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Angewandte Forschung und EntwicklungNeben der praxisorientierten Ausrichtung hat sich die angewandte Forschung und Entwicklung an den Hochschulen in den vergangenen Jahren zu einem Profil bildenden Merkmal entwickelt. Dank verschiedener Förderprogramme konnten die Hochschulen "ihre Stärken in der anwendungsnahen Forschung, im Wissens- und Technologietransfer mit Unternehmen und in der forschungsnahen Qualifizierung des Nachwuchses deutlich ausbauen", so das Ergebnis einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Rechtliche Grundlage Mit dem Bayerischen Hochschulgesetz von 1998 wurde den Fachhochschulen, heute Hochschulen für angewandte Wissenschaften, erstmals die Erlaubnis erteilt, im Bereich der angewandten Forschung tätig zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Forschung an den Universitäten angesiedelt. Deren Fokus liegt auf der Grundlagenforschung. Dabei geht es in erster Linie darum, neue Erkenntnisse durch experimentelles oder theoretisches Arbeiten zu gewinnen. Auch in der angewandten Forschung geht es darum, neues Wissen zu generieren - die Ergebnisse fließen allerdings zurück in die Praxis, sollen also auch Anwendung finden. Gemeinsames Ziel aller bayerischen Hochschulen ist der weitere Ausbau der angewandten Forschung und Entwicklung in den kommenden fünf Jahren. "Die hohe Qualität unserer Ausbildung kann nur dann gewährleistet werden, wenn unsere Professoren den aktuellen Stand der Technik kennen. Dazu dienen Projekte in angewandter Forschung und Entwicklung", so Präsident Heiler. Es gilt also einerseits den wissenschaftlichen Nachwuchs durch kooperative Promotionsmöglichkeiten zu fördern und andererseits verstärkt an Forschungsförderungsprogrammen teilzunehmen. Kooperative Promotion Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Technische Universität München (TUM) haben im Jahr 2008 einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die so genannte kooperative Promotion regelt. Das bedeutet, dass Professoren der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Doktorarbeiten von besonders qualifizierten Absolventen der Hochschule mitbetreut haben, als Gutachter am förmlichen Promotionsverfahren mitwirken. Die Doktoranden werden demnach je von einem Professor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Technischen Universität München betreut. Es gäbe an der Hochschule viele Talente, die erst während ihres Studiums ihre Neigung und Begabung für die wissenschaftliche Forschung entdeckten, so Präsident Professor Hermann Heiler. Auf der anderen Seite brächten auch Professoren an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf einschlägige Erfahrungen in der Forschung mit - aus ihrer Universitätsausbildung und ihrer Tätigkeit in der Industrie. Diese Erfahrungen gelte es, in der Betreuung der Doktoranden zu nutzen. Auch die bisherige Erfahrung bei kooperativen Promotionen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf mit ausländischen Universitäten zeigten einen echten Mehrwert für beide Seiten: Bis Juli 2008 haben 66 Doktoranden ihre Promotion abgeschlossen, davon 17 an bayerischen Hochschulen, 21 an außerbayerischen und 26 an ausländischen Universitäten. Platz 1 unter bayerischen Hochschulen beim Einwerben von EU-Fördermitteln Durch die verstärkte Teilnahme an Forschungsförderprogrammen des Landes, des Bundes, der EU und anderer internationaler Organisationen soll zudem die angewandte Forschung und Entwicklung ausgebaut werden. Der Schwerpunkt der Hochschulen liegt nach wie vor auf der Lehre. Doch erfolgreiche Lehre baut nicht zuletzt auf den Erkenntnissen und Ergebnissen aus Projekten angewandter Forschung. Insgesamt hat die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in 2008 ein Drittmittelaufkommen von rund 21.400 Euro pro Professor. Drittmittel sind Mittel, die von den Hochschulen zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses und der lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt bei öffentlichen oder privaten Stellen eingeworben werden. Bei der Einwerbung von Fördermitteln der Europäischen Union nimmt die Hochschule mit 641.489,89 Euro den ersten Platz unter den bayerischen Hochschulen ein. |
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