• Laufzeit: 01.11.2021 – 30.06.2024
  • Schwerpunkt: Klimawandel
  • Forschungsstatus:  Abgeschlossen

Honorierungssystem für Klimaschutz auf organischen Böden in Bayern, Weiterentwicklung der moorbenefits für die Integration in die LENK (Moorbenefits 2.0)

Für die Erreichung der Klimaschutzziele wird es immer dringender, die natürlichen Senkenfunktionen ökologischer Systeme mit einzubeziehen. Insbesondere Moore und die Entwicklung ihrer Ökosystemleistung Klimaentlastungen sind von besonderer Bedeutung. Folglich haben ihr Schutz bzw. die Bedeutung ihrer Klimawirkung in den entsprechenden Artikeln des Bayerischen Klimaschutzgesetzes verstärkt Einzug gehalten.

Die moorbenefits als Quantifizierungsmethodik und Honorierungsmodell sind im Rahmen der Begleitforschung der Professur für Vegetationsökologie (VÖK) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) ­ zum KLIP2050 in  einer ersten Version als bayerische Lösung entwickelt  worden (Projekt MOORclimb 2016-2019). Sie wurden jedoch bisher nicht als dauerhaft verfügbare Plattform für Moorprojekte etabliert. Zudem haben sich seither die Rahmenbedingungen nach dem Übereinkommen von Paris (ÜvP) hinsichtlich der Anrechenbarkeit von Klimaschutzleistungen und weiteren  Kriterien  geändert.  Die  institutionelle  Einbindung  erfolgte nun  in   der  neu  gegründeten Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK). Emissionseinsparungen aus Moorwiedervernässung sollen die Staatsverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen, indem sie als Kompensationsmaßnahmen für verbleibende Emissionen genutzt werden.

Zielsetzung

Ziel des Projekts war es, eine eigenständige Methodik und ein Honorierungsmodell für Emissionseinsparungen im Bereich Moore und organische Böden in Bayern zu entwickeln und zu etablieren. Diese sollen auf dem im Rahmen der Begleitforschung zum KLIP2050 entwickelten Zertifizierungsregelwerk moorbenefits (Projekt MOORclimb 2016-2019) aufbauen. Das nach internationalen Standards konzipierte moorbenefits-Konzept wurde evaluiert, weiterentwickelt, an aktuelle Entwicklungen angepasst und als Landeskonzept mit zentraler Datenhaltung bei der LENK angesiedelt. Der geplante Zertifizierungsstandard unterstützt durch die Honorierung von Emissionseinsparungen aus Moorwiedervernässung die bayerische Staatsverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität und ist darüber hinaus geeignet, auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt (VCM, engl. für voluntary carbon market) Anwendung zu finden.

Methodik

Im Rahmen des Projektes wurden aktuelle Anforderungen an Zertifizierungsstands auf dem VCM geprüft und sollen durch die Weiterentwicklung des bestehenden moorbenefits-Konzepts Anwendung in einem Honorierungsmodell für organische Böden in Bayern finden. Dies beinhaltete insbesondere die Untersuchung charakteristischer Kriterien, speziell der Umgang mit Zusätzlichkeit, Doppelzählung, Quantifizierung der Emissionseinsparungen (Berechnung von baseline- und project-emissions), Emissionsverlagerung sowie Kreditierung.

Ein Review der am Markt bereits erfolgreich etablierten regionalen und internationalen Standards und Zertifikatelösungen wurde durchgeführt.

Die enge Kommunikation mit regionalen Akteuren, insbesondere zukünftigen Klimawirt:innen und Landbesitzenden sowie Expert:innen des VCM, Projektträgern, Anleger:innen und Mitgliedern regionaler Absatzmärkte ist grundlegender Bestandteil der Weiterentwicklung und Potenzialabschätzung. Landesweit sollen Umsetzungsmöglichkeiten definiert und zeitgleich Pilotprojekte  umgesetzt werden.

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