Entwicklung eines neues Verfahrens für den Abbau von Spurenstoffen durch die Kombination chemisch-physikalischer und biologischer Abbauprozesse in der vierten Reinigungsstufe von Kläranlagen (BioTraceS)
Ein steigender Verbrauch von Medikamenten führt zu einer zunehmenden Freisetzung pharmazeutischer Spurenstoffe. Zusammen mit anderen Mikroschadstoffen reichern sich diese im Trinkwasser und in natürlichen Gewässern an, sodass auf lange Sicht negative Folgen für den Menschen und die gesamte Biosphäre zu erwarten sind. Konventionelle Kläranlagen sind nicht in der Lage, derartige Spurenstoffe vollständig abzubauen. Geeignete Verfahren in der vierten Reinigungsstufe (z.B. Ozonierung, Aktivkohlefiltration) sind mit sehr hohen Energie- und Investitionskosten, hohem Ressourcenbedarf, kontaminierten Reststoffen oder hohem C02-Ausstoß behaftet.
Zielsetzung des Projekts
Ziel ist die Entwicklung eines neuen Verfahrens für den Abbau von Spurenstoffen mit hohen Abbauraten und Abbaugraden bis zu 95 Prozent bei gleichzeitig reduzierten Investitions-, Energie- und Betriebskosten sowie gesteigerter Nachhaltigkeit. Der Ansatz besteht in der gezielten Kombination einer chemisch-physikalischen Vorbehandlung mittels UV-Photolyse sowie eines darauffolgenden biologischen Abbaus in einem Biorieselbettreaktor. Zur Anpassung an verschiedene Einsatzbedingungen sollen die neuen UV-Module modular, regulierbar und skalierbar aufgebaut werden.