Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Praxiseinführung weitestgehend torfreduzierter und torffreier Substrate in Baumschulen 2.0 - Teilvorhaben 2: Betriebswirtschaftliche Begleitung (ToSBa 2.0-BWL)
Um die klimapolitischen Ziele zu erreichen, fordert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bis 2030 und darüber hinaus einen erheblichen Verzicht auf Torf im Erwerbsgartenbau. Um die Unternehmen bei der Torfreduktion zu unterstützen und Hemmnisse sowie Vorbehalte abzubauen, fördert die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) das bundesweit angelegte Modell- und Demonstrationsvorhaben „ToSBa2“ zur Praxiseinführung weitestgehend torfreduzierter und torffreierer Substrate in Baumschulen.
Bearbeitung und Teilnehmende am Gesamtprojekt
Das Projekt ToSBa2 ist eine Weiterführung des 2024 erfolgreich abgeschlossenen Projekts ToSBa. Die Gesamtkoordination und das erste Teilvorhaben liegt bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn der Landeswirtschaftskammer (LWK) Niedersachen. Dazu zählt die kulturtechnische Begleitung der teilnehmenden Betriebe sowie Untersuchungen zu pH-Wert-Dynamiken. Das Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) übernimmt im zweiten Teilvorhaben die betriebswirtschaftliche Begleitung (ToSBa2-BWL).
Die 16 teilnehmenden Demonstrationsbetriebe sind auf vier Modellregionen aufgeteilt. Für die Betreuung der Betriebe sind vier Regionalkoordinator:innen zuständig, die neben der LWK Niedersachsen von den Kooperationspartnern LWK Schleswig-Holstein, LWK Westfalen und der Gartenbauberatungs-GmbH Stuttgart kommen. Bei der Wahl der Betriebe wurden unterschiedliche geografische Lagen, klimatische Bedingungen und unterschiedliche Kulturgruppen berücksichtigt.
Betriebswirtschaftliche Begleitung durch die HSWT
Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Stefan Krusche werden die in den Betrieben gesammelten Daten aufbereitet und das betriebswirtschaftliche Ergebnis mithilfe einer kulturspezifischen Kostenkalkulation ermittelt. Auf einzelbetrieblicher Ebene dienen die Ergebnisse der Erhaltung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit trotz der kulturspezifischen Veränderungen. Die Demonstrationsbetriebe können so eine proaktive Preispolitik gestalten und aufzeigen, inwieweit die kulturspezifische Torfreduktion wirtschaftlich im eigenen Betrieb vertretbar ist.
Durch eine Datenanalyse und Bewertung der Gesamtheit aller betriebswirtschaftlichen Daten können die ökonomischen Auswirkungen der Umstellung auf weitestgehend torfreduzierte und torffreie Baumschulkulturen abgeschätzt und beurteilt werden.
Schnittstellen zu anderen Projekten
Aufgrund thematischer Überschneidungen erfordert dieses Projekt einen engen Kontakt zu dem Projekt FiniTo, speziell zur Querschnittstelle Betriebswirtschaft (FiniTo-BWL). Eine wichtige Wissensgrundlage hatte bereits das Vorgängerprojekt ToSBa geschaffen.