24.07.2018 | Zentrum für Forschung und Wissenstransfer | Institut für Gartenbau

Hoher Besuch aus dem Wissenschaftsministerium am Institut für Gartenbau

Franziska Kohlrausch
Ministerialdirektor Dr. Peter Müller, Ministerialdirigent Christian Schoppik, BGV Präsident Roland Albert, Präsident der HSWT Dr. Eric Veulliet und Vizepräsident Forschung und Wisssenstransfer Prof. Dr. Markus Reinke (v.li.)
Station: Nahinfrarotspektroskopie zur Überprüfung der Pflanzenqualität
Station: Nachhaltiger Anbau von Pflanzen unter Glas

Weihenstephan - Forschung zum Anfassen: auf Anregung von Roland Albert, dem Präsidenten des Bayerischen Gärtnereiverbands und Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Forschung und Wissenstransfer der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), nahmen sich Ministerialdirektor Dr. Peter Müller und Ministerialdirigent Christian Schoppik am 20. Juli 2018 viel Zeit, um sich über die Forschungsaktivitäten vor allem des Instituts für Gartenbau (IGB) zu informieren.

Dr. Eric Veulliet, Präsident der HSWT, stellte in seiner Begrüßung heraus, dass sich die grüne Hochschule durchaus der Brisanz der gärtnerischen Themen und der damit verbundenen Bedeutung des Gartenbaus bewusst ist. Bevor es in medias res ging, stellte Prof. Dr. Markus Reinke, Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer, die Struktur und Forschungsschwerpunkte des Zentrums für Forschung und Wissenstransfer vor. Prof. Dr. Matthias Drösler zeigte konkrete Beispiele aus der Forschung am Institut für Ökologie und Landschaft zu den Themen Klimawandel, CO2-Emission, Artenschutz und Moorrenaturierung. Anschließend wurden den Gästen Forschungsaktivitäten am Institut für Gartenbau an mehreren Stationen nähergebracht.

Ressourcenschonung, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit sind die Herausforderungen für die Zukunft beim Anbau von Pflanzen unter Glas. Allerdings stellen der Ersatz von Torf, das Umsteigen auf organische Düngung und der biologische Pflanzenschutz hohe Anforderungen an den Gärtner, zumal die eingesetzten Stoffe hohen Schwankungen unterliegen. Nur durch intensive Versuchsarbeit können mit Hilfe des hausinternen Labors konkrete Hinweise für eine nachhaltige Kulturführung an die Praxis gegeben werden.

Durch die Mitarbeit des IGB konnte die Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) in die Praxis implementiert werden. Z. B. ist es möglich mit einem Messgerät die Frische von Tomaten zu bestimmen und damit einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung zu leisten. Außerdem wird NIRS bei der Qualitätsbestimmung von Pflanzenstecklingen erfolgreich eingesetzt.

Versuche zum Einsatz von LEDs und der physiologischen Wirkung auf das Wachstum und die Inhaltsstoffe von Pflanzen waren eine weitere Station auf dem Rundgang. Das heiße Wetter an diesem Tag unterstrich die Wichtigkeit einer gezielten Bewässerung bei der Produktion von gartenbaulichen Produkten. Neue Messmethoden, Steuerung per Funk und die richtige Technik sollen helfen, Wasser sparsam und bedarfsgerecht zu verabreichen. Auch dem in den Medien heiß diskutierten Thema, Vermeidung von Glyphosat widmet sich die Forschungsarbeit im Obstbau.

Digitalisierung ist ebenso fester Bestandteil der Forschung am IGB. Das Spektrum erstreckt sich von dem Erstellen digitaler, interaktiver Informationssysteme zu Kulturen oder Pflanzenschutz über digitale Lernplattformen bis hin zu Modellen, die verschiedenartige Daten verknüpfen und dem Kultivateur wertvolle Hilfestellung beim richtigen Einsatz seiner Produktionsmittel geben.

Ministerialdirektor Dr. Müller und Ministerialdirigent Schoppik waren sehr beeindruckt von der Qualität der Forschung am IGB, deren Bedeutung für die Praxis, aber auch von der Begeisterung der Wissenschaftler, die ihre Arbeit präsentierten. BGV Präsident Albert verlieh seinem Wunsch Ausdruck, mit finanzieller Unterstützung in Weihenstephan die Anlaufstelle für die Ausbildung des gartenbaulichen wissenschaftlichen Nachwuchses zu stärken. In diesem Zusammenhang kam auch die anstehende Modernisierung der Gewächshäuser zur Sprache. Es gilt diese nachzurüsten und mit dem geplanten Neubau auf den Stand einer zukunftsorientierten Technik zu bringen. Eine Wiederholung der „Weihenstephaner Gespräche“ mit Politik, Wissenschaft und Verband bleibt auch für die Zukunft wichtig, so Albert.

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