Innovative bioökonomische Nutzung von Zellkulturen wertstoffbildender Makroalgen (INZELLA)
Das Ziel des Projektes besteht darin, die Produktion von hochwertigen Produkten aus Makroalgen in Bioreaktoren mithilfe von Gewebekulturen zu realisieren. Zur Zielerreichung werden sechs Arbeitsbereiche definiert:
- Kallusbildung und -vermehrung
- Produktion der Wertstoffe
- Analytik der Wertstoffe
- Aufarbeitung der Wertstoffe
- Veredelung und
- Ökobilanzierung.
Die Arbeiten werden an drei ausgewählten Makroalgen mit unterschiedlichen Wertprodukten durchgeführt, um so wichtige Erkenntnisse für eine Übertragbarkeit auf andere Algen und Wertprodukte zu erhalten. Im Rahmen dieses Vorhabens werden die entstehenden Prozesse zunächst im Labormaßstab entwickelt, um eine Abschätzung für die Übertragung auf den Pilotmaßstab zu ermöglichen und ausreichend Daten für die Erstellung einer Lebenszyklusanalyse (LCA) zu sammeln. Die Qualität und Quantität der Produkte sind stark von Faktoren wie Nährstoffgehalt, Temperatur, Lichtverhältnissen und Stress abhängig, die bei der Freiland-Kultivierung nur begrenzt beeinflusst werden können.
Für industrielle oder medizinische Anwendungen sind standardisierte Produkte und eine zuverlässige Verfügbarkeit der Produkte entscheidend. Beides kann durch eine Produktion in geschlossenen Bioreaktoren gewährleistet werden. In diesem Projekt werden Makroalgen (drei) mit Wertprodukten, die verschiedene Industriezweige adressieren, untersucht. Zwei der Produkte zählen zur Klasse der Polysaccharide und werden in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie als strukturgebende aber auch bioaktive Substanzen verwendet. Das dritte Produkt ist die Biomasse von Asparagopsis taxiformis, eine Alge, welche durch ihre Methanogenese-inhibierenden Eigenschaften als möglicher Futterzusatzstoff bei Wiederkäuern beschrieben wird.