Regenerative living labs to improve soil ecosystem functions by adapting agricultural land use with livestock integration (GroundWork)
Eine nachhaltige regenerative Tierhaltung befasst sich mit den im Folgenden genannten Problemen. Die Verbesserung der bisher überwiegenden intensiven Tierhaltung spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Verschlechterung der Bodengesundheit. Die regenerative Landwirtschaft birgt ein enormes Potenzial, da sie darauf abzielt, das Gleichgewicht des Ökosystems durch eine Neudefinition der Rolle der Tiere in den Nahrungsmittelsystemen wiederherzustellen. Diese Ansätze sollen mithilfe von Living Labs (LLs) im Rahmen dieses mit rund einer halben Million Euro geförderten EU-Projekts weiter erforscht werden.
Hintergrund
Böden sind die Grundlage unserer Gesundheit und unseres Wohlstands, denn 95 % unserer Nahrungsmittel stammen aus diesem unterirdischen Ökosystem. Dennoch sind 60 bis 70 % der Böden in der EU degradiert, eine Situation, die durch nicht nachhaltige Bewirtschaftungspraktiken und die Auswirkungen des Klimawandels noch verschärft wird und jährlich Verluste in Höhe von 50 Milliarden Euro aufgrund von Bodendegradation verursacht. Die EU-Bodenstrategie für 2030 enthält eine mutige Vision, um sicherzustellen, dass alle Bodenökosysteme in der EU bis 2050 gesund sind. Die Bedeutung gesunder Böden wurde auch in vielen weiteren EU-Strategien hervorgehoben, darunter die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“, die EU-Biodiversitätsstrategie, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, der Aktionsplan für Null-Verschmutzung und die EU-Stelle für Bodenbeobachtung (EUSO).
Intensive Tierhaltung im Fokus
Mit den massiven Problemen der Bodengesundheit verbunden ist die intensive Tierhaltung als einer der Hauptfaktoren für die Bodendegradation, die Nährstoffverarmung, die zunehmende Erosion und die Störung von Ökosystemen, die für die langfristige Nachhaltigkeit der Landwirtschaft unerlässlich sind. Laut dem EU-Bericht über die Zukunft der EU-Tierhaltung hat die Tierproduktion in der EU erhebliche wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen, trägt 170 Milliarden Euro bei und unterstützt die regionale Wirtschaft und Landschaft.
Sie birgt jedoch auch Umweltrisiken, darunter Treibhausgasemissionen und Wasserverschmutzung, insbesondere in intensiven Landwirtschaftssystemen. Die Viehzucht war für 81 bis 86 % der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich, was zu Bemühungen zur Emissionsminderung durch verbessertes Herdenmanagement, Gülleverwertung und Fütterungspraktiken sowie zu politischen Maßnahmen wie der Nitratrichtlinie führte. Zwar kann die Viehzucht tatsächlich die biologische Vielfalt und den Kohlenstoffgehalt des Bodens verbessern, doch werden diese Vorteile durch intensive Landwirtschaftspraktiken und Landnutzungsänderungen geschmälert. Überweidung, übermäßiger Einsatz von Gülle und unsachgemäße Abfallentsorgung verschärfen Probleme der Bodengesundheit und tragen zum Nährstoffabfluss und zur Verschmutzung bei. Die industrialisierte Viehzucht ist eine wichtige Quelle für Ammoniakemissionen, die zu Eutrophierung und weiterer Umweltzerstörung führen. Darüber hinaus kann eine unsachgemäße Entsorgung von Tierabfällen zur Verbreitung von Krankheitserregern im Boden führen und Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier mit sich bringen.
Zielsetzungen für die Zukunft
Um die Nachhaltigkeit zu verbessern, müssen Tierhaltungssysteme effizienter werden, umweltfreundlichere Betriebsmittel einsetzen und zu kreislauforientierten, integrierten Landwirtschaftskonzepten weiterentwickelt werden, die die Bodengesundheit, die Ökosystemleistungen und die Ressourcensicherheit verbessern. Eine systemische Umgestaltung der Landwirtschaft, unterstützt durch politische Maßnahmen und Innovationen, ist unerlässlich, um den gesellschaftlichen und ökologischen Erwartungen gerecht zu werden und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit zu verbessern und die Umweltauswirkungen zu verringern. Anstatt einfach nur die Tierproduktion zu reduzieren, was die Auswirkungen möglicherweise nur an andere Orte verlagert, ist ein systemischer Ansatz erforderlich, um Umwelt- und Ernährungsziele in Einklang zu bringen, Praktiken an unterschiedliche landwirtschaftliche Kontexte anzupassen und den sozialen Nettonutzen der Tierhaltung zu steigern, während gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors erhalten bleibt.
Ansatz: Nachhaltige regenerative Tierhaltung
Eine nachhaltige regenerative Tierhaltung befasst sich mit den oben genannten Problemen und spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Verschlechterung der Bodengesundheit. Die regenerative Landwirtschaft birgt ein enormes Potenzial, da sie darauf abzielt, das Gleichgewicht des Ökosystems durch eine Neudefinition der Rolle der Tiere in den Nahrungsmittelsystemen wiederherzustellen. Anstatt sich ausschließlich auf die Produktion zu konzentrieren, integriert dieser Ansatz Tiere in das Agrarökosystem und stellt die Bodengesundheit sowie die Funktionen und Leistungen des Ökosystems wieder her, darunter Bestäubung, Wasserfilterung und Nährstoffkreislauf.
Darüber hinaus verbessert die nachhaltige regenerative Tierhaltung die Kohlenstoffbindung im Boden, erhöht den Gehalt an organischer Substanz im Boden und erhöht die Wasserverfügbarkeit. Sie fördert auch die biologische Vielfalt, verringert die Bodenerosion und verbessert die Qualität von Weideland/Futterpflanzen und die Bodenfruchtbarkeit durch natürliche Düngung. Aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht kann regenerative Weidewirtschaft die Kosten senken, indem sie den Bedarf an synthetischen Inputs minimiert und gleichzeitig die ländliche Entwicklung durch die Schaffung von Arbeitsplätzen fördert und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden durch die Unterstützung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken stärkt.
Forschungslücke
Dennoch ist das Minderungspotenzial der regenerativen Tierhaltung in einem diversifizierten Kontext noch nicht klar verstanden, da es in diesem Forschungsbereich an Wissen, Erfahrung und Ressourcen mangelt. Nur ein besseres Verständnis dieses Potenzials kann als Leitfaden für die Gestaltung politischer Maßnahmen dienen und zu einer breiten Anwendung führen. Als Antwort darauf wurden Living Labs (LLs) als vielversprechender Ansatz für die kollaborative, multidisziplinäre Agrar- und Viehzuchtforschung identifiziert, der dieses Verständnis, die Anwendung und die Messung der Wirksamkeit regenerativer Viehhaltungspraktiken erleichtern wird.