Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences

Chinesische Bleiwurz - Ceratostigma Bleiwurz

Herkunft und Botanik

  • Ceratostigma plumbaginoides
  • Deutscher Name: Chinesische Bleiwurz, Kriechende Hornnarbe
  • Geselligkeitsstufe: 4-5
  • Allgemeines: die Gattung Ceratostigma ist nahe mit der aus Südafrika stammenden Kübelpflanze Plumbago aurantiaca oder auch mit den in Mitteleuropa vorkommenden Stauden wie Grasnelke (Armeria) sowie dem Strandflieder (Limonium) verwandt.
  • Verbreitung: in Mittel- und Nordchina besiedelt die Bleiwurz felsige Hügel oder bevorzugt Gesteinsschutt am Fuß von Berghängen. Ist in Teilen West- und Südeuropas als Gartenflüchtling verwildert.

Eigenschaften und Anforderungen

  • kommt mit einer Vielzahl von Standortvarianten zurecht
  • die Art wächst in der Sonne ebenso gut wie im lichten, aber auch im Halbschatten
  • günstig sind warme Plätze, Hitze wird bestens vertragen, während die Frosthärte nur durchschnittlich ist
  • in strengen Wintern muss mit Ausfällen gerechnet werden, speziell auf sehr nährstoffreichen und schweren Böden
  • widersteht Trockenperioden problemlos
  • empfehlenswert sind leicht trockene bis frische, gelegentlich auch mäßig feuchte Substrate
  • beste Bodenbedeckung wird aber nur auf durchlässigen, sandig-lehmigen Böden erzielt
  • die Bodenreaktion sollte von schwach sauer bis stark alkalisch reichen
  • gilt ansatzweise als salzverträglich
  • Stadtklima vertragend
  • trittempfindlich
Ceratostigma plumbaginoides
Ceratostigma plumbaginoides

Wuchs

  • je nach Lage entwickelt sich die Bleiwurz zu einem sich nur moderat ausbreitenden oder auch starkwüchsigen, ja unkrautartigen Flächengrün
  • in südlichen Zonen wächst die Art mehr als Halb- oder Zwergstrauch, in Mitteleuropa eher als Staude
  • die dünnen, rötlichen Triebe liegen dem Boden nicht auf, sondern sind dicht an dicht aufrecht angeordnet
  • die Ausbreitung erfolgt durch ein enges Geflecht von drahtartigen Ausläufern
  • Höhe 20–30, in günstigen Lagen bis 40–50 cm hoch und breit

Blatt

  • frischgrün, beiderseits glänzend
  • die ovalen Blätter treiben erst spät im Frühjahr aus, in kühlen Lagen dauert es mitunter bis Ende Mai, manchmal sogar bis Anfang Juni bis die Pflanze voll bestockt ist
  • in günstigen Bereichen verhält sich die Bleiwurz fast wintergrün, ansonsten verliert sie schlagartig das Laub nach den ersten Herbstfrösten
  • besonders zierend ist die ziegel- bis kupferrote Herbstfärbung

Blüte

  • reichblühend mit 2–3 cm großen, scheibenförmigen, himmelblauen, etwas welligen Blüten in lockeren Büscheln
  • die duftlosen Blüten zeigen sich ab Mitte/Ende August bis Oktober
  • häufig trifft die späte Blütezeit mit der beginnenden Herbstfärbung zusammen, ein seltener Aspekt unter den Bodendeckern
  • Samen in gelbbraunen Kapseln, sie werden jedoch hierzulande nicht reif

Blüte von Ceratostigma plumbaginoides
Blüte von Ceratostigma plumbaginoides

Verwendung

  • günstig für alle hitzebelasteten Wuchsorte
  • ideal unter transparenten Koniferen
  • prachtvoll in der Nachbarschaft zu intensiv herbstfärbenden Gehölzen oder spät blühenden Stauden
  • für den zögerlichen Start empfehlen sich 7-12 Stück/m²

Pflanzenmanagement

  • eine Frühjahrspflanzung ist sehr zu empfehlen
  • zur Pflanzvorbereitung müssen schwere Böden durchlässig gemacht werden
  • für den ersten Winter sollten die Pflanzflächen, abgesehen in milden Lagen, abgedeckt oder gemulcht werden
  • wegen des späten Austriebs ist eine Mulchabdeckung ohnehin ratsam
  • ein herbstlicher Rückschnitt ist zwar nicht notwendig, lässt aber die Flächen besser aussehen

Sortiment

Ceratostigma willmottianum ist ein erheblich frostgefährdeter Halb- oder im Weinbauklima echter Kleinstrauch. Ähnlich spät blühend mit intensiv blauen oder lilablauen Blütenscheiben und roter Herbstfärbung; wird ca. 50–80 cm hoch. Ausschließlich für geschützte Plätze zu verwenden. Weniger gut deckend, eher für Gruppenpflanzungen zu empfehlen.

Infodienst Weihenstephan - November 2013

Bodendecker im Portrait

Verfasser

Prof. Dr. Peter Kiermeier

Hinweis

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema "Bodendecker im Portrait" Er ist zuerst in der Fachzeitschrift Deutsche Baumschule, Nr. 09/2011, erschienen.  Wir danken der Redaktion Deutsche Baumschule für ihre Zustimmung zur  Veröffentlichung im "Infodienst Weihenstephan".