• Laufzeit: 01.08.2024 – 30.11.2026
  • Schwerpunkt: Landnutzung

Verbesserung der nachhaltigen Bewirtschaftung der brasilianischen Cerrados durch Quantifizierung und Inwertsetzung der Ökosystemleistungen autochthoner silvopastoraler Systeme (EcoSiPas)

EcoSiPaS zielt darauf ab, durch die Quantifizierung und Inwertsetzung der von silvopastoralen Systemen (SPS) erbrachten Ökosystemleistungen einen Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Cerrado zu leisten. Eine verstärkte Monetarisierung dieser Leistungen, z. B. durch die wertschöpfende Verarbeitung von forstwirtschaftlichen Nichtholzprodukten oder Kohlenstoffgutschriften, sollte die Rentabilität der SPS im Vergleich zu anderen Landnutzungen verbessern

Homepage des Projekts

Hintergrund

Der brasilianische Cerrado ist das artenreichste und am stärksten gefährdete Waldgebiet und Baumsavanne der Welt. Der Cerrado ist nicht nur ein weltweit bedeutender Hotspot der Biodiversität, sondern auch eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete Brasiliens. Durch die Ausweitung der Landwirtschaft ist bereits mehr als die Hälfte des ursprünglichen Cerrado abgeholzt worden. Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen: Hotspots der biologischen Vielfalt wie der Cerrado sind für die Menschheit überlebenswichtig, da sie entscheidende Ökosystemleistungen erbringen – etwa die Regulierung des Klimas, die Sicherung der Wasserressourcen der Region oder die Erhaltung endemischer Arten. Es besteht ein Bedarf an einer nachhaltigeren Bewirtschaftung, die nachhaltige landwirtschaftliche Aktivitäten ermöglicht und gleichzeitig die Fähigkeit des Cerrado bewahrt, Ökosystemleistungen zu erbringen.

Grüne Weide mit lockerem Baumbestand und schwarzen grasenden Kühen
Extensive silvopastorale Nutzung des Cerrado © Dietrich Darr
Landschaftsbild mit unbefestigter, sandfarbener Straße in der Mitte, umgeben von Sträuchern und typischer Vegetation des Cerrado
Landschaft des brasilianischen Cerrado © Kathrin Meinhold

Ziel des Projekts

Lokal angepasste silvopastorale Systeme (SPS) kombinieren nachhaltige Viehzucht mit einheimischen Baumarten. Sie sind möglicherweise einer der vielversprechendsten Ansätze für eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Cerrado-Wälder, da sie degradierte Gebiete wiederherstellen, die biologische Vielfalt fördern, den Kohlenstoffbestand erhöhen, die Lebensgrundlage der Kleinbauern verbessern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel stärken können. Allerdings sind diese Systeme derzeit finanziell weniger rentabel als intensiv bewirtschaftete Systeme. EcoSiPaS zielt darauf ab, durch die Quantifizierung und Inwertsetzung der von den SPS erbrachten Ökosystemleistungen einen Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Cerrado zu leisten. Eine verstärkte Monetarisierung dieser Leistungen, z. B. durch die wertschöpfende Verarbeitung von forstwirtschaftlichen Nichtholzprodukten oder Kohlenstoffgutschriften, sollte die Rentabilität der SPS im Vergleich zu anderen Landnutzungen verbessern.

Drei Personen in teilweise gebückter Haltung sammeln Früchte unter einem großen Baum, an dem zwei Fahrräder angelehnt sind
Lokale Gemeinschaften sammeln Früchte des Baru-Baums (Dipteryx alata) in Arinos © Dietrich Darr
Gelbfarbene ovale Früchte in der Größe von Mangos auf einem Tisch
Früchte des Pequi-Baums (Caryocar brasiliense) © Kathrin Meinhold

Erwartete Vorteile

  • Verbesserung der Rentabilität nachhaltiger Bewirtschaftungspraktiken im Cerrado (durch Carbon Farming, Entwicklung von Wertschöpfungsketten für Nichtholzprodukte aus dem Wald usw.)
  • Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass die Landwirte silvopastorale Systeme übernehmen
  • Verbesserung der wissenschaftlichen Kenntnisse und Ausbildung von Nachwuchswissenschaftler:innen aus Deutschland und Brasilien

Untersuchungsgebiete

Die Forschungsaktivitäten konzentrieren sich in erster Linie auf den Rio Pardo und das Flusseinzugsgebiet des Urucuia. Die Projektaktivitäten werden auch in den Kapazitätsaufbau für Landwirt:innen, landwirtschaftliches Beratungspersonal und politische Entscheidungsträger:innen in den Studienregionen und darüber hinaus einfließen.

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