• Laufzeit: 01.01.2023 – 30.04.2026
  • Schwerpunkt: Energieeffizienz
  • Forschungsstatus:  Abgeschlossen

Biobasierte Dämmstoffe für Wohngebäude in Bayern (BioDämm)

Ziel des Projekts BioDämm war es, den Status Quo der Verwendung von biobasierten Dämmstoffen in privaten Wohngebäuden in Bayern zu untersuchen. Das Projekt adressiert hierbei verschiedene wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, nämlich private Hauseigentümer:innen und Bauherr:innen, Akteur:innen des Baugewerbes sowie die Rolle von Kommunen.

verschiedene Blöcke biobasierter Dämmstoffe liegen auf einem Tisch. Es ist zu erkennen, dass diese aus verschiedenen Materialien zusammen gesetzt sind
Muster für biobasierte Dämmstoffe © Isabella Limbrunner

Hintergrund und Motivation

Zur Erreichung der Klimaziele muss auch der Gebäudebestand klimaneutral werden. Hierzu sind ambitionierte Energiestandards für Neubauten nötig, eine deutliche Steigerung der energetischen Sanierungstätigkeit im Bestand und ein Fokus auf die eingesetzten Materialien. Ein wichtiges Baumaterial sind dabei die biobasierten Dämmstoffe. 

Für die Dämmung von Gebäuden werden in Deutschland jedoch bislang v. a. konventionelle Dämmstoffe genutzt. Zudem konnten die Marktanteile biobasierter Dämmstoffe deutschlandweit bislang kaum gesteigert werden. 

Eine Möglichkeit biobasierte Dämmstoffe weiter in den Markt zu bringen, stellt deren finanzielle Förderung dar. Da der Einsatz biobasierter Dämmstoffe auf Bundes- und Landesebene (Bayern) derzeit nicht gefördert wird, können hier Kommunen besondere Anreize setzen. Diese Möglichkeit nutzen auch verschiedene Kommunen in Deutschland, um damit z. B. eigene Klimaziele besser erreichen zu können.

Zielsetzungen des Projekts

Vor diesem Hintergrund hatte das Projekt zum Ziel, den Status Quo der Verwendung von biobasierten Dämmstoffen in privaten Wohngebäuden in Bayern zu untersuchen.
Im Einzelnen sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • In welchem Umfang werden bislang in Bayern biobasierte Dämmstoffe eingesetzt?
  • Wie sind das derzeitige Interesse und die Akzeptanz von biobasierten Dämmstoffen in Regionen mit und ohne kommunale Förderung in Bayern?
  • Welche Faktoren hemmen und fördern einen gesteigerten Einsatz von biobasierten Dämmstoffen?
  • Können kommunale Förderprogramme den Einsatz von biobasierten Dämmstoffen steigern und wie müssen die Programme gestaltet sein, damit sie zu einem vermehrten Einsatz dieser Materialien führen?

Ergebnisse im Projekt BioDämm

Im Rahmen des Projekts wurde auch die Broschüre “Biobasierte Dämmstoffe voranbringen: Handlungsempfehlungen für Kommunen und Akteure” erstellt, die als PDF heruntergeladen werden kann!

  • ringförmiges Diagramm mit farblich gekennzeichneten Segmenten, die Prozentanteile darstellen
    Nahezu ausgeglichen ist der Anteil der Personen, die Beton (41%) und Ziegel (39 %) verwenden. Das Baumaterial Holz wird hingegen von lediglich 14 % verwendet.
  • Diagramm mit grünen Säulen, die eine Verteilung der Baujahre von Immobilien darstellen
    Die meisten Gebäude der Teilnehmenden wurden zwischen den Jahren 1950 und 1979 erbaut (25,1 %), gefolgt von den Jahren 2015-2019 (19,9 %) und 2020-2024 (17,2 %).
  • ringförmiges Diagramm mit farblich gekennzeichneten Segmenten, die Prozentanteile darstellen
    Die Mehrheit der Teilnehmenden (63 %) hat in den letzten 10 Jahren eine Sanierung inklusive Einbau von Dämmstoffen vorgenommen. Als Sanierung gelten in diesem Fall alle Dämmstoffe, die nach dem Bau des Gebäudes nachträglich eingebaut worden sind.

Verwendete Materialien

  • Ringförmiges Diagramm mit farbig unterteilten Segmenten
    Das beliebteste Dämmmaterial der Teilnehmenden ist mineralischer Dämmstoff (31 %), gefolgt von biobasierten Dämmstoffen kombiniert mit konventionellen Materialien (25 %). Die Kombination von synthetischen und mineralischen Dämmstoffen wird von 24 % der Teilnehmenden verwendet, während die Verwendung von ausschließlich synthetischen oder ausschließlich biobasierten Dämmstoffen von lediglich 10 % bevorzugt wird.
  • Diagramm mit grünen Säulen, die von links in die Bildflläche ragen
    Die Teilnehmenden identifizierten die Dämmeigenschaften als relevantestes Kriterium bei der Auswahl des Dämmstoffes für ihr Haus (80,6 %). Des Weiteren spielen vor allem der Preis (57,6 %), Zertifizierungen (51,7 %), ein einfacher Einbau (49,9 %), Empfehlungen von Handwerkern (45,7 %) und die Verfügbarkeit (42,7 %) keine unwesentliche Rolle.
  • Diagramm mit verschieden farbigen Säulen, die von links in das Bild ragen
    Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem technische Eigenschaften (Wärmedämmung, Brandschutz, sommerlicher Hitzeschutz, Schallschutz, Feuchteregulation) und der Preis eine wichtige Rolle spielen. Das Material und Nachhaltigkeitseigenschaften spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.
  • ringförmiges Diagramm mit farblich gekennzeichneten Segmenten, die Prozentanteile darstellen
    Von den Personen, die biobasierte Dämmstoffe eingesetzt haben (n=418), haben 30 % eine Förderung beantragt.
  • Diagramm mit grünen Balken
    Von den Personen, die eine Förderung beantragt und biobasierte Dämmstoffe eingesetzt haben (n=125), haben 44 % den den Prozess als sehr schwer oder schwer empfunden.
  • Diagramm mit grünen Balken, die von links in das Bild ragen
    Insgesamt 47,2 % der Personen, die eine Förderung beantragt und biobasierte Dämmstoffe eingesetzt haben (n=125), identifizierten die lange Dauer bis zur Entscheidung als Problem.
  • Diagramm mit grünen Balken, die von links in das Bild ragen
    Insgesamt 54,6 % der Personen, die biobasierte Dämmstoffe eingesetzt haben & keine Förderung beantragt haben (n=293), gaben an, dass sie keine Kenntnis über ein Förderprogramm hatten.
  • Diagramm mit grünen Balken, die von links in das Bild ragen
    Insgesamt 67,6% aller Personen (n=1.194), geben an, dass sie finanzielle Unterstützung als geeignete Maßnahme empfinden, biobasierte Dämmstoffe zu unterstützen. *z.B. Informationen über soziale Medien, Infoveranstaltungen, Infobroschüren

Publikationen

Promotionen

Einflussfaktoren auf den Einsatz von biobasierten Dämmstoffen in privaten Wohngebäuden in Deutschland

Promovierende Person
Isabella Limbrunner
Forschungsschwerpunkt
Energieeffizienz
Zeitraum
01.07.2023 – 30.06.2027
Wissenschaftlich betreuende Person (HSWT)
Prof. Dr. Klaus Menrad
Einrichtung
Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie
Standort Straubing für nachhaltige Ressourcennutzung

Projektleitung HSWT

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Partner

Adressierte SDGs (Sustainable Development Goals)