Pflanzenschutz - Ergebnisse aus dem Diagnoselabor

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen einige unserer Diagnosen vor, die wir in den letzten Wochen zu eingelieferten Proben, Anfragen per E-Mail oder Brief oder auch zu Schäden, die uns selbst aufgefallen oder zugetragen worden sind, durchgeführt haben.

Echter Mehltau an Kirschlorbeer

Der Echte Mehltau an Kirschlorbeer (Podosphaera tridactyla) zeigt im Vergleich zu anderen Mehltaupilzen eine etwas atypische Symptomatik. Hierbei bilden sich insbesondere an den jungen Kirschlorbeerblättern Aufwölbungen der Interkostalfelder der Blattoberseite, wobei die Blätter teilweise auch eine einseitige Krümmung besitzen. Auf der Blattunterseite ist der Mehltaubefall mit Hilfe einer guten Lupe über ein leichtes, weißliches Pilzmyzel nachweisbar. Auch entstehen dort unter günstigen Bedingungen die für den Echten Mehltau typischen Trägerstrukturen, Dauerkörper (Kleistothecien, 0,1 mm) werden ebenfalls, wenn auch selten, ausgebildet. Die Sortenanfälligkeit von Kirschlorbeer ist unterschiedlich ausgeprägt.

Blattschäden durch Echten Mehltau an Kirschlorbeer
Blattschäden durch Echten Mehltau an Kirschlorbeer

Engerlinge im Rasen

Im Gegensatz zum Maikäfer oder Junikäfer, die zwei- und mehrjährige Entwicklungszeiten benötigen, hat der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) nur eine Generation pro Jahr. Nach der Überwinterung im Boden treten die etwa 1 cm großen Käfer (grün gefärbter Kopf, grünes Halsschild, braune Flügeldecken) ab Mitte Mai auf. Die ab Juni/Juli schlüpfenden Larven (Engerlinge) sorgen insbesondere durch ihren Wurzelfraß an Rasenflächen im Privatgarten oder im Sportplatzbau teils für größere Ausfälle. Die Larven sind weißlich gefärbt, besitzen eine gekrümmte Körperhaltung und werden bis knapp 2 cm groß (Abbildung). Die Gefahr der Verwechslung mit anderen Engerlingen ist gegeben, eine sichere Bestimmung erfolgt im Wesentlichen über die Ausbildung des Analfeldes der Tiere in Kombination mit anderen morphologischen Merkmalen. Neben einer mechanischen Bekämpfung (Absammeln, Nadelwalze, Fräse) ist der Einsatz von Pheromonfallen (gegen die Käfer) sowie Nematoden (gegen die Larven) möglich.

Drei freigelegte Larven vom Gartenlaubkäfer
Drei freigelegte Larven vom Gartenlaubkäfer

Eschengallmücke

Die Larven der Eschengallmücke (Dasineura fraxini) verursachen vergleichsweise große, einkammerige Gallen, die entlang der Blattadern von Eschen auftreten und von beiden Blattseiten erkennbar sind. Zur Blattoberseite hin besitzen die Gallen einen engen Längsspalt, der sich mit der Hand aber leicht öffnen lässt. In den Gallen lebt eine orangefarbene Larve, die bis zum Herbst eine Größe von 2-3 mm erreicht. Die spätere Verpuppung der Larven erfolgt im Boden, sodass zum Frühjahr die adulten Gallmücken auftreten. Es wird nur eine Generation pro Jahr ausgebildet. Ein stärkerer Besatz an Gallen führt zur Minderversorgung an Nährstoffen und teilweise auch zur späteren Braunfärbung der Blätter, wobei der Schaden im Regelfall aber nicht bekämpfungswürdig bleibt.

Deutliche Gallen auf der Blattunterseite
Deutliche Gallen auf der Blattunterseite

Neue Buchbesprechung

Bibliographische Angaben:

Hermann Meyer (Hrsg.): Meyer Taschenbuch - Pflanzenschutz in Baumschulen. Hermann Meyer, Rellingen (Artikel-Nummer 310012), 2012, Preis: 8,00 Euro, Format: 10,5x18 cm

Inhalt:

Auf rund 220 Seiten wird anhand von zehn Kapiteln die ganze Bandbreite vom Pflanzenschutz in Baumschulen behandelt. Eingeleitet wird das Taschenbuch mit Hinweisen zur vorbeugenden Unkrautbekämpfung in Containerkulturen. Im nachfolgenden, zudem größten Kapitel „Pflanzenschutz in Baumschulen“, finden sich eingangs auf rund 80 Seiten zahlreiche Tabellen zur Mittelauswahl (inkl. näherer Erläuterungen) und Gehölzverträglichkeit, u.a. bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten, tierischen Schaderregern und Unkräutern. Anschließend werden die wichtigsten Schaderreger an Gehölzen, sortiert nach Wirtspflanzen, auf rund 70 Seiten mit farbigen Abbildungen und kurzen Texten näher vorgestellt. Ergänzende Kapitel in Form von Texten und Tabellen zu „Kenngrößen der wichtigsten Pflanzenschutzmittel“, dem „Pflanzenschutz für Haus- und Kleingärten“, zur Anwendungstechnik (u.a. zur Tropfengröße, der Spritzfleckenbildung, der richtigen Düsenwahl) sowie u.a. zum Atemschutz und der Lagerung von Pflanzenschutzmitteln runden das Taschenbuch inhaltlich ab.

Empfehlung:

Das handliche Taschenbuch zeigt sich inhaltsreich, praxisnah und kostengünstig. Eine gute Wahl für den Praktiker.

Buchtitel in Szene gesetzt
Buchtitel in Szene gesetzt

Infodienst Weihenstephan - Oktober 2013

Pflanzenschutz

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