„Landwirt schafft Artenvielfalt“ (WISAVI) - Biodiversitätsberatung und -management in der agrarischen Ausbildung an Hochschulen
Ziel des Vorhabens war es, mit der Entwicklung und modellhaften Erprobung eines geeigneten Lehrangebotes zum Thema „Biodiversitätsberatung und - management in der Agrarlandschaft“ die Ausbildung von Fachkräften an der Schnittstelle Naturschutz und Landwirtschaft bundesweit zu fördern. Das im Vorhaben entwickelte Lehrangebot richtet sich insbesondere an Studierende von (Agrar-)Hochschulen und wurde an solchen perspektivisch etabliert, um die steigende Nachfrage nach dem Berufsbild „Biodiversitätsberatung in der Landwirtschaft“ besser abzudecken.
Mit Hilfe des Vorhabens wurden in einem ersten Schritt das bundesweite Lehrangebot zum Thema Biodiversitätsberatung und Biodiversitätsmanagement in Agrarlandschaften mit den dazugehörigen Querschnittsthemen primär an Hochschulen identifiziert und Bedarfe für die Weiterentwicklung geeigneter Lehrmodule abgeleitet.
Ein Konsortium der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der TH Bingen arbeitete an der kooperativen Weiterentwicklung bestehender Curricula im Kontext der Biodiversitätsförderung in der Kulturlandschaft.
Ergebniszusammenfassung
Im Zuge des Projekts WISAVI – Landwirt schafft Artenvielfalt wurde an zwei Hochschulen beispielhaft Lösungen für die Integration des Themas Biodiversitätsberatung in der Landwirtschaft in bestehende landwirtschaftlich und umweltorientierte Studiengänge entwickelt. In den Bachelorstudiengängen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) wurde das Format Profilstudium gewählt, um zusätzliche Lehrinhalte in den bestehenden Fächerkanon optimal einbinden zu können. Studierende erhalten damit die Möglichkeit, aus einer Liste von Modulen und Inhalten pro Studiengang, entsprechende Wahl(pflicht)module und Projekte zur Vertiefung auszuwählen. Auch Abschlussarbeiten oder das Praxissemester können hier berücksichtigt werden. Neben den Studiengängen „Umweltsicherung“ und „Landwirtschaft“ wurde als dritter Studiengang „Lebensmittelmanagement“ einbezogen. Bestehende Angebote, wie eine Ringvorlesung und das Tande mprojekt mit der Technikerschule stellen wesentliche Komponenten dar. Es wurden ferner drei neue Module entwickelt, die Themen abdecken, die für alle Studiengänge wesentliche zusätzliche Inhalte anbieten. Im Masterbereich der TH Bingen (THB) wurde ein Modul neu entwickelt, das eine starke Verankerung in der Praxis hat. Zudem wurden zum Transfer von Forschungsergebnissen einerseits in die Hochschullehre und andererseits in die landwirtschaftliche Praxis neue Formate entwickelt. Eine Kooperation der beiden Hochschulen bei den Exkursionsangeboten bietet den Studierenden ein breites Portfolio an Themen. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen und neben der thematischen Erweiterung insbesondere der Austausch mit Studierenden einer anderen Hochschule sehr begrüßt. Eine spezielle Lehrplattform für Weiterbildungsangebote der HSWT erleichtert hier Organisation und Austausch erheblich. Weiterbildungsangebote stießen sowohl als Präsenz- als auch als Hybrid- oder reines Online-Angebot auf Anklang. Die Hochschulen können die Weiterbildung jedoch nicht umfassend abbilden. Der neue openVHB-Kurs „Biodiversitätsfördernde Maßnahmen“ der HSWT mit 15 Stunden Umfang ist für alle Interessierten frei zugänglich. An der TH Bingen wurden Formate entwickelt, die die Studierenden aktiv einbinden – sowohl innerhalb der Hochschule als auch bei Weiterbildungsangeboten für Landwirte. Die Module erfreuen sich guter Nachfrage. Die Zusammensetzung der Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen und Semestern führt zu angeregten Diskussionen und andererseits zu einer guten Vernetzung der Studierenden am Campus. An der HSWT ist, wie erwartet, die Nachfrage im Studiengang Umweltsicherung sehr hoch. Dies liegt sicher mit daran, dass die Einbeziehung der Biodiversitätsberatung mit dem Tandem-Projekt nun bereits im sechsten Jahr fest etabliert ist.
Abschlussbericht, hrsg. vom Bundesamt für Naturschutz
„Biodiversitätsberatung und -management in der agrarischen Ausbildung an Hochschulen“
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