19.12.2017 | Zentrum für Forschung und Weiterbildung

Transfer innovativer Agrartechnologien für Afrika

Gerhard Radlmayr
Das Bild zeigt die Gesprächspartner bei den Sondierungsgesprächen zur Realisierung innovativer Agrartechnologien für Afrika im historischen Salettl der HSWT. Auf dem Bild befinden sich v.l.n.r.: Dr. Michael Krappmann (HSWT), Prof. Dr. Markus Reinke (HSWT), Karl Moosmann (GIZ), Christian Königsperger (GIZ), Dr. Stefan Schmitz (BMZ), Prof. Dr. Bruno Ehrmaier (HSWT), Dr. Michael Beck (HSWT), Dr. Nasser Haboub (HSWT)
Sondierungsgespräche zur Realisierung innovativer Agrartechnologien für Afrika im Salettl. v.l.n.r.: Dr. Michael Krappmann (HSWT), Prof. Dr. Markus Reinke (HSWT), Karl Moosmann (GIZ), Christian Königsperger (GIZ), Dr. Stefan Schmitz (BMZ), Prof. Dr. Bruno Ehrmaier (HSWT), Dr. Michael Beck (HSWT), Dr. Nasser Haboub (HSWT)

Weihenstephan - Im September war der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Dr. Gerd Müller mit einem klaren Anliegen an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) gekommen: Wie kann die Forschung der HSWT dazu beitragen, die von seinem Ministerium initiierten ehrgeizigen Entwicklungshilfeprojekte für Afrika konkret in die Tat umzusetzen? (wir berichteten).

Nun kam sein Beauftragter für die BMZ-Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger", Dr. Stefan Schmitz zusammen mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zu weiteren Sondierungsgesprächen nach Freising. Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen der HSWT wurden Details und Realisierungsmöglichkeiten der in Frage kommenden Technologien und Projekte der HSWT erörtert.

Bei dieser Sonderinitiative handelt es sich um einen thematischen Fördertopf, der durch eine strategische Sichtweise über viele Länder hinweg in verschiedene Bereiche hinein geprägt ist. Dazu zählen u.a. die Ernährungssicherung und der Agrarbereich. Dafür sucht das BMZ Akteure wie die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die kontinuierlich und in einer sehr anwendungsorientierten Zusammenarbeit an dessen Vorhaben beteiligt werden sollen - vor allem in den vom BMZ gegründeten "Grünen Innovationszentren" in 14 afrikanischen Ländern und Indien.

Einig war man sich, das in Planung befindliche Grüne Innovationszentrum am HSWT-Campus Triesdorf mit einzubeziehen, da dort 25 afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler demnächst zu einem fünfmonatigen Postgraduiertenkurs kommen werden, um ihr Wissen über "Wertschöpfungsketten in der Agrarwirtschaft" zu vertiefen.

Seitens der HSWT wurden die beiden vom BMZ ins Auge gefassten weit fortgeschrittenen Forschungsprojekte "Smart Irrigation" (Dr. Beck) und "Agrophotovoltaik" (Prof. Dr. Ehrmaier) präsentiert und die Passgenauigkeit auf das Programm des BMZ diskutiert. Dr. Schmitz machte deutlich, dass vor allem der Transfer marktreifer bzw. bereits in der Entwicklung befindlicher Technologien im Fokus steht. Diese müssten dann an Klima, Land und Technologiekomplexität der betreffenden Länder angepasst werden. Probleme in manchen afrikanischen Regionen seien der aktuell sehr hohe Altersdurchschnitt der in der Landwirtschaft arbeitenden Bevölkerung sowie eine starke Verminung des Geländes. Die Initiatoren erhoffen sich deshalb von den entsprechenden Technologien auch eine höhere Attraktivität für Arbeitsplätze in der Landwirtschaft dort.

Die Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eruierten die konkreten Einsatzmöglichkeiten der vorgestellten Projekte. Die Bewässerungstechnologie in Kombination mit Photovoltaik könnte in Kenia, Sambia und Tunesien interessant sein, Bewässerung speziell bei Gemüse würde sich gut für Tunesien eignen und in Indien werde die Bewässerungssteuerung sicherlich auf Interesse stoßen. Hier gebe es bereits einen guten Markt für solare Bewässerungssysteme.

Als insgesamt sehr positives Signal bewertete BMZ-Beauftragter Dr. Schmitz abschließend das "gemeinsame Suchen und Lernen aller Beteiligten". Für sein Haus sagte er zu, die finanziellen Möglichkeiten seitens der Politik für 2018 zu prüfen. Die GIZ wolle sich um die passenden Partner in den Grünen Innovationszentren sowie in weiteren bilateralen Programmen kümmern. Die HSWT schrieb sich auf die Agenda, die in Frage kommenden Anbaukulturen und Arbeitsweisen eingehender zu recherchieren sowie die Optionen für die potenziellen Kooperationen zu prüfen. Ferner werde die Präsentation der HSWT in Englisch bereitgestellt.

Bei positiver Bewertung der Projektskizze soll Mitte März 2018 eine Sondierungsreise in die entsprechenden Regionen erfolgen. Das endgültige Projektdesign soll dann erst auf während dieser Reise und vor Ort entwickelt werden. Damit ist sichergestellt, dass es die länderspezifischen Gegebenheiten mit einbezieht. Sobald Kooperationspartner gefunden sind, erfolgt die Antragsstellung mit dem Ziel, das Projekt ab 2019 zu starten.

Kontakt

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Zentrum für Forschung und Wissenstransfer (ZFW)
Am Staudengarten 9
85354 Freising

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T +49 8161 71-3350, 5107
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