Langfristige Entwicklung der Treibhausgasminderung, Ertragsleistung und Biodiversität von Paludikulturen (PaluTEB)
Ziel der Studie ist es, das langfristige Potenzial unterschiedlicher Paludikulturpflanzen zu Treibhausgas-(THG)-Minderung, Kohlenstoffbindung, nachhaltiger Biomasseproduktion und Förderung der Biodiversität zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen mit den Daten aus der Etablierungsphase verglichen werden, um erstmals belastbare Aussagen zur ökologischen und ökonomischen Tragfähigkeit von Paludikulturen über die gesamte Laufzeit des Bayerischen Moorbauernprogramms „M16“ zu ermöglichen.
Paludikulturen sind auf eine Nutzung >10 Jahre ausgelegt, doch belastbare Langzeitdaten zu ihrem THG-Minderungspotenzial, ihrer Ertragsstabilität und Biodiversitätswirkung fehlen bislang. Bisherige Studien beschränken sich meist auf ≤5 Jahre nach Etablierung. Derzeitige Untersuchungen weisen auf ein sehr hohes THG-Minderungspotenzial von bis zu ca. 52,4 t CO2äq ha⁻1 a⁻1 hin (bei Umwandlung von Acker in Paludikultur), jedoch ist unklar, ob diese Einbindung langfristig Bestand hat. Auch zur langfristigen Ertragsstabilität bestehen große Unsicherheiten, da der Nährstoffaustrag zur Aushagerung führen kann und Düngung derzeit nicht zulässig ist. Obwohl bisherige Studien hohe Biodiversitätspotenziale erkennen, bleibt eine abschließende Bewertung offen, da viele Arten isolierte Agrarlebensräume nur langsam besiedeln.
Zur Abschätzung der langfristigen THG-Minderungspotentiale werden im Freisinger Moos und in Langenmosen manuelle Spurengasmessungen in den Jahren 2026 und 2027 durchgeführt und mittels empirischer Modelle Jahresbilanzen erstellt. Parallel dazu finden jährliche, standardisierte Ertragsmessungen in allen Paludikulturvarianten statt. Die langfristige Entwicklung der floristischen und faunistischen Biodiversität in verschiedenen Paludikulturvarianten erfolgt in den Jahren 2026 und 2027 methodenstandardisiert für die Indikatorgruppen Avifauna, Heuschrecken und Libellen sowie mittels Vegetationsaufnahmen nach der LONDO-Skala.
Teilziele
- Messung und Quantifizierung der THG-Emissionen und der potentiellen Kohlenstoffbindung verschiedener Paludikulturpflanzen unter unterschiedlichen Managementintensitäten an zwei Standorten in Bayern mit einer Bewirtschaftungshistorie von 9 bzw. 10 Jahren.
- Systematische Untersuchung der langfristigen Ertragsleistung (9.-13. Standjahr) unterschiedlicher Paludikulturpflanzen in Abhängigkeit von variierenden Managementstrategien und standortspezifischen Nährstoffbedingungen.
- Analyse der langfristigen Entwicklung der faunistischen und floristischen Biodiversität von unterschiedlich intensiv genutzten Paludikulturen.
- Validierung der gewonnenen Ergebnisse im Vergleich mit Untersuchungen aus der Etablierungsphase.