Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
20.11.2018 | Landschaftsarchitektur

Learning from the Wolves 2018 - Wildbiologische Exkursion nach Weißrussland

Julia Beese

Wildbiologische Exkursion nach Weißrussland

Im Rahmen des Moduls "Applied Wildlife Biology" fand Vom 28. August bis 10. September eine zweiwöchige Sommerschule zu wildbiologischen Themen in Weißrussland statt.

Unter der Modulleitung von Herrn Prof. Frieder Luz war es Studenten der Fakultäten Wald- und Forstwirtschaft und Landschaftsarchitektur möglich, sich für einen der 13 Plätze des PLV-Fachs zu bewerben.

Begleitet durch den HSWT-Mitarbeiter Jonas Gruber reisten alle Teilnehmer Ende August in den Naliboki-Forest, welcher 200 Kilometer westlich von Minsk liegt.

In diesem 10000 km² großem Waldgebiet liegt die Forschungsstation von Dr. Vadim Sidorovich und seiner Frau Irina, wo die Studierenden für die Dauer des Aufenthalts in Blockhütten untergebracht wurden.

Die Forschungsstation dient als Ausgangspunkt um sämtliche Wildtierarten wie Bison, Elch, Rot- und Rehwild, Schwarzwild, Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Marderhund mit etwas Glück in Echt oder auch durch Fotos auf Kamerafallen zu beobachten.

Prof. Sidorovich gilt als einer der bekanntesten Wolfsspezialisten Weißrusslands und konnte die TeilnehmerInnen mit seinem Wissen aber auch mit seiner Lebensweise und Geländeerfahrung begeistern. Er machte uns auf Spuren aufmerksam und vermittelte uns Wissen über das Verhalten der Tiere, ganz im Mittelpunkt stehen hierbei die Konkurrenz zwischen Wölfen und Luchsen.

Die Tage waren voll ausgefüllt: Aufstehen noch im Dunkeln gegen vier Uhr, erste Wildbeobachtungen bei wundervollen Sonnenaufgängen sowie holprige Lada-Fahrten um auf Wanderungen entlegene Winkel des Waldes zu erkunden und Spuren zu analysieren. Abends fand man sich stets in der Hütte zusammen um zu essen und das Erlebte zu besprechen.

Ein Highlight für die gesamte Reisegruppe war die Kontaktaufnahme zu den Wolfsrudeln mittels Heulen- Vadim heulte und die Wölfe antworteten ihm. Anhand der Tonlage konnte die Zusammensetzung des Rudels nach Alt- und Jungtieren ermittelt werden, deren Spuren tagsüber an sandigen Stellen analysiert wurden.

Zum wissenschaftlichen Programm zählte neben verschiedenen Vorträgen von Vadim auch der Umgang mit und die fachkundige Platzierung von Kamerafallen in unterschiedlichsten Tierlebensräumen, um die Lebensweise von Arten wie Fischotter, Bär, Luchs und Marderhund erfolgreich zu dokumentieren.

Die einfache, sehr rustikale Unterbringung und das Leben in der Wildnis waren für die Teilnehmer eine wertvolle Erfahrung.

Nach einhelliger Meinung der TeinehmerInnen sollte diese Veranstaltung weiterhin angeboten werden, um den Studierenden hierzulande nicht mögliche, authentische Erfahrungen mit Wildtieren in ihren angestammten Lebensräumen zu ermöglichen.

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