Messung und Modellierung von Moorwasserständen zur Berechnung von Treibhausgasemissionen in drei bayerischen Moorstandorten

Organische Böden bilden seit Jahrtausenden einen fossilen Kohlenstoffspeicher.
Atmosphäre, Biosphäre und Hydrosphäre interagieren im Ökosystem Moor und
ermöglichen die Speicherung von Kohlenstoff als Torf. Zur Gewinnung von
Nutzflächen wurden insbesondere in Europa Moore drainiert. Durch diese
Wasserstandsabsenkung gelangt Sauerstoff in den Torf, der mikrobielle
Abbauprozesse verstärkt, die zu Treibhausgasemission führen. Als Teil des KliMoBay-
Projektes (https://www.klimobay.de/) untersuchen wir den Wasserhaushalt im Moor
und modellieren diesen mit dem Modell MIKESHE. Die Genauigkeit modellierter
Wasserstände steht dabei im Fokus, da flächige Treibhausgasemissionen mit Hilfe
von Wasserstands-Treibhausgas-Modellen berechnet werden. Hierfür wurden drei
Testgebiete mit Messstationen für Moorwasserstand, Abfluss und Meteorologie
ausgestattet, welche in hoher zeitlicher Auflösung Daten sammeln. Die Messungen
zeigen, dass Wasserstände im anthropogen überprägten Torf starken Schwankungen
unterliegen. Dabei ergeben sich in Phasen mit eher ausgeglichener klimatischer
Wasserbilanz geringe Fluktuationen. Starkregenereignisse mit größerem zeitlichen
Abstand führen hingegen zu starken kurzfristigen Wasserstandsschwankungen. Erste
Resultate der Modellierung zeigen, dass es möglich ist, Dynamiken und Amplituden
der Wasserstände im Moor gut wiederzugeben. Basierend auf den kalibrierten
Modellen soll im weiteren Verlauf die Auswirkung des Klimawandels auf den
Moorwasserhalt untersucht werden.

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Publikationsart
Konferenzbeiträge
Titel
Messung und Modellierung von Moorwasserständen zur Berechnung von Treibhausgasemissionen in drei bayerischen Moorstandorten
Medien
Tag der Hydrologie, Potsdam, 31.08.2021
Autor:innen
Sebastian Friedrich , Alexander Gerner, Markus Disse
Veröffentlichungsdatum
31.08.2021