CommuniTree Freising: Partizipative urbane Wälder als grüne Inseln und ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft (CommuniTree)
CommuniTree Freising ist ein Forschungs- und Transferprojekt. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Verein Rekultivistas e.V. und die Stadt Freising arbeiten gemeinsam daran, wie Städte in kurzer Zeit sichtbare, artenreiche und dauerhaft entsiegelte Grünstrukturen entwickeln können. Der Ansatz verbindet konkrete Umsetzung im Stadtraum mit wissenschaftlicher Begleitung: Maßnahmen werden nicht nur umgesetzt, sondern systematisch dokumentiert, ausgewertet und in übertragbare Empfehlungen übersetzt.
Hintergrund
Viele Städte stehen vor großen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und abnehmender Lebensqualität. Gerade in Städten mittlerer Größe fehlen häufig Ressourcen und Routinen, um Transformationsprozesse konsequent voranzutreiben. Gleichzeitig bieten Mittel- und Kleinstädte besondere Chancen: Durch bessere Übersichtlichkeit und schlankere Verwaltungsstrukturen können Veränderungen oft schneller initiiert und umgesetzt werden. CommuniTree setzt genau hier an und vereint soziale Forschung und innovative Partizipationsformate, um gemeinsam mit Bürgern multifunktionalen urbanen Wald zu erfassen und zu erweitern. Urbaner Wald wird dabei als gesamte baumbasierte grüne Infrastruktur der Stadt verstanden, vom Einzelbaum bis zum Stadtwald.
Umsetzung
Die Umsetzung folgt einer klaren Projektlogik: Beteiligung, Netzwerkaufbau, sichtbare Maßnahmen und wissenschaftliche Auswertung greifen ineinander.
In der ersten Projektphase wurde eine innerstädtische Fläche am Wörth gemeinsam mit Anwohnern in Werkstatt- und Gestaltungsformaten entwickelt, anschließend entsiegelt und klimaresilient begrünt. Damit ist ein konkreter Ort entstanden, der zeigt, wie Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft koordiniert handeln können. Gleichzeitig wurde ein belastbares Netzwerk mit Akteuren aus Stadt, Stadtgrün, Hochschule, Verein und Stadtgesellschaft aufgebaut, das weitere Maßnahmen ermöglicht und beschleunigt.
Ein zentrales Projektziel ist es, nicht bei einer einzelnen Fläche stehen zu bleiben, sondern den Prozess skalierbar zu machen. Dazu werden Potenzialflächen in enger Kooperation mit der Stadt identifiziert und anhand transparenter Kriterien bewertet. Die Idee, Flächen systematisch zu erschließen und mit einem nachvollziehbaren Bewertungsrahmen zu verknüpfen, findet damit in der Praxis ihre Umsetzung: als kooperativer, kommunal anschlussfähiger Prozess, der reale Umsetzungen ermöglicht und vergleichbar dokumentiert wird.
In der zweiten Projektphase werden gemeinsam mit der Stadt weitere Potenzialflächen geprüft und die ursprüngliche Idee eines Tiny Forest als Miniwald wieder aufgegriffen, um den urbanen Wald in der Stadt sichtbar zu erweitern. Die Umsetzung wird gezielt mit der Lehre an der Hochschule verzahnt: Studierende planen und realisieren die nächsten Schritte im Rahmen des Partizipationsmoduls und leisten damit einen zentralen Beitrag zum Transfer. Rekultivistas e.V. stärkt parallel die Verankerung in der Stadtgesellschaft durch Öffentlichkeitsarbeit, Mobilisierung, Patenschaften und Mitmachformate rund um Aktionen im Stadtraum. Auf diese Weise verbindet das Projekt wissenschaftliche Validierung mit konkreter Stadtentwicklung und langfristiger gemeinschaftlicher Verantwortung.
Ziel
Monitoring, Interviews und die Auswertung der Beteiligungsformate schaffen eine belastbare Grundlage dafür, welche Instrumente in der Praxis funktionieren, wie Akzeptanz entsteht, welche Hemmnisse auftreten und welche Rahmenbedingungen Kommunen benötigen, um mehr Stadtgrün umzusetzen. Die Ergebnisse fließen in einen praxisnahen Leitfaden und den Abschlussbericht ein. So wird aus den Erfahrungen in Freising eine Blaupause, die auch für andere Städte und Gemeinden nutzbar ist.
Mehr Informationen und aktuelle Termine auf der Projektseite bei Rekultivistas e.V
Publikationen
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Konferenzbeiträge
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Vorträge