15.12.2016

"Typisch männlich" und "typisch weiblich" - Gendersensibilität im Kontext Hochschule

Susanne Jessen
Die teilnehmenden HSWT-Lehrenden in der Diskussion mit der Referentin
Die stellvertretende Frauenbeauftragte der HSWT Prof. Dr. Prisca Kremer-Rücker und die Referentin Prof. Dr. Eva-Maria Graf

Triesdorf - Wie entstehen "typisch männliche" oder "typisch weibliche" Verhaltensweisen? Welche Einflüsse sind ausschlaggebend und welchen Anteil hat die Biologie daran? Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Eva-Maria Graf hat diese Fragen im Rahmen eines Lunch-Seminares mit den Lehrenden der HSWT diskutiert und gleich zu Beginn alle Teilnehmenden dazu eigeladen, die eigene Gendersensibilität auf den Prüfstand zu stellen.

Die Eingangsfrage von Prof. Dr. Graf war demzufolge auch "Für wie gendersensibel halten Sie sich auf einer Skala von 1 bis 10?", die jeder für sich oder auch in der großen Runde beantworten konnte. Die Referentin berichtete von Studien, die belegen, dass die Biologie nur eine minimale Rolle spielt. Die Sozialisation durch Elternhaus, Umfeld, soziale Schicht dagegen steuert maßgeblich unsere sozialen Interaktionen und unsere sprachliche Performanz. Und obwohl dies mittlerweile bekannt sei, werden Unterschiede zwischen Frauen und Männern immer noch maximiert und Unterschiede innerhalb der Gruppe von Männern und innerhalb der Gruppe von Frauen minimiert. Die einzige langfristige Lösung dieser Problematik sei, die eigene Genderkompetenz zu schärfen und sensibilisiert zu sein für die Omnipräsenz von genderdifferenzierendem Denken und Verhalten.

Die Veranstaltung hat bereits zum zweiten Mal an der HSWT, Abteilung Triesdorf, im Rahmen des Professorinnenprogramms des BMBF stattgefunden.

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