Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
14.03.2016

HSWT unterstützt MINT-Initiative

Carolin Dommel
"In den gelben Sack und dann?": Kinder lernen, was Wind, Wasser und Zucker mit Mülltrennung zu tun haben.
"Mit Himbeeren Strom erzeugen": Kinder bauen mit organischen Farbstoffen aus Früchten Farbstoffsolarzellen und produzieren Strom.
"Wie sauer ist die Zitrone?": Kinder bestimmen den Gehalt von Salzsäure-Lösung mittels Säure-Base-Titration.
"Was schwimmt denn da?": Kinder erfahren, welche Rückschlüsse aufgrund der vorkommenden Tiere auf die Wasserqualität eines Gewässers gezogen werden können.
"Der Weg des Wassers durch die Pflanze": Kinder untersuchen den Weg des Wassers in der Pflanze.
"Rund um die Kartoffel": Kinder analysieren den Fettgehalt in Kartoffeln und Chips mittels Petroleumbenzin und Kolben.
"Faszination Fallschirmspringen": Kinder bauen kleine Fallschirme und bringen sie zum Einsatz. Sie lernen, welche Faktoren den Flug des Fallschirms wie beeinflussen.
Ernährungswaage: Wie viel Bewegungsenergie muss ich einsetzen, um die aufgenommene Energie (Kalorien) eines Burger-Menüs zu verbrennen?
Projektbeteiligte Hochschulangehörige
Die Sechstklässler im Audimax

70 Schülerinnen und Schüler der Realschulen Ansbach und Heilsbronn haben kürzlich am MINT-Projekttag der HSWT an der Abteilung Triesdorf teilgenommen. Bereits zum dritten Mal gestalten die Hochschulangehörigen einen Tag mit unterschiedlichen Praxisprojekten, die den jungen Gästen erlebbar machen, wie spannend MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)  sein können. Die HSWT leistet damit einen Beitrag zur MINT-Initiative der Bayerischen Realschulen – eine Initiative, die das Interesse der Schülerinnen und Schüler für technische Berufe wecken und auf lange Sicht dem Fachkräftemangel entgegenwirken und den Frauenanteil in diesem Bereich erhöhen soll.

Die Sechstklässler haben aus acht Projekten zwei ausgewählt, innerhalb derer sie selbst Hand anlegen und sehen konnten, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik richtig Spaß machen können. So hat ein Kind beispielsweise folgende zwei Erkenntnisse aus Triesdorf mit nach Hause genommen:
Eigentlich ist Cola genauso sauer wie eine Zitrone – und ein Fallschirm mit doppelt so großem Schirm fliegt doppelt so lange.
Im Projekt „Coca-Cola: ein geheimnisvolles Getränk“ haben die jungen Gäste mittels einer Pipette das vorher mit einem Ultraschallgerät entgaste Cola auf das Glasfeld eines „Refraktometers“ getropft und am Gerät den Zuckergehalt ablesen können. Die 10,2 Prozent Zucker im Cola haben erst so richtig verwundert, als Prof. Dr. Mathias Wenzel mehr als 30 Stück Würfel Zucker aufgetürmt und damit gezeigt hat, dass wir mit einer Liter-Flasche Cola genau so viel haushaltsüblichen Zucker zu uns nehmen. Im nächsten Schritt haben die Kinder den pH-Wert von Zitronensaft und Cola gemessen. Dabei haben sie die pH-Wert-Elektrode in die entsprechende Flüssigkeit eingetaucht, etwas gerührt und so lange gewartet, bis sich der pH-Wert einstellt und stabil bleibt. Beim Ablesen des pH-Werts auf der digitalen Anzeige waren die Kinder erstaunt, dass die Zahl bei Cola (2,5) und Zitronensaft (2,4) nahezu identisch ist, obwohl Cola im Vergleich zu Zitronensaft überhaupt nicht sauer schmeckt. Mit der Erkenntnis, dass Cola nur aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht sauer schmeckt und einem „Zertifikat zum geprüften Limonadenkontrolleur“ in der Hand haben die jungen Gäste als nächstes beispielsweise das Projekt  „Faszination Fallschirmspringen“ besucht:
In diesem Projekt haben die Schülerinnen und Schüler aus Papier, Faden und Knetgummi selbst ihre Fallschirme gebastelt und im Zweier-Team mittels Stoppuhr die Fallzeit bestimmt. Laut Projektbetreuer Dipl.-Ing. (BA) Wolfgang Ernst lernen die Kinder in diesem Projekt, wie man systematisch Experimente gestaltet, um die Einflüsse (Form, Gewicht und Fläche) auf die Falldauer eines Fallschirms zu untersuchen.

Die MINT-Initiative der Bayerischen Realschulen wird seit 6 Jahren gezielt für Sechstklässler angeboten, um ihnen eine Entscheidungshilfe für die kurz bevorstehende Wahl des Schulzweiges zu geben und die Attraktivität des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweiges aufzuzeigen. Um die 70 Prozent der Kinder, die sich auf einen bestimmten Schulzweig in der 7. Klasse festlegen, seien auch später im entsprechenden Bereich tätig. Das waren die Worte von Jürgen Katzenberger, Schulleiter der Realschule Heilsbronn und Projektkoordinator der Zusammenarbeit zwischen der HSWT und den Realschulen. Die Triesdorfer Studienberatung unter Leitung von Hannelore Göttler arbeitet seit Wochen im Rahmen der Projektorganisation eng mit ihm zusammen – und die Arbeit hat sich gelohnt: Auch im nächsten Jahr soll wieder ein Projekttag stattfinden. „Besonders hervorzuheben ist dabei die Bereitschaft der beteiligten Hochschulangehörigen, durch deren Vorbereitung und Durchführung der Projekte die Gestaltung des Tages überhaupt erst möglich ist“, betonte Hannelore Göttler.

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