• Laufzeit: 05.07. – 30.12.2024
  • Schwerpunkt: Landnutzung
  • Forschungsstatus:  Abgeschlossen

Conduction of milk sector research and policy advice for the Albanien market

Das Programm für nachhaltige ländliche Entwicklung (SRD), umgesetzt durch die GIZ und kofinanziert durch die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, hatte zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der ländlichen Räume in Albanien zu steigern und dabei grünes Wachstum, Digitalisierung und Diversität im Kontext des EU‑Beitritts zu fördern.

Der albanische Milchsektor, der eine zentrale Einkommensquelle für ländliche Haushalte darstellt, steht vor Herausforderungen im Bereich Tiergesundheit, Produktivität und Betriebsmanagement. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, unterstützt das SRD gezielt Interventionen in Bereichen wie Tierwohl, Melkhygiene, tierärztliche Versorgung, Futteraufbereitung sowie Tierbewertung und Besamung.

Zur Unterstützung der Entwicklung einer evidenzbasierten nationalen Milchsektor‑Strategie wurde durch das SRD ein öffentlich‑privater Dialog initiiert. In diesem Rahmen führte die Hochschule Weihenstephan‑Triesdorf (HSWT), vertreten durch Prof. Dr. Johannes Holzner, eine Analyse des albanischen Milchsektors durch. Sie bewertete die historische und aktuelle Situation, die wirtschaftlichen und strukturellen Merkmale sowie gesundheitliche Herausforderungen, um ein besseres Verständnis der Dynamik und Rahmenbedingungen des Sektors zu erlangen.

Die Analyse des albanischen Milchsektors zeigt signifikante Unterschiede zwischen den Betrieben — bedingt durch Faktoren wie Betriebsgröße, technologische Ausstattung, Fütterung und Standort — und deren Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Sie identifiziert zentrale Herausforderungen bei der Auswahl der zu unterstützenden Betriebe, der Definition geeigneter Fördermaßnahmen und der langfristigen Nachhaltigkeit der Interventionen. Zur Lösung dieser Herausforderungen werden klare Förderkriterien, Investitionen in moderne Technologien und Schulung, eine regionale Differenzierung der Unterstützung sowie eine nationale Langfrist‑Strategie empfohlen.

Im November 2024 leitete Prof. Dr. Holzner einen Workshop im Rahmen eines öffentlich‑privaten Dialogs, bei dem er die Ergebnisse der Analyse vorstellte und diskutierte. Aufbauend darauf wurde ein Policy Discussion Paper entwickelt, das mögliche Schlüsselelemente einer nationalen Milchsektor‑Strategie für Albanien vorschlägt — im Einklang mit nationalen Prioritäten, den EU‑Anforderungen und bewährten internationalen Praktiken.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich an drei Ebenen — den landwirtschaftlichen Betrieb, den Verarbeitungssektor und den nationalen wirtschaftlichen Rahmen — und zielen darauf ab, die Infrastruktur zu modernisieren, Tiergesundheit und Produktivität zu verbessern und albanische Standards stärker an EU‑Best Practices auszurichten.

  • Betriebsebene: Durch gezielt eingesetzte Subventionen für moderne Stallung, Fütterungstechnik und Melkausrüstung lassen sich Produktionskosten senken, Milchqualität verbessern und das Tierwohl steigern. Sie helfen insbesondere jungen Landwirt:innen bei der Etablierung ihres Betriebs.
  • Ebene des Milchsektors: Investitionen in gemeinschaftliche Maschinen, moderne Kühl‑ und Verarbeitungstechnik sowie in die Schulung des Fachpersonals helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen und Kooperationen zwischen den Betrieben zu stärken. Dies reduziert Betriebskosten, erhöht die Produktqualität und ermöglicht gemeinsames Marketing und Branding.
  • Makro‑Ebene: Steuerliche Anreize, zinsgünstige Kredite und nationale Qualitätsstandards schaffen ein investitionsfreundlicheres Umfeld. Sie tragen dazu bei, Effizienz und Wertschöpfung zu steigern, ländliche Einkommen zu sichern und den albanischen Milchsektor für den EU‑Markt fit zu machen.

Projektleitung HSWT

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