Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences

Rosenwaldmeister - Phuopsis stylosa

Herkunft und Botanik

  • Allgemeines: die Gattung Phuopsis aus der Familie der Rubiaceae (Krappgewächse) zeigt viel Ähnlichkeit mit dem echten Waldmeister Galium odoratum.
  • Verbreitung: Kaukasusländer, Küsten des Kaspischen Meeres bis Nordiran, dort auf verbuschten Sanddünen, an trockenen Heckensäumen und Waldrändern.

Eigenschaften und Anforderungen

  • liebt volle Sonne bis lichten Schatten, in dunkleren Schattenpartien lückig
  • an Wärme und Trockenheit angepasst; luxuriert an frischen bis feuchten Plätzen
  • mäßige Frosthärte, friert in schneelosen Wintern zurück oder verfault bei stauender Nässe
  • mäßig trittempfindlich
  • besiedelt bevorzugt durchlässige, lehmig-sandige Substrate, in schweren Lehmen nicht frohwüchsig
  • Bodenreaktion neutral bis stark alkalisch, niedrige pH-Werte führen zu Chlorosen, geringfügig salzverträglich
  • kommt mit Klimawandel und Stadtklima bestens zurecht

Phuopsis stylosa 'Purpurea' - Rosenwaldmeister
Phuopsis stylosa 'Purpurea'

Wuchs

  • kann ausgedehnte Flächen besiedeln, wirkt aber nicht allzu gleichmäßig
  • oft leicht unterschiedliche Höhen, meist um 20–30 cm
  • hoher Deckungsgrad durch zahllose und dicht beblätterte Triebe, bei Bodenkontakt bewurzelnd
  • mitunter stark wuchernd, dabei schwachwüchsige Partner erstickend

Blatt

  • die dünnen, fadenförmigen Triebe und die quirlig angeordneten, in Etagen stehenden, lanzettlichen, winter- bis immergrünen Blätter fühlen sich rau und kratzig an
  • Bei feuchtem Wetter oder nach der Schneeschmelze entwickelt sich ein herb-aromatischer, tierischer Geruch (Cumarin), manchmal riecht man die Pflanze bevor man sie sieht.

Blüte

  • in runden doldenähnlichen Blütenköpfen
  • viele kleine hellrosa getönte, sternförmige Einzelblüten mit weit aus der Blüte herausragenden zarten Griffeln
  • ab Anfang Juni bis Juli mit gelegentlicher Nachblüte bis August
  • leichter, angenehmer Duft.

Verwendung

  • 5-9 Stück/m²
  • im Vordergrund zu höher werdenden Staudenrabatten
  • Begleitpflanze zu Beetrosen, locker überhängend auf Mauerkronen oder auch als großflächiger Bodendecker vor und zwischen transparenten Gehölzen
  • schön in Kombinationen mit gleichzeitig blühenden Geranium-Formen, z.B. Geranium x magnificum.

Pflanzenmanagement

  • im Vorfrühling ist ein Rückschnitt erforderlich, um gleichmäßig aussehende Flächen zu erzielen und um erfrorene bzw. verfaulte Triebe zu entfernen
  • nach der ersten Vollblüte etwa Ende Juni empfiehlt sich ein kompletter Rückschnitt; dadurch entwickelt sich eine Nachblüte im September.
  • Zur Bodenvorbereitung: in abgemagerten, durchlässigen Böden weniger aggressiv als in guten Gartenböden.

Sortiment

  • bei der Selektion 'Purpurea' – siehe Abbildung – sind die Blütenköpfe auffällig dunkler rosa gefärbt
  • Sämlingspflanzen zeigen wieder das fahlere Hellrosa der Wildform;
  • 'Purpurglut' tendiert zu Karminrosa, üppiger Blüher.

Infodienst Weihenstephan - Juni 2013

Bodendecker im Portrait

Verfasser

Prof. Dr. Peter Kiermeier

Hinweis

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema "Bodendecker im Portrait" Er ist zuerst in der Fachzeitschrift Deutsche Baumschule, Nr. 12/2010, erschienen.  Wir danken der Redaktion Deutsche Baumschule für ihre Zustimmung zur  Veröffentlichung im "Infodienst Weihenstephan".