Wolliger Ziest - Stachys byzantina

Herkunft und Botanik

  • Stachys byzantina (= Stachys lantana, Stachys olympica)
  • Deutscher Name: Wolliger Ziest, Eselohr
  • Geselligkeitsstufe: 4-5
  • Allgemeines: zu anderen Lippenblütler-Gattungen (Lamiaceae) wie Lavandula, Monarda oder Rosmarinus zeigt Stachys auf den ersten Blick wenig gemeinsame Züge. Gewisse Ähnlichkeit besteht mit Ballota oder Salvia.
  • Verbreitung: östliche Türkei, Armenien bis Nordiran; dort in Ruderalflächen, auf Brachland, in Schutt- und Felsfluren, in Halbtrockenrasen

Eigenschaften und Anforderungen

  • günstig sind offene Lagen in praller Sonne
  • lichter Schatten wird noch toleriert, beeinträchtigt aber die Dichte
  • wärmebedürftig, verträgt Hitze
  • meist frosthart
  • liebt mäßig trockene Substrate, hält sich aber sowohl in trockenen als auch in frischen Böden
  • verfault bei stauender Nässe, vor allem im Winter, deshalb müssen die Substrate durchlässig und strukturstabil sein
  • nie frohwüchsig in Lehm oder gar Ton
  • Reaktion von neutral bis stark alkalisch
  • Stadtklima vertragend
  • trittempfindlich
Stachys byzantina 'Silver Carpet'
Stachys byzantina 'Silver Carpet'

Wuchs

  • polster- bis mattenförmig
  • allmählich große Flächen besiedelnd
  • kann auf mageren Böden Jahrzehnte alt werden
  • Verbreitung durch Ausläufer und Absenker
  • Triebe niederliegend, bewurzeln sich leicht in Platten- oder Steinfugen
  • dick, vierkantig und dicht filzig behaart
  • Höhe und Breite zwischen 20 cm bis 30 cm.

Blatt

  • gegenständig, meist wintergrün
  • elliptisch, samtig weich behaart
  • wirkt im Frühjahr wie ein dichtes silbrig weißes Fell, im Sommer mehr graugrün
  • in kühlen, regenreichen Perioden mehltauanfällig und oft lückenhaft werdend
  • regeneriert sich im Herbst wieder.

Blüte

  • wenig zierende, unauffällig lilarosa Blütchen in quirlförmigen Etagen angeordnet an ansehnlichen bis zu 60 bis 80 cm hohen, weiß wollig behaarten, aufrechten Blütenähren
  • Juni bis August
  • Düngung hat reichliche Blütenbildung mit entsprechendem Samenansatz zur Folge, dann besonders kurzlebig.

Stachys byzantina 'Primrose Heron'
Stachys byzantina 'Primrose Heron'

Verwendung

  • für mediterrane Gärten, extensive bis einfache intensive Dachbegrünung, im Alpinum und im Geröllsteingarten, zwischen breiten Plattenfugen
  • ansehnlich zu blauen Gräsern und in der Nachbarschaft zu rotlaubigen Zwerggehölzen
  • auch im grauen oder weißen Garten
  • tolerant gegenüber Pflanzpartnern und konkurrenzschwach
  • ausreichend sind 6-8 Stück/m², auch 9-12 Stück/m² sind möglich.

Pflanzenmanagement

  • zur Pflanzung Böden durchlässig machen
  • herauswachsende blattlose Triebe und Fehlstellen mit 2-3 cm Mineralmulch auffüllen
  • bei kleineren Flächen lohnt ein Abschneiden der Blütenstände kurz nach dem Abblühen, um Samenansatz zu vermeiden
  • nur sparsam mit langsam fließenden Düngern arbeiten.

Sortiment

  • 'Cotton Boll' (nicht 'Cotton Ball'! wird in der Gartenliteratur oft falsch geschrieben) - Baumwoll-Ziest, hohe, wenigblütige Blütenstände, aber dicht mit wolligen Hochblättern besetzt, mehr Strukturstaude als Bodendecker
  • 'Primrose Heron' – Austrieb zitronengelb, später hell graugrün; mäßig ausbreitungsfreudig; für kleinere Flächen denkbar
  • 'Silver Carpet' – hochgelobter Typ, wüchsiger Bodendecker, stets dichte Teppiche, selten oder gar nicht blühend, dadurch beständiger bzw. dauerhaft; sehr empfehlenswert.

Infodienst Weihenstephan - Oktober 2013

Bodendecker im Portrait

Verfasser

Prof. Dr. Peter Kiermeier

Hinweis

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema "Bodendecker im Portrait" Er ist zuerst in der Fachzeitschrift Deutsche Baumschule, Nr. 08/2011, erschienen.  Wir danken der Redaktion Deutsche Baumschule für ihre Zustimmung zur  Veröffentlichung im "Infodienst Weihenstephan".