlagen der Gestaltung"

Ute Heim
Foto: Konstantin Knabl

Zum Stellenwert des künstlerischen Gestaltens in der Landschaftsarchitektur:

"Kunst bzw. Gestalten spielt eine wichtige Rolle in der Landschaftsarchitektur: Hier wird immer gestaltet und man muss sich frühzeitig damit auseinandersetzen, welche Auswirkungen die jeweilige Planung hat, sowohl auf die Landschaft selbst, als auch auf die Nutzer. Landschaft ist mehr als ein reiner Nutzraum. Auch wenn Kunst per se keinen offensichtlichen "Nutzen" hat, so ist es doch immer noch so, dass der Mensch den ihn umgebenden Raum über seine Sinne wahrnimmt. Genau damit befasst sich die Kunst und da liegt der Schnittpunkt zwischen Landschaftsarchitektur und Kunst bzw. künstlerischem Gestalten."

Dr. rer. nat., Dr. sc. agr. h.c. Wolfgang Haber

Professor Emeritus am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie an der Technischen Universität München (TUM) in Freising-Weihenstephan. Ab 1966 Leiter des neu gegründeten "Instituts für Landschaftspflege" der TUM in Freising-Weihenstephan, welches er später in "Lehrstuhl für Landschaftsökologie" umbenannte. Diesen leitete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1993.

Dr. rer. nat., Dr. sc. agr. h.c. Wolfgang Haber
Foto: Konstantin Knabl

Zur Frage, welche Veränderungen er über die Jahrzehnte zum Thema Landschaft und Ökologie beobachtet hat:

"Der Begriff "Landschaft" entstammt ja der künstlerisch-gestalterischen Szene. Landschaft wurde verbunden mit Schönheit, Ästhetik und Genießen, und hatte nur indirekt etwas mit Ökologie zu tun. Doch Ökologie wird nicht nur erforscht, sondern auch empfunden: als Umwelt, die einerseits Funktionen leistet, von denen wir profitieren und die uns tragen, die uns aber andererseits in ihrer Gestalt auch gefällt. Sie muss also auch eine geistige Wirkung ausüben. Dieser Gedanke war damals, in den 1960er-Jahren, als ich auf den neu gegründeten Lehrstuhl berufen wurde, noch nicht so entwickelt. Er hat sich jedoch nach und nach durchgesetzt, und im Lauf der Zeit kamen immer neue Gesichtspunkte hinzu, z.B. die Durchgrünung der Städte, um sie lebenswerter zu machen, aber auch klimatisch zu verbessern - auch wenn damals vom Klimawandel noch keine Rede war."

Und welche Verbesserungen er für die aktuelle Lehre vorschlägt:

"Die Ökosystemlehre mit Ökosystemleistungen und -funktionen steht aktuell sehr im Vordergrund. Das ist mir zu einseitig. Auf der einen Seite müssen natürlich die Leistungen und Funktionen behandelt werden, auf der anderen Seite aber auch die Ästhetik und die Gestaltung."

Assist. Prof. Dr. Sanela Klarić

Lehrt und forscht zu Themen mit dem Schwerpunkt Sustainable Architecture an der International Burch University (IBU) in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina. Seit 2012 über Erasmus+ enge Zusammenarbeit mit HSWT und HfWU über gemeinsame Projekte im "International Master of Landscape Architecture" (IMLA).

Assist. Prof. Dr. Sanela Klari?
Foto: Stefanie Gruber

Zur Ausbildung an der Fakultät Landschaftsarchitektur und zum Wert des Erasmus+-Austauschs zwischen IBU und HSWT:

"I am amazed with the practical elements of the education at the HSWT. I learned a lot from my colleagues here and some of the practices they have I am applying now in Sarajevo, too.
For example I invite people from the practice or municipality / government level to join us for study projects and to discuss with the students."

Prof. Dr. Cristina Lenz

Professorin an der Fakultät Landschaftsarchitektur im Lehrgebiet Recht und BWL und seit 2017 Dekanin

Prof. Dr. Cristina Lenz
Foto: Stefanie Gruber

Ihr statement zum Tag der Landschaftsarchitektur:

"Wir zeigen am Tag der Landschaftsarchitektur die Arbeit, die die Studierenden leisten, und wir kommen mit Büros, Betrieben und Behörden in Kontakt. Darüber hinaus bietet unser Campus natürlich auch eine wunderschöne Atmosphäre, um gemeinsam zu feiern. Ich finde, am Tag der Landschaftsarchitektur kommen zwei Dinge zusammen: Das Professionelle und das Gemeinschaftliche, und das hier oben am grünen Weihenstephaner Berg bei tollem Wetter - was will man mehr."

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