Moore in Bayern und ihre Bedeutung für den Klimaschutz

Bayern zählt mit einer Moorfläche von rund 220.000 Hektar zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands und belegt bundesweit den fünften Platz. Moore sind ein prägender Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft und erfüllen wichtige Funktionen für den Klima-, Natur- und Wasserschutz.

Aktuelle Situation der Moore in Bayern

Die meisten Moorgebiete wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch menschliche Eingriffe stark verändert. Heute gelten etwa 95 % der Moorböden in Bayern als entwässert. Die Flächen werden überwiegend als Grünland oder Acker landwirtschaftlich sowie forstwirtschaftlich genutzt.

Moore in Bayern auf einen Blick

  • rund 220.000 ha Moorfläche
  • 95 % der Moorböden entwässert
  • 6,7 Mio. t CO₂-Äquivalente jährlich
  • rund 8 % der fossilen Emissionen Bayerns

Warum wurden Moore entwässert?

Die Entwässerung erfolgte vor allem, um die Flächen für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung besser nutzbar zu machen. Mit der Absenkung des Wasserstandes gelangt jedoch Sauerstoff in die zuvor wassergesättigten Torfschichten. Dadurch wird der Abbau des Torfes durch Mikroorganismen beschleunigt.

Folgen der Entwässerung:

  • Abbau des über Jahrtausende gebildeten Torfes
  • Freisetzung von gespeichertem Kohlenstoff
  • Emission von Treibhausgasen, insbesondere:
    • Kohlendioxid (CO₂)
    • Lachgas (N₂O)

Bedeutung für den Klimaschutz

Die Auswirkungen dieser Prozesse sind erheblich. Nach den Ergebnissen des Forschungsprojekts KliMoBay verursachen die entwässerten Moorböden Bayerns jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.

Wichtige Kennzahlen:

  • ca. 6,7 Mio. t CO₂-Äquivalente pro Jahr
  • etwa 8 % der fossilen Gesamtemissionen Bayerns
  • Moore nehmen nur einen kleinen Anteil der Landesfläche ein, verursachen aber überproportional hohe Emissionen

Entwässerte Moorböden zählen daher zu den bedeutendsten Einzelquellen von Treibhausgasen innerhalb der Landnutzung.

Moore als Baustein der Klimaneutralität

Bayern verfolgt das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden. Dafür müssen Emissionen in allen Sektoren reduziert und unvermeidbare Restemissionen durch natürliche Kohlenstoffsenken ausgeglichen werden.

Moore spielen hierbei eine doppelte Rolle:
 

Entwässerte MooreIntakte bzw. wiedervernässte Moore
Quelle von TreibhausgasenKohlenstoffsenke
Torfabbau und KohlenstoffverlustLangfristige Kohlenstoffspeicherung
Hohe CO₂-EmissionenBeitrag zum Klimaschutz

Weitere Ökosystemleistungen von Mooren

Neben ihrer Bedeutung für das Klima erfüllen Moore zahlreiche weitere Funktionen. Sie speichern große Wassermengen, fördern die Biodiversität und bieten Lebensräume für viele seltene und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Vorteile intakter Moore:

  • Wasserspeicherung und Regulierung des Wasserhaushalts
  • Förderung der Artenvielfalt
  • Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten
  • Klimaschutz durch Kohlenstoffspeicherung
  • Unterstützung des Natur- und Gewässerschutzes

Verbreitung der Moore in Bayern

Die Moorvorkommen sind innerhalb Bayerns ungleich verteilt. Besonders große Moorgebiete befinden sich im Alpenvorland, wo durch die eiszeitliche Landschaftsentwicklung zahlreiche Moore entstanden sind.
 

Hochmoore

Niedermoore

Schwerpunkt im Alpenrand- und VoralpengebietHäufig in Flussniederungen und Senken
Wasserzufuhr überwiegend durch NiederschlägeStärker durch Grundwasser beeinflusst
Nährstoffarme StandorteWeit verbreitet in Tal- und Beckenlagen

Wo liegen die Moore in Bayern?

Kartographische Darstellung der Lage der Moore in Bayern
Die Moorbodenkarte des Landesamtes für Umwelt von Bayern auf eine topografischen Karten. In Dunkelgrün sind die Hochmoore eingezeichnet und in hellgrün die Niedermoore. In gelb sieht man die Anmoorbereiche.

Warum sind Moore wichtig?

Moore gehören zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern Bayerns. Ihr Schutz und die Wiedervernässung entwässerter Moorflächen leisten einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und stärken gleichzeitig Biodiversität sowie den natürlichen Wasserhaushalt. Forschung und Praxis arbeiten deshalb gemeinsam daran, nachhaltige Lösungen für den Erhalt dieser einzigartigen Ökosysteme zu entwickeln.

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