05.04.2018 | Wissenstransfer | Zentrum für Forschung und Wissenstransfer

Kopfveredlung bei Fruchtgemüse

Ingrid Süß-Spachmann
Veredelte Gurkenjungpflanzen
Teilnehmende in Aktion
Veredlungsvorgang im Detail

Ende März nahmen interessierte Freizeitgärtner/innen an einem Kurs zum Thema 'Kopfveredlung bei Fruchtgemüse' an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf teil. Katrin Kell und Thomas Jaksch bereiteten die nicht alltägliche Materie praxistauglich für die Anwesenden auf. Im Erwerbsgemüsebau hat die Veredlung als Anzuchtmethode von Gemüse längst Einzug gehalten, denn die Vorteile sind trotz des größeren finanziellen und personellen Aufwandes unbestritten. Hauptargumente für eine Veredlung sind:

  •     Verminderung der Probleme mit bodenbürtigen Pilzerregern und Nematoden (eingeschränkte
        Möglichkeit des Fruchtwechsels im Kleingewächshaus)
  •     Ertragssteigerung


Zunächst wurde geklärt, welche Gemüsearten sich prinzipiell zum Veredeln eignen und bei welchen sich durch die Veredlung, neben dem Schutz vor bodenbürtigen Krankheiten, weitere Vorteile bieten. Paprika lässt sich veredeln, aber ohne nennenswerte positive Auswirkungen auf den Ertrag. Im Gegensatz dazu ist bei Kulturen wie Tomate und Aubergine ein deutlicher Mehrertrag zu verzeichnen.

Besonderes Fingerspitzengefühl erfordert die Abstimmung der Aussaat von Unterlage und Edelsorte. Der richtige Zeitpunkt für die Veredlung ist erreicht, wenn Unterlage und Edelsorte eine gleiche Stängeldicke aufweisen. Diese liegt zwischen 1,3 bis 2,3 mm. Passen Unterlage und Edelsorte vom Stängeldurchmesser her gut zusammen, werden diese mit einem Silikonclip verbunden.

Nach den theoretischen Ausführungen zu Sämlingsanzucht, Durchführung der Veredlung und optimalen Anwachsbedingungen, startete der zweite Teil des Kurses im Gewächshaus. Dort übten die Teilnehmenden mit Begeisterung und Fingerspitzengefühl die nicht ganz einfachen Handgriffe der Veredlung an Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken.

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