Soziale Landwirtschaft - Untersuchung zu Potenzialen in der bayerischen Landwirtschaft, Aufbau von ressortübergreifenden Netzwerken und Ableitung von praxisorientierten Handlungsempfehlungen (SoLaBay)
Soziale Landwirtschaft stellt einen zusätzlichen Betriebszweig im Rahmen der Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe dar und trägt gleichzeitig zur Stärkung des sozialen Sektors im ländlichen Raum bei. Beispiele hierfür sind unter anderem Bauernhofkindergärten, Betreuung von Seniorinnen und Senioren sowie Inklusionsarbeitsplätze.
Die Ziele des Projekts lassen sich in zwei Bereiche untergliedern:
- Zum einen soll der Betriebszweig Soziale Landwirtschaft in Bayern gestärkt werden.
- Zum anderen werden innovative Ansätze zur Verbesserung der sozialen Strukturen im ländlichen Raum ausgearbeitet.
Das Projekt wird von zwei verschiedenen Institutionen mit unterschiedlicher Expertise bearbeitet. Auf der einen Seite beschäftigt sich die Professur für Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) mit Konsum- und empirischer Sozialforschung. Hier werden die Wünsche und Erwartungen, aber auch die Gründe für und gegen eine Soziale Landwirtschaft aus Sicht von verschiedenen Akteuren untersucht. Auf der anderen Seite hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) einen Fokus auf die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung Sozialer Landwirtschaft und den damit verbundenen Einkommensbeitrag für die Betriebe. Durch das Zusammenspiel der beiden Institutionen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen ist es möglich, das Angebot an Sozialer Landwirtschaft in Bayern zu verbessern und zu erhöhen.
Spezifische Projektziele und Arbeitspakete
Zur Umsetzung dieses Vorhabens stehen die folgenden spezifischen Projektziele und Arbeitspakete im Mittelpunkt:
Analyse von Wissen, Interesse und Nachfrage (HSWT, federführend)
- Untersuchung des Wissensstandes und des Interesses bayerischer Landwirtinnen und Landwirte an Sozialer Landwirtschaft sowie an entsprechenden Konzepten für verschiedene Zielgruppen
- Nachfrageanalyse für die Soziale Landwirtschaft aus Sicht potenzieller Nutzergruppen
Aufbau und Evaluation von Praxisnetzwerken (LfL, federführend)
- Systematischer Aufbau und Evaluation ressortübergreifender, regionaler Netzwerke zur Unterstützung bei der Umsetzung von Angeboten in der Sozialen Landwirtschaft (Reallabore)
Wissenstransfer und Handlungsempfehlungen (HSWT & LfL)
- Weiterentwicklung praxisorientierter Informationsmaterialien und Konzepte (z. B. Tools zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit, Unterlagen zur Zusammenarbeit mit potenziellen Kooperationspartnern)
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Politik, Verbände und weitere relevante Akteure zur Förderung der Bekanntheit und Verbreitung Sozialer Landwirtschaft
Treffen der Kooperationspartner des Projektes in München (Quelle: LfL)
Bei einem ersten persönlichen Treffen tauschten sich Ende Oktober die Kooperationspartner im Projekt SoLaBay mit dem Projektteam von LfL und HSWT aus und planten die zukünftige Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung.
Die Mitarbeitenden im Projekt stellten den aktuellen Stand vor: Guido Cremerius (HSWT) ist gerade an der Auswertung von Experteninterviews, Gina Holzapfel (LfL) stellt für die vier Projektbetriebe in ganz Bayern die regionalen Netzwerke mit Ansprechpersonen vor Ort zusammen und organisiert die ersten ressortübergreifenden Treffen.
Als Vertreterinnen ihrer Organisationen haben Margit Berndl und Dr. Annalena Yngborn vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern, Julia Singer vom Bayerischen Bauernverband (Referentin Landfrauen), Sieglinde Bittl vom Referat M6 (Diversifizierung, Landfrauen) und Dr. Viktoria Lofner-Meir unterschiedliche Berührungspunkte mit Sozialer Landwirtschaft. Durch die verschiedenen Perspektiven und Arbeitsfelder ergänzen sie die Projektarbeit an wichtigen Punkten.