• Laufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2029

Borkenkäferkalamitäten und Waldbrände im bayerischen Bergwald: Risikoanalyse und Management im Wandel (BoWabB)

Das bei der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) angesiedelte Projekt erforscht, wie häufig, in welchem Ausmaß und wo mit in ihrer Ausprägung neuartigen Schadereignissen im bayerischen Bergwald zukünftig gerechnet werden muss. Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) unterstützt das Projekt mit seiner Expertise. Alle Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektseite der LWF.

Eineinhalb Jahre nach dem Bodenfeuer vom 01.12.2017 am Graseck bei Kochel (ca. 1140 m) sind die Kiefern stark in ihrer Vitalität geschwächt, das Pfeifengras hat profitiert © Jörg Ewald
Kahlflächen nach Borkenkäferbefall im Tiroler Gailtal oberhalb von Obertilliach (ca. 1600 m), nur junge Fichtenbestände blieben verschont © Jörg Ewald

Motivation und Hintergrund

Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher verursachen in Bayern seit Jahrzehnten die größten Schadholzmengen. Im Klimawandel können sie sich noch schneller vermehren und auch in bisher ungeahnte Höhen vorstoßen: In der Vergangenheit spielten Waldschäden durch Borkenkäfer in Bayerns Bergwäldern nur eine kleine Rolle. Das Klima war den Käfern schlichtweg zu kalt. Das hat sich in den letzten Jahren frappierend geändert, wie die Waldschäden in Südtirol, Osttirol und Kärnten zeigen. Expert:innen erwarten, dass sich der Klimawandel in den kommenden Dekaden im Alpenraum besonders intensiv auswirken wird. Die Zunahme von Schäden durch Borkenkäfer, aber auch Waldbränden ist daher sehr wahrscheinlich. Größere Massenvermehrungen von Buchdruckern in Höhenlagen gab es in den letzten Jahren in den Südalpen bereits vermehrt. Auch Waldbrände sind dort bereits häufiger. 

Zielsetzungen für Bayern

Wie sich die Situation auf der Alpennordseite unterscheidet, wird jetzt in einem Forschungsprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus untersucht. Dort wird erforscht, wie häufig, in welchem Ausmaß und wo mit solchen – in ihrer Ausprägung – neuartigen Schadereignissen im bayerischen Bergwald zukünftig gerechnet werden muss. Der Brand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding hat in diesem Frühjahr einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, dass es auch im bayerischen Bergwald zu größeren Bränden kommen kann. Daher werden auch Maßnahmen zusammengetragen, mit denen die Gefährdung von Bränden und Borkenkäferkalamitäten reduziert werden können.

Forschungskooperation

Drei Partner arbeiten zusammen: Während die Abteilung Waldschutz der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) den Fokus auf die Borkenkäferthematik legt, nimmt Prof. Seidl vom Lehrstuhl für Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften (TUM) die Häufigkeit von und den Umgang mit Waldbränden ins Visier. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) unterstützt das Projekt mit der am Institut für Ökologie und Landschaft (IÖL) angesiedelten Professur für Botanik, Vegetationskunde und Gebirgsökosysteme unter Leitung von Prof. Dr. Jörg Ewald. An der HSWT wurden im Rahmen des INTERREG-Projektes WINALP21 bereits wichtige Grundlagen für die Beurteilung der zukünftigen Waldentwicklung im bayerischen Alpenraum erarbeitet.

Projektauftakt

Beim Projektauftakt im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan wurde intensiv diskutiert, wie sich die komplexe Ausgangslage in den bayerischen Alpen sinnvoll im Projekt abbilden lässt. Im Fokus soll beides stehen:
•    herausfinden, wo es in Zukunft besonders heikel wird,
•    aufzeigen, welche Lösungsansätze sich präventiv umsetzen lassen

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