• Duration: 01.03.2026 – 28.02.2030
  • : Climate change

Hitze im Transekt – Herausforderungen und Lösungen in Stadt und Land (HiT)

Kurzbeschreibung

Das Forschungsprojekt entwickelt innovative Hitzeschutzmaßnahmen für Stadt- und ländliche Räume entlang eines Transekts, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen steigender Temperaturen ganzheitlich zu bewältigen.

Der Klimawandel belastet Städte durch Wärmeinseln, Gesundheitsprobleme und hohe Schutzkosten, während ländliche Gebiete zusätzlich mit sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen und Wassermangel kämpfen. Aktuelle Forschung fokussiert stark auf Großstädte, vernachlässigt jedoch ländliche Räume.

Dieses Projekt untersucht daher Lösungen entlang eines Transekts von Geiselhöring, Straubing und Mitterfels. Straubing, als mittelgroße Stadt mit bereits bestehenden Hitzeschutzmaßnahmen, und der ländlich geprägte Landkreis Straubing-Bogen bieten ein ideales Pilotgebiet. Der Transekt-Ansatz betrachtet Stadt-Land-Übergänge ganzheitlich und kombiniert soziale, ökologische und technische Maßnahmen, um Synergien zu schaffen.

Problemstellung

Hitze ist eine Herausforderung in allen Lebensbereichen – für Menschen, Pflanzen, Tiere, Infrastrukturen und das soziale Zusammenleben. Mit dem Klimawandel nehmen Intensität und Häufigkeit der Auswirkungen zu, sodass dringend praxistaugliche Handlungsoptionen gefunden werden müssen, um Schäden zu vermeiden. Jedoch dürfen die einzelnen Bereiche nicht separat betrachtet werden, da sie räumlich, zeitlich und wirtschaftlich zusammenhängen: von Ernährung, Gesundheit und Arbeit bis hin zu vor allem Wasser. 

Städte und ländliche Gebiete stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen durch Hitze: Während urbane Räume mit Wärmeinseln, Gesundheitsproblemen und hohen Kosten kämpfen, sind ländliche Regionen zusätzlich von sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen und Wassermangel betroffen. Besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und im Freien Arbeitende leiden in beiden Kontexten. Trotz der Bedeutung ländlicher Räume, in denen über die Hälfte der Bevölkerung lebt, liegt der Fokus der Forschung bisher auf Großstädten. Es fehlen Studien zu Hitzebelastung in kleineren Gemeinden, wirksamen Anpassungsmaßnahmen und deren Auswirkungen auf Biodiversität und Wasserhaushalt. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Stadt und Land verbindet, ist daher unerlässlich.

Motivation und Lösungsansatz

Daher wollen die Forschenden in diesem Projekt die Herausforderungen in einem beispielhaften Transekt in Straubing und Umgebung analysieren und systemische, praxistaugliche Lösungsansätze erarbeiten. Diese sollen bestehende Hitzeschutzpläne ergänzen, sozioökonomische Hürden zur Umsetzung senken und die einzelnen, von Hitze betroffenen Bereiche gemeinsam berücksichtigen.

Der Transekt-Ansatz ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung der Übergänge zwischen ländlichen und städtischen Strukturen, wodurch Synergien zwischen sozialen, ökologischen und technischen Anpassungsmaßnahmen geschaffen werden. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen sollen übertragbare Lösungen entwickelt werden. Die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing-Bogen bilden eine ideale Pilotregion: Straubing, eine Mittelstadt mit bestehenden Hitzeschutzmaßnahmen wie dem Ausbau grüner und blauer Infrastruktur, bietet gute lokale Anknüpfungspunkte. Der Landkreis ergänzt dies mit einer landwirtschaftlich geprägten Struktur und kleineren Kommunen. Während Maßnahmen in Straubing ausgebaut werden, fehlt es in umliegenden Kommunen entlang des Transekts noch an vergleichbaren Ansätzen.

Zielsetzungen

Soziale Aspekte

  • Analyse von Hitzewahrnehmung und Auswirkungen auf vulnerable Gruppen, Entwicklung praxisnaher Lösungen

Hitze und Wasser

  • Modellierung von Hitze und Wasserverfügbarkeit bzw. -bedarf zur integrierten Stadt-Land-Betrachtung

Landwirtschaft

  • Entwicklung hitzetauglicher Lösungen für Pflanzen, Tiere und Menschen in der Landwirtschaft

Städtebau

  • Planung adaptiver Maßnahmen wie Begrünung und Beschattung für klimaresiliente Räume

Integration

  • Ganzheitliche Synthese der Ergebnisse entlang des Transekts für praxisorientierte Handlungsempfehlungen

Vorgehensweise

Die Forschung zur Hitzeanpassung konzentriert sich bisher auf Großstädte, während die spezifischen Herausforderungen ländlicher Räume, in denen weit über die Hälfte der Bevölkerung lebt, kaum untersucht sind. Es fehlt an Studien zur Hitzebelastung in kleineren Gemeinden und der Landwirtschaft sowie zu wirksamen und umsetzbaren Maßnahmen wie Begrünung oder landwirtschaftlicher Anpassung. Zudem gibt es wenig Erkenntnisse über soziale Unterschiede im Hitzeempfinden und die Auswirkungen landwirtschaftlicher Anpassungen auf Biodiversität und Wasserhaushalt. Da Stadt und Land eng verknüpft sind, erfordern v.a. ländliche Räume einen ganzheitlichen Ansatz, um Synergien zwischen Schutzmaßnahmen zu nutzen und deren Effizienz zu steigern. Die übergeordnete Fragestellung des Projekts lautet daher: „Wie können städtebauliche, landwirtschaftliche, soziale und hydrologische Herausforderungen durch steigende Hitze entlang eines städtisch-ländlichen Transekts bewältigt werden?“.

Das vorgeschlagene Transekt beinhaltet die mittelgroße Stadt Straubing (SR), die Kommunen Geiselhöring und Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen (SR-BOG) sowie auch die landwirtschaftlichen Räume zwischen den Siedlungsbereichen. Der Transekt-Ansatz wurde gewählt, da er eine vielfältige Abfolge von unterschiedlichen Räumen von Landwirtschaft bis hin zu städtischen Räumen beschreibt, anstatt zwischen Stadt und Land eine strikte Trennung zu ziehen. Damit ermöglicht dieser Ansatz eine kontextsensible und ganzheitliche Herangehensweise, die die spezifischen Übergänge zwischen ländlichen und städtischen Strukturen berücksichtigt. Das Projekt kombiniert hierbei soziale, ökologische und technische Maßnahmen und schafft Synergien zwischen städtischen und ländlichen Anpassungsstrategien.

Durch enge Zusammenarbeit mit Akteur:innen vor Ort werden direkt umsetzbare Lösungen entwickelt, die auf andere Regionen übertragbar sind. Die Stadt SR und der Landkreis SR- BOG bieten hierfür ein ideales Pilotgebiet mit bestehenden Maßnahmen, die ausgebaut werden können. Die Stadt SR stellt einen typischen Vertreter einer Mittelstadt mit oberzentraler Funktion dar. Der umgebende Landkreis SR-BOG ist traditionell landwirtschaftlich geprägt, mit hohen Grünlandanteilen im nördlichen Landkreis und überwiegend Ackerbau südlich der Donau. Der Fokus auf diese Region ist zudem interessant, da die Stadt SR bereits erste Hitzeschutzmaßnahmen ergriffen hat (z. B. Hitzeaktionsplan, Ausbau grüne und blaue Infrastruktur durch Renaturierung des Allachbaches und Projekte “Grünes-Blaues Band Straubing Süd” oder “Grüne Stadt”, an die angeknüpft werden kann. Jedoch fehlen in den weiteren Kommunen entlang des untersuchten Transekts (Geiselhöring, Mitterfels) solche Maßnahmen bislang weitgehend und waren z.T. auch bisher politisch nicht durchsetzbar. 

General project lead HSWT

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