18.05.2018 | Forschung | Institut für Gartenbau

Ernährungsministerin Michaela Kaniber präsentiert innovativen Food-Scanner

Quelle: KErn - Kompetenzzentrum für Ernährung | adaptiert: Gerhard Radlmayr
Ernährungsministerin Michaela Kaniber mit dem Prototyp des Food-Scanners, rechts neben ihr im Bild: Dr. Peter Muranyi und Dr. Robert Hable; Bild: Hauke Seyfarth
Ernährungsministerin Michaela Kaniber mit dem Prototyp des Food-Scanners, rechts neben ihr im Bild: Dr. Peter Muranyi und Dr. Robert Hable; Bild: Hauke Seyfarth
Food-Scanner beim Praxiseinsatz, Bild: Hauke Seyfarth
Food-Scanner beim Praxiseinsatz, Bild: Hauke Seyfarth
Ministerin Michaela Kaniber (2. v. l.) mit Teilen des Projektteams des Food-Scanner-Projekts v.l.n.r.: Prof. Dr. Heike Mempel (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Dr. Peter Muranyi (Fraunhofer IVV), Dr. Robert Hable (Technische Hochschule Deggendorf), Bild: HSWT
Ministerin Michaela Kaniber (2. v. l.) mit Teilen des Projektteams des Food-Scanner-Projekts v.l.n.r.: Prof. Dr. Heike Mempel (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Dr. Peter Muranyi (Fraunhofer IVV), Dr. Robert Hable (Technische Hochschule Deggendorf), Bild: HSWT
Prof. Dr. Heike Mempel (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) bei ihrem Vortrag, Bild: HSWT
Prof. Dr. Heike Mempel (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) bei ihrem Vortrag, Bild: HSWT

Im Frühjahr 2017 ist das Projekt ,,Zerstörungsfreie Messmethode zur schnellen Qualitätsbewertung und Haltbarkeitsabschätzung von Lebensmitteln mithilfe von Food-Scannern‘‘ gestartet. Es forciert die Entwicklung einer Methode zur einfachen und schnellen Messung der Qualität und Haltbarkeit von ausgewählten Lebensmitteln. Das entwickelte Modell soll Händlern und Konsumenten eine schnelle und zerstörungsfreie Qualitätsbewertung sowie eine bessere Orientierung zur Haltbarkeit ermöglichen. Finanziert wird das Projekt durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Am Mittwoch, dem 16. Mai 2018, wurden im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München innovative Verfahren zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten vorgestellt. Ernährungsministerin Michaela Kaniber eröffnete den Fachkongress und testete live vor Ort den Prototyp. Der Scanner bestimmt mithilfe von Infrarot-Licht unter anderem den Reifegrad von Obst und Gemüse, liefert aber auch Informationen, ob Lebensmittel, wie etwa Hackfleisch, noch verzehrbar sind.

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist im Rahmen des vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) koordinierten Verbundprojekts mit dem Schwerpunkt  Zerstörungsfreie Reife- bzw. Qualitätsbewertung von Tomaten sowie Haltbarkeitsabschätzung auf Basis der NIR-Spektroskopie an dieser Entwicklung beteilligt.

Beitrag von Food-Scannern zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten

Nach der Live-Demonstration des entwickelten Food-Scanners folgte der theoretische Teil: Dr. Yannick Weesepoel von der Universität Wageningen berichtete über die (Weiter-)Entwicklung im Bereich der Spektroskopie und die neue Generation von Food-Scannern, die nicht nur in eine Hosentasche passen, sondern auch zunehmend günstiger werden: Spektroskopische Hardware, die in ein Smartphone integriert werden kann, gibt es für 250 US-Dollar.

Professorin Dr. Heike Mempel von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) richtete ihren Fokus auf "lebende" Produkte wie Obst und Gemüse. Sie betonte, dass Food-Scanner zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten bei frischen Produkten leisten können, wenn diese entlang der gesamten Supply Chain eingesetzt werden: Verschiedene Qualitätsparameter können zerstörungsfrei und in einem Arbeitsgang ermittelt werden. Dadurch ist eine gezieltere Steuerung des Warenflusses von empfindlichen und verderblichen Produkten möglich, wodurch wiederum Verluste reduziert werden können.

Dr. Peter Muranyi vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung berichtete über den Einsatz von Food-Scannern bei der Qualitätsbeurteilung von Hackfleisch. Umfangreiche Lagertests, bei denen die mikrobiologische Qualität sowie weitere chemische Parameter erfasst wurden, zeigten eine gute Übereinstimmung der mittels Nahinfrarotspektroskopie ermittelten und der tatsächlichen Gesamtkeimzahl.

Dr. Robert Hable von der Technischen Hochschule Deggendorf beschäftigt sich mit den "großen" Daten hinter den kleinen: "Die Kernidee von Big Data ist es, die vorhandenen Daten systematisch zu analysieren, um hieraus wertvolles Wissen zu erzeugen." Prognosen im Sinne von Verkaufszahlen spielen bei schnell verderblichen Waren eine große Rolle. Mithilfe der Nahinfrarotspektroskopie lässt sich der Zustand von Lebensmitteln genau und zerstörungsfrei bestimmen. Dr. Hable betonte aber: "Um basierend auf Sensordaten die Qualität der Lebensmittel bestimmen und letzlich Prognosen für die Haltbarkeit errechnen zu können, müssen intelligente Algorithmen entwickelt werden, die nach entsprechenden Mustern in den Daten suchen."

Dr. Robin Gruna vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung wies auf die zentrale Rolle der Speicherung und Analyse gewonnener Messdaten hin, die durch den Einsatz spektroskopischer Sensoren entlang der Wertschöpfungskette entstehen. "Mittels geeigneter Datenanalyseverfahren ist es möglich, relevante chemische Informationen zu extrahieren, die quasi in Echtzeit zur Verfügung gestellt und beispielsweise zur Regelung und Überwachung von Produktionsprozessen eingesetzt werden können."

Quelle (leicht verändert): KErn - Kompetenzzentrum für Ernährung, Pressemitteilung, Online im Internet, Seitenabruf am 18.05.2018 

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Am Staudengarten 9
85354 Freising

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T +49 8161 71-3350, 5107
kommunikation.zfw [at]hswt.de