• Duration: 01.12.2025 – 30.11.2029
  • : Biodiversity

Populations- und Ausbreitungsdynamik des Luchses (Lynx lynx) in Bayern (PopLynx)

Kurzbeschreibung

Mit diesem Projekt sollen Maßnahmen definiert werden, welche der Vernetzung und dem genetischen Austausch der bayerischen Luchspopulation dienen und somit langfristig eine vitale Luchspopulation sichern helfen. Voraussetzung hierfür ist, populations- und ausbreitungsdynamische Prozesse zu kennen, Wanderkorridore und Barrieren zu untersuchen und Einflussfaktoren auf Ausbreitungsprozesse zu definieren. 

Weiterhin wird untersucht, wie schnell ein erwachsenes, standorttreues Tier durch ein anderes des gleichen Geschlechts ersetzt wird („Turnover“). Dies lässt Rückschlüsse auf die Vitalität der Population zu, zeigt aber auch, unter welchem Druck die Luchspopulation steht.

Dieses Projekt baut auf dem Vorläuferprojekt "Forschung zur Populationsentwicklung des Luchses in Bayern (Luchsmonitoring)" auf, das von 01.10.2021 – 30.11.2025 ebenfalls an der HSWT gelaufen ist.

Zwei Luchse blicken in die Kamera. Sie stehen in einer Schneelandschaft.
Luchse stellen ein europäisches Schutzgut nach der FFH Richtlinie dar. © HSWT
Ein Luchs kauert am Boden und blickt in die Kamera. Er befindet sich auf einer Schneefläche.
Der Luchs ist die größte heimische Wildkatze. © HSWT

Hintergrund und Motivation

Nach der Rückkehr des Luchses Ende der 80er Jahre im Gebiet von Bayer- und Böhmerwald entwickelt sich die Population unserer größten heimischen Wildkatze bis heute nur langsam und wechselvoll. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der aktuelle Bestand stabil, unterliegt aber seit Jahrzehnten immer wieder starken Schwankungen. Der Luchs in Bayern bleibt so nach wie vor eine stark gefährdete Tierart, die noch keine überlebensfähige Population darstellt.

Nach der FFH Richtlinie (Anhang II und IV) ist der Luchs ein Schutzgut und gilt als „Vom Aussterben bedroht" (Rote Liste Deutschland, BfN 2020). Gemäß der FFH Richtlinie hat Bayern als Bundesland die Verpflichtung zum Erhalt der Art, wozu auch ein Luchsmonitoring durchzuführen ist (Reinhardt et aI. 2015). 

Die erhobenen Monitoringdaten sollen es ermöglichen, eine Bewertung des Zustands der Population, des Verbreitungsgebietes, des Habitats sowie der Zukunftsaussichten dieser Art vorzunehmen und so eine Einschätzung über den Erhaltungszustand der Art treffen zu können.

Zielsetzungen

Die Ziele des Vorhabens sind: 
1.    Untersuchung der Populations- und Ausbreitungsdynamik des Luchses in Bayern 
2.    Luchslebensräume und ökologische Konnektivität: Analyse von geeigneten Luchshabitaten in Bayern sowie Wanderkorridoren und -barrieren der Ausbreitung 
3.    Analyse von Mortalitätsursachen und Gesundheitszustand des bayerischen Luchsbestandes 
4.    Ableitung von wirksamen Maßnahmenempfehlungen zum Schutz und Förderung des Luchses in Bayern 

Die Grundlage für die Beantwortung dieser Fragen ist die Durchführung eines Monitorings zur Erhebung belastbarer Daten. Die Projektergebnisse sollen notwendige Optimierungen ermöglichen, um eine Unterstützung der Tierart entsprechend der gesetzlichen Vorgaben langfristig bewerkstelligen zu können.

Vorgehensweise

Die Populations- und Ausbreitungsdynamik des Luchses in Bayern wird mit Hilfe eines qualitativ hochwertigen Monitorings durch Fotofallen, Totfunde, Zufallshinweise und Telemetrie erarbeitet und analysiert. 
Durch die Fortführung der Turnover-Analyse sowie Feststellung der Hauptgefährdungsursachen sollen Maßnahmen zum Schutz der Luchspopulation entwickelt werden.

Für die Erfassung der Lebensraumqualität werden Wanderkorridore und -barrieren von Luchsen in Bayern analysiert und geeignete Lebensräume identifiziert.

Totfundanalysen dienen zur Bewertung von Mortalitätsursachen und zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Luchspopulation in Bayern.

Freilassung eines Luchses in sein neues Revier (Video: Volker Zahner)

Project lead (HSWT)

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