• Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028
  • Schwerpunkt: Weitere Forschungsfelder

Verbesserung der Umweltwirkung (NH3, P2O5) in der Masthühnerhaltung (MastOpti(M)Um)

Die TA Luft gibt maximale Ausscheidungswerte für Stickstoff (N) und Phosphor (P) von Masthühnern vor. In diesem Forschungsvorhaben soll an zwei Standorten gezeigt werden, wie durch angepasste Fütterungsverfahren negative Umweltwirkungen der ökologischen und konventionellen Masthühnerhaltung reduziert werden können. Dabei soll neben den biologischen Leistungen die quantitative Messung von NH3-Emissionen sowie die Erfassung des N- und P-Ansatzes häufig eingesetzter Masthühnerherkünfte erfolgen.

Durch die Kooperation verschiedener Institutionen, die über entsprechendes Fachwissen im Bereich Geflügel verfügen, kann Expertenwissen gebündelt und können die hier dargestellten Ziele effizient erreicht werden. Darüber hinaus sind die beteiligten Projektpartner in der Geflügelbranche bestens vernetzt, sodass der Wissenstransfer über die gesamte Bundesrepublik gewährleistet ist. 

Projektseite bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Arbeitspakete (AP) des Forschungsvorhabens

AP1: Allgemeine Projektkoordination

Durch die Kooperation verschiedener Institutionen aus Deutschland mit entsprechendem Expertenwissen werden die Versuche konzipiert, die Ergebnisse gebündelt und für die Praxis aufbereitet. Dadurch wird gewährleistet, dass die Untersuchungen praxisnah konzipiert werden und die generierten Ergebnisse rasch den Weg in die landwirtschaftliche Praxis finden.

AP2: Ökologische Masthühnerhaltung

Der Anteil von ökologisch im Vergleich zu konventionell gehaltenen Masthühnern stieg in Deutschland in den letzten Jahren stark an. Die eingesetzten langsamer wachsenden Mastlinien zeichnen sich durch einen geringeren Nährstoffbedarf aus. Allerdings liegen für diese Herkünfte bisher keine genauen Empfehlungen zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung vor. In der ökologischen Rationsgestaltung ist der Einsatz freier Aminosäuren sowie der von Phytasen nicht erlaubt. Infolgedessen sind die für die konventionelle Masthühnerhaltung nach DLG-Merkblatt 457 (2023) empfohlenen N-/P-reduzierten Fütterungsverfahren in der ökologischen Masthühnerhaltung nicht umzusetzen.

Bei Vorliegen von Empfehlungen für die ökologische Masthühnerhaltung in Bezug auf die N-Gehalte im Futter könnten die N-Ausscheidungen und die daraus resultierenden NH3-Emissionen auch bei dieser Haltungsform nachhaltig verringert werden. Ziel dieses Arbeitspaktes ist es zu evaluieren, ob die N-Gehalte in Futtermischungen für langsam wachsende Masthühner unter ökologischer Rationsgestaltung reduziert werden können, ohne das Wachstum der Tiere negativ zu beeinflussen. Somit steht die N-Versorgung und folglich deren Ausscheidung im Vordergrund, da eine P-Absenkung entgegen der konventionellen Masthühnerhaltung ohne den Einsatz von Phytasen nicht möglich ist.

Folgende Varianten sollen in drei Phasen an langsam wachsende Masthühner verfüttert werden:

  1. Alternative Fütterung nach DLG (2023)
  2. wie 1) mit N-Absenkung in Phase 3
  3. wie 1) mit N-Absenkung in Phase 2 und 3
  4. wie 1) mit N-Absenkung in Phase 1 bis 3

Die Untersuchung soll zeitgleich an den Standorten Kitzingen und Haus Düsse durchgeführt werden. Zu erheben sind folgende Daten:

  • Mastendgewicht,
  • tägliche Gewichtszunahme und Futterverbrauch,
  • Futteraufwand,
  • Teilstückgewichte nach Schlachtung und
  • Merkmale der Fussballengesundheit.

AP3: Konventionelle Masthühnerhaltung

Im DLG-Merkblatt 457 (2023) werden N-/P-reduzierte und stark N-/P-reduzierte Fütterungsverfahren für die konventionelle Masthühnerhaltung definiert. Dennoch gibt es in der Praxis Vorbehalte gegenüber diesen Empfehlungen. Ein bedarfsgerechter P-Gehalt des Futters ist wichtig, um die Knochengesundheit und das Tierwohl zu gewährleisten. Der Gehalt an P im Futter von konventionell gemästeten Hühnern kann unter Einsatz von Phytase deutlich reduziert und damit die P-Ausscheidung der Tiere minimiert werden. Der Einsatz von Phytase ist in der Praxis etabliert, hinsichtlich des Einsatzes von Rationen mit verringertem P-Gehalt bestehen jedoch Vorbehalte. Folglich werden Masthühnerrationen mit mineralischem P ergänzt. Dieser stammt überwiegend aus endlichen Lagerstätten in Afrika, China, dem Nahen Osten und Russland. 

Um die Masthühnerhaltung nachhaltiger und unabhängiger von Futtermittelimporten zu machen, ist eine Reduzierung des eingesetzten mineralischen P erstrebenswert. Ziel dieses Arbeitspakets ist es zu evaluieren, ob die definierten Fütterungsempfehlungen zur N-/P-Reduktion der DLG (2023) umzusetzen sind, ohne die Leistung und Indikatoren der Tiergesundheit negativ zu beeinflussen. Es soll zudem überprüft werden, in welchem Ausmaß auf mineralischen P in der Masthühnerfütterung verzichtet werden kann. 

Folgende Varianten sollen in vier Phasen an schnell-wachsende Masthühner verfüttert werden:

  1. N-/P-reduziert nach DLG (2023)
  2. Stark N-/P-reduziert nach DLG (2023)
  3. wie 2) ohne Zusatz von mineralischem P in der Endmast
  4. wie 2) ohne Zusatz von mineralischem P in Mittel- und Endmast

Es sollen identische Futtermischungen an den Standorten Kitzingen und Haus Düsse eingesetzt werden. Zu erheben sind die gleichen Daten wie in AP2, zusätzlich Merkmale der Knochengesundheit nach der Schlachtung.

AP4: Ganzkörperanalysen

Von besonderer Bedeutung für eine möglichst korrekte Abschätzung und folglich Kalkulation der N-/P-Ausscheidungen aus der Masthühnerhaltung ist die Kenntnis des N- und P-Ansatzes im Tier. Für schnell wachsende Herkünfte liegen Daten vor, die aufgrund des Zuchtfortschritts womöglich nicht mehr aktuell sind. Für den N- und P-Ansatz langsam wachsender Herkünfte liegen kaum Daten vor. Von ausgewählten Masthühnern aus AP2 und AP3 sollen Ganzkörperanalysen zur Ermittlung des N-/P-Ansatzes durchgeführt werden. Die Analysen werden an der Universität Göttingen durchgeführt, da hier die Voraussetzungen zur korrekten Durchführung der Ganzkörperanalysen gegeben sind.

AP5: Emissionsmessungen

Mit der Fütterung von N-reduzierten Rationen steht eine kostengünstige Möglichkeit zur Reduzierung der NH3-Emissionen zur Verfügung. Die NH3-Freisetzung im Stall soll an beiden Standorten (Kitzingen und Haus Düsse) unter standardisierten Bedingungen erhoben werden, um zu evaluieren, ob die veränderten Umweltbedingungen (Stall, Klima, etc.) unter identischer Rationsgestaltung unterschiedliche Effekte hinsichtlich der tierischen Leistung und Umweltwirkung zeigen. Die Innovation des Projekts liegt vor allem in der messtechnischen Erfassung und Bewertung. Bislang werden NH3-Emissionen in zwangsbelüfteten Ställen über die Konzentration der Stallluft in Verbindung mit dem abgeführten Volumenstrom betrachtet. In diesem Projekt sollen zur Bewertung Messhauben im Bereich der Mistmatratze eingesetzt werden.

Projektleitung HSWT

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