Vortrag Grabgestaltung und Grabpflege

Im Rahmen der Fortbildungen für Gartenfreunde an der HSWT widmete sich Dieter Neumaier Ende Oktober in seinem Vortrag dem Thema Grabpflege. Die Motive für die Grabpflege sind vielfältig und reichen von Wertschätzung des Verstorbenen bis hin zur Trauerbewältigung. Ein auffallender Wechsel zeigt sich in der Form der Bestattung. Waren früher Erdbestattungen die Regel, nimmt derzeit die Feuerbestattung jährlich um 2 % zu. Das klassische Grab wird immer mehr abgelöst durch Urnengräber und -wände, Baum- bzw. Naturbestattungen, Gemeinschaftsgrabanlagen sowie anonyme Bestattungen. Diese Trends sind der Tatsache geschuldet, dass in der heutigen Zeit Mobilität ein großes Thema ist, die Angehörigen oft nicht in der Nähe des Verstorbenen wohnen und insgesamt pflegearme oder sogar pflegefreie Alternativen gesucht werden.

Dieter Neumaier, HSWT
Dieter Neumaier, HSWT
Auswahl für die Herbstbepflanzung
Auswahl für die Herbstbepflanzung

Ziel der Grabgestaltung, so Neumaier, ist ein harmonisches Gesamtbild von Grabstein, Einfassung, Bepflanzung und Farbauswahl. Rahmenbepflanzungen, Bodendecker und die Saisonbepflanzung sollten in einem bestimmten Verhältnis stehen. Vor allem bei der Auswahl der Gehölze kann die Hilfe einer Fachkraft sinnvoll sein, will man nicht nach ein paar Jahren eine unangenehme Überraschung bezüglich der Wuchskraft des gepflanzten Gehölzes erleben. Aus dem Bereich der Stauden gibt es viele Vertreter, die auch auf dem Grab mit wenig Pflege ein gutes Bild abgeben. Bei Beachtung des goldenen Schnitts und einer asymmetrischen Höhenabstufung gelingt es, eine Tiefenwirkung bei der Bepflanzung zu erzielen. Akzente lassen sich mit einer saisonalen Wechselbepflanzung erzielen, wobei durch die Einbeziehung von Gräsern besonders lebhafte Bepflanzungen entstehen können.

Beispiel für eine Grabbepflanzung
Beispiel für eine Grabbepflanzung

Die Pflege der auf dem Grab verwendeten Pflanzen unterscheidet sich nicht von denen im Hausgarten. Ausreichende Bewässerung, regelmäßige Düngergaben, gelegentlicher Rückschnitt und  Unkrautbekämpfung helfen, dass die Pflanzen einen guten Gesamteindruck vermitteln.

Neumaier appellierte an die Anwesenden, den Friedhof als Kulturgut zu sehen. Er sollte ein "Ort der Lebenden" sein.

Infodienst Weihenstephan - November 2016

Vortrag Grabgestaltung und Grabpflege

Verfasserin

Franziska Kohlrausch

Referat Kommunikation und Forschungsdokumentation