Claim Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - University of Applied Sciences
19.12.2019 | Forschung | Institut für Ökologie und Landschaft

Forstwissenschaftler der HSWT erforschen die Bedeutung von Biotopstümpfen als Lebensraum für holzbewohnende Käfer

Franziska Kohlrausch, Gerhard Radlmayr
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox
Beispiel eines Hochstumpfes; Foto: Colourbox

In vielen staatlichen Forstbetrieben Europas und Nordamerikas wird dem Totholz in Naturschutzkonzepten inzwischen Beachtung geschenkt, es besteht jedoch noch ein erhebliches Wissensdefizit. In zwei Forschungsphasen untersuchen deshalb drei Forstwissenschaftler der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) die Bedeutung von Biotopstümpfen (Hochstümpfen) als Lebensraum für holzbewohnende Käfer. In einer Literaturstudie wurde das bisherige Wissen der Effekte von Biotopstümpfen zusammengetragen: die Wirkung als Nährstoffdepot, Wasserspeicher, Keimbett und Verbissschutz sowie die Bedeutung von Totholz als Habitat für Antagonisten von forstlichen Schadorganismen, sowie auch als Element für den Biodiversitätsschutz.

Da die naturschutzfachliche Bedeutung dabei klar zu erkennen war, startete im Herbst 2019 der forschungs-praktische Teil. Eine Hauptaufgabe besteht darin, Strategien zur Integration von Totholz weiterzuentwickeln. Stehendes Totholz hat sich dabei aufgrund des Höhen- und Feuchtigkeitsgradienten hinsichtlich der Biodiversität besser bewährt als bloße Stöcke. In der aktuellen Diskussion zum Insektensterben zeigt sich, dass es dabei nicht nur um den Erhalt seltener Arten geht, sondern auch um die Anzahl von Insekten pro Flächeneinheit, in der Fachwelt als Abundanzen bezeichnet. Diese leisten einen wichtigen Beitrag in der Nahrungskette der Waldlebensgemeinschaft.

Konkret wird zum Beispiel erforscht, welche Insekten-Biomasse Laubholzhochstümpfe in welchem Alter bei welcher Hauptbaumart liefern. Oder, wann die ersten größeren Mikrostrukturen (Rindenabsprünge, Höhlen, Pilzkonsolen) entstehen sowie deren Verlauf?. Dann interessiert die Frage, welche Artengruppen sich schwerpunktmäßig an diesen Stümpfen entwickeln sowie, welche Anteile für die Forstwirtschaft und welche für den Naturschutz relevant sind. Die Wissenschaftler gehen auch der Frage nach, wer diese Stöcke als Nahrungsressource nutzt, wie schnell sich Höhlenbildner einstellen oder wie stark die Struktur im Jahresverlauf durch Singvögel, Spechte und Fledermäuse genutzt wird.

Kontakt

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Am Staudengarten 9 | 85354 Freising

Gerhard Radlmayr | Franziska Kohlrausch
T +49 8161 71-3350, -5107
kommunikation.zfw [at]hswt.de