11.02.2011
36. Weihenstephaner Hydrokulturseminar vom 09.02. - 11.02.2011
Informationsstelle der Forschungsanstalt

Abb. 1: Beispiel für eine "Grüne Wand"

Abb. 2: Referentin Frau Sabine Krämer

Abb. 3: Referent Herr Martin Upmeier

Abb. 4: Referent Herr Andreas Schmidt
Bei der Vorstellung der knapp 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Hydrokulturseminar zeigte sich eine große Bandbreite sowohl der Herkunft aus allen Teilen Deutschlands und den Nachbarländern als auch die Vielseitigkeit der Beschäftigung mit dem Thema Innenraumbegrünung. Ein vielfältiges Programm erwartete die Anwesenden.
Die jährliche Fortbildungsveranstaltung wird von der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) und dem Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur im ZVG veranstaltet und bietet eine ideale Plattform für Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch.
Wer kennt das Problem nicht, dass man verzweifelt nach dem Namen einer Person im Gedächtnis forstet. Namen, Fakten und Aufgaben - Training für Gedächtnis und Konzentration lautete das Thema von Sabine Krämer, Freising. Die Referentin stellte als Erstes klar, dass unser Gedächtnis kein starres Organ ist, sondern durch Training und körperliche Bewegung auch bis ins hohe Alter lernfähig bleibt. Bei der heutigen Reizüberflutung ist es sinnvoll, bei wichtigen Fakten vorab inne zu halten, sich zu konzentrieren und am besten das Ganze mit einem plakativen Bild zu belegen. Denn Bilder haften besser in unserem Gedächtnis. Mit eingestreuten Übungen konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, wie man sich mit bildhafter Vorstellung und bestimmten Techniken auch zusammenhanglose Fakten sehr gut und schnell merken kann.
Die FLL-Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Innenraumbegrünung wurde komplett überarbeitet und steht kurz vor dem Druck. Martin Upmeier, Bad Honnef, ging in seinem Beitrag auf die Hintergründe und Neuerungen ein. Die Richtlinie sollte auf dem neusten Stand der Technik sein, da sie bis zu einem gewissen Grad bindenden Charakter hat. Außer einer starken Überarbeitung der Pflanzliste sind auch viele Erfahrungen aus der Praxis in die Neuerungen eingeflossen.
Vertikale Begrünungen stoßen auf zunehmendes Interesse in der Öffentlichkeit. Andreas Schmidt, Trier, zeigte in seiner Präsentation imposante Beispiele aus seiner Praxis. Oft geht es bei den Projekten darum, keine "Blumentopfstrategie" sondern Landschaften oder Landschaftskonzepte in den Raum zu bringen. Eine besondere Herausforderung bei der Realisierung stellt dabei die Kommunikation zwischen den Projektpartnern z.B. Architekten und Gärtnern dar.
Bei der Exkursion am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit eine begrünte Wand zu besichtigen. Diese begrünte Wand ist ein Teil des Corporate Design des besuchten Geschäfts. Als weiteres Exkursionsziel standen die Fünf-Höfe in München auf dem Programm. Bernhard Häring, Bad Birnbach; erklärte bei seiner Führung die Hintergründe und Realisation des Projekts. Eine große Herausforderung besteht bei den "hängenden Gärten" darin, die Pflanze dazu zu bringen entgegen ihres natürlichen Wuchsverhaltens nach unten zu wachsen. Dies gelingt nur mit einer ausgeklügelten Lichtstrategie.

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Abb. 5 und 6: Die "hängenden Gärten" in den Fünf-Höfen
Diagnosehilfen bei Pflanzenschutzproblemen war das Thema von Thomas Lohrer, Freising. In seinen Ausführungen betonte Lohrer, dass außer einem Grundwissen die Erfahrung eine große Rolle bei der Lösung von Pflanzenschutzproblemen darstellt. Denn Symptome an der Pflanze können verschiedene Ursachen haben und der Ort der Symptomatik ist nicht unbedingt auch der Ort der Schadursache. Als Hilfsmittel, die dem Gärtner zur Verfügung stehen nannte er Bücher, CDs, wertvolle Internetquellen und Ansprechpartner.
Den Abschluss der Veranstaltung übernahmen Elke Meinken und Franziska Kohlrausch, Freising, mit praxisrelavanten Forschungsergebnissen zum Thema "Innenraumbegrünung" aus der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan. Schwerpunkte waren dabei die Präsentation eines aktuellen Versuch zu Langzeitversorgungssystemen, Nährstoffmangel- und Überschusssymptomen an Pflanzen und dem Themenkomplex Blattflecken an Dracaena.
Für zahlreiche Fragen und einen regen Erfahrungsaustausch mit den Referenten und Kollegen war am Rande der Tagung ausreichend Gelegenheit. Auch das Angebot einer Stadtführung durch Freising am Abend wurde von den Anwesenden gerne angenommen.
Text und Fotos: Franziska Kohlrausch, Dipl. Ing. (FH)
Institut für Gartenbau