Kriechender Günsel - Ajuga reptans

Herkunft und Botanik

  • Ajuga reptans
  • Deutscher Name: Kriechender Günsel
  • Geselligkeitsstufe: 3-4
  • Allgemeines: die Gattung der Günsel gehört zu den Lamiaceae/Labiatae (Lippenblütlern) und zählt über 40 Arten. Es sind teils einjährige Kräuter und teils Stauden, die in den gemäßigten Zonen vorkommen
  • Verbreitung: der Günsel ist heute ein Kosmopolit geworden; ursprünglich in Europa, Vorderasien und Nordafrika zuhause, ist die Art heute in Asien und Nordamerika verwildert. Sie siedelt sich meist in Wäldern, in Gebüschen und in feuchten Wiesen an

Eigenschaften und Anforderungen

  • am besten sind licht beschattete Plätze
  • liebt kühle Lagen mit gleichmäßiger Boden- und Luftfeuchtigkeit
  • gut frosthart
  • gerne wächst der Günsel auf frischen bis feuchten und vor allem in nährstoffreichen Böden mit schwach saurer, neutraler oder schwach alkalischer Bodenreaktion
  • die Substrate sollten humos, durchlässig und sandig-lehmig oder lehmig sein
  • im ausgeprägten Stadtklima nicht frohwüchsig
  • trittempfindlich
Ajuga reptans
Ajuga reptans

Wuchs

  • aus grundständigen, undeutlich ausgeprägten Blattrosetten bildet sich unmittelbar über dem Boden ein dichtes Geflecht von 20-30 cm langen Absenkern
  • die Rosetten vereinen sich mitunter sehr rasch, fast explosionsartig kurzfristig zu dichten Matten, die sich allmählich wieder auflösen
  • aus den flachen Teppichen streben zahllose, dicht beblätterte und dicht mit Blüten besetzte Triebe
  • die niedrigen Blattflächen werden etwa 10 cm hoch, die Blütenstände 20, selten 30 cm

Blatt

  • die meist wintergrünen, ovalen, nach oben löffelförmig gewölbten Blätter zeigen in der Natur  unterschiedliche Färbungen
  • das Kolorit schwankt zwischen matt- oder dunkelgrün, bräunlich oder bronzerot, manchmal sogar auffallend glänzend
  • die Blattlänge variiert zwischen 4-6, auch 8 cm

Blüte

  • an den ährigen Blütenständen sitzen zwischen den oft gefärbten Hochblättern etagenförmig angeordnet kleine blaue, lilafarbene oder auch rosa getönte Blüten
  • Hauptblütezeit Ende April, Anfang Mai
  • ein spärliches Nachblühen zeigt sich im Sommer

Verwendung

  • Ajuga reptans ist ein schwieriger Bodendecker
  • die Matten sind nicht kampfkräftig genug, um Standortkonkurrenten zu unterdrücken, aber mit Zähigkeit wandert der Günsel gerne in gut gedüngte und gewässerte Rasenflächen ein und lässt sich von dort kaum mehr vertreiben
  • deshalb sollte er nie in Flächen gepflanzt werden, die an wohlgepflegte Rasenteppiche angrenzen
  • gut als Unterpflanzung zu Feuchtigkeit liebenden, gelb blühenden Ziersträuchern oder gelben Stauden
  • hübsch in Blumenwiesen oder in flächigen Mischpflanzungen
  • problematisch ist die Wanderfreudigkeit der Art, die selten ortsfest bleibt, und die Lückenhaftigkeit älterer Bestände, die sich in Gruppen von Einzelpflanzen auflösen
  • Pflanzdichte 9-12 (16) Stück m²

Pflanzenmanagement

  • ein Abmähen nach der Blüte vermindert den Samenansatz und das Auflaufen lästiger Sämlinge. Dies ist vor allem wichtig bei abweichend gefärbten Sorten
  • Hitze und Trockenheit verursachen Mehltau oder ein Fäule (Sclerotium rolfsii), deshalb sollte eine sorgfältige Standortwahl getroffen werden
  • bei anhaltender Trockenheit wässern
  • Ajuga verlangt regelmäßige Düngung, damit keine Lücken entstehen

Sortiment

Es gibt ca. 40 Sorten mit unterschiedlichen Blatt- und Blütenfarben.
'Atropurpurea': altbekannte Sorte mit metallisch glänzenden schwarzroten Blättern und dunkelblauen Blütenähren. Sehr wüchsig, vor allem in milden Wintern eine prächtige Erscheinung.

Infodienst Weihenstephan - Dezember 2013 | Januar 2014

Bodendecker im Portrait

Verfasser

Prof. Dr. Peter Kiermeier

Hinweis

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema "Bodendecker im Portrait" Er ist zuerst in der Fachzeitschrift Deutsche Baumschule, Nr. 06/2012, erschienen.  Wir danken der Redaktion Deutsche Baumschule für ihre Zustimmung zur  Veröffentlichung im "Infodienst Weihenstephan".