Erweitertes Management von Saatkrähen zur Verhinderung landwirtschaftlicher Schäden
Im Rahmen des Forschungsprojektes soll die Wirksamkeit von letaler Einzelentnahme von Saatkrähen als Managementmaßnahme im Vergleich zu nicht-letaler Vergrämung untersucht werden. Es sollen dabei verschiedene Vergrämungsmaßnahmen hinsichtlich der Wirksamkeit, aber auch wirtschaftlicher Aspekte der letalen Einzelentnahme gegenübergestellt werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll dabei nicht nur an der Abwesenheit von Saatkrähen und dem geschätzten verursachten Schaden gemessen, sondern anhand der fehlenden Biomasse seitens des Ertrages abgeschätzt werden. Im Vorläuferprojekt Raumnutzung von Saatkrähen in Bayern wurde bereits ein wirksames Saatkrähenmanagement initiiert, das verschiedene Möglichkeiten zur Prävention landwirtschaftlicher Schäden untersuchte.
Forschungsstand und Forschungsfrage
Die Saatkrähenbestände in Bayern nehmen seit den 70er Jahren konstant zu und damit auch die Medienrelevanz. Vor allem die damit verbundene Schadensproblematik sorgt für vermehrt negative Stimmung. Dabei konnte in Bayern festgestellt werden, dass Schäden in der Landwirtschaft vor allem regional auftreten und kein landesweites Problem darstellen. So konnte im Projekt zum „Management von Saatkrähen in Bayern“ aufgezeigt werden, dass die Schadenshäufigkeit sehr stark zwischen den Jahren schwankt und stark witterungsabhängig ist. Die meiste Schäden in Bayern werden von Saatkrähen an Maiskulturen verursacht.
Die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Vergrämung wurde in den meisten Schriften nur anekdotisch beschrieben. Eine genaue Aufschlüsselung der Wirksamkeit einzelner Maßnahmen existiert bislang nur auf Annahmen aus anekdotischen Beschreibungen, jedoch gibt es bislang keine aussagekräftigen Studien zum Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Im Projekt sollen nun einzelne nicht-letale wie auch letale Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, indem die Felder nach der Einsaat mit Vergrämungsmitteln ausgestattet werden oder durch letale Einzelentnahmen Saatkrähen vertrieben werden. Aus der Anzahl anwesender oder abstinenter Saatkrähen soll die Wirksamkeit der Maßnahme ermittelt werden. Um eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellen zu können, werden die Flächen hinsichtlich fehlender aufgegangener Pflanzen und reduzierter Biomasse im Vergleich zu ungeschädigten vergleichbaren Flächen erfasst.
Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen sollen die Wirksamkeit letaler Einzelentnahmen im Vergleich zu milderen letalen Vergrämvarianten darlegen. Daraus abgeleitet soll ein Portfolio an Möglichkeiten zur Vergrämung und deren Kosten und Wirksamkeiten aufzeigt werden.
Konkretes Ziel des Projekts
Die lokalen Probleme mit Schäden durch Saatkrähenkolonien nehmen in Bayern zu. Gegenmaßnahmen gegen die Schäden werden von einzelnen Landwirten getroffen, jedoch kommt es dennoch zu vereinzelten Totalausfällen. Im Gefährdungszeitraum (Aussaat bis Vegetationshöhe von 10 cm) sollen verschiedene Vergrämungsmaßnahmen evaluiert werden und auf deren Kosten-Nutzen Verhältnis bewertet werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Einsatz letaler Einzelentnahme. Untersucht werden soll dabei, inwiefern die Maßnahme „letale Einzelentnahme“ ein angemessenes Mittel zur Vergrämung darstellt.
Publikationen
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Medienbeiträge