Höhengrenzen von Baumarten selbst erkunden
Diese Studie vergleicht historische Daten (Sendtner 1854) und aktuelle Citizen Science-Beobachtungen (2018-2022) von Baum- und Straucharten an ihrer oberen Verbreitungsgrenze in den Bayerischen Alpen, um Veränderungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts – und während der Zunahme der durchschnittlichen Jahrestemperatur um mehr als 2 °C – aufzuspüren. Bei fast allen untersuchten Arten haben sich die höchsten bekannten Vorkommen in den
letzten 170 Jahren nach oben verschoben, teilweise um mehrere Hundert Meter. Bei den Bäumen mit dem größten Anstieg handelt es sich um Arten des montanen Bergmischwaldes und um eine Pionierbaumart (Moor-Birke). Diese Arten – überwiegend Laubbäume – haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in der montanen Stufe (Eberesche + 342 m, Tanne + 324 m, Berg-Ahorn + 273 m, Buche + 141 m) und in der unteren subalpinen Stufe (Moor-Birke + 278 m, Fichte + 55 m). Einen geringeren Anstieg zeigen die Baum- und Straucharten des Baumgrenz-Ökotons (Latsche + 21 m, Lärche + 13 m, Grün-Erle + 6 m); die Zirbe verliert sogar 57 m an Höhe. Gründe für den geringeren Anstieg sind die geringe Flächenausdehnung der Hochlagen und das Fehlen entwickelter, baumfähiger Böden in den Hochlagen der Bayerischen Alpen.
- Publikationsart
- Buchbeiträge
- Titel
- Höhengrenzen von Baumarten selbst erkunden
- Medien
- Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt (München)
- Band
- 89/90
- Autor:innen
- Michelangelo Olleck , Karl Heinz Mellert, Jörg Ewald
- Herausgeber
- Verein zum Schutz der Bergwelt e.V. Anni-Albers-Str 7 80807 München
- Seiten
- 405–426
- Veröffentlichungsdatum
- 01.01.2024