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Presseinformation der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan

30.01.08

33. Weihenstephaner Hydrokulturseminar

Informationsstelle der Forschungsanstalt

Gärtnerei Flora Mediterranea

Besichtigung der Fotogärtnerei Strauss

Ralf Strupat wusste die Zuhörer zu begeistern

Logo zum diesjährigen Hydroseminar

Traditionell trafen sich Teilnehmer, die sich mit Dienstleistung und Verkauf sowie Produktion im Bereich Hydropflanzen und Innenraumbegrünung befassen, zum 33. Weihenstephaner Hydrokulturseminar auf dem Freisinger Domberg. Das jährlich stattfindende dreitägige Seminar (30.01.-01.02.2008) wird zusammen vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur im ZVG und dem Institut für Gartenbau der Forschungsanstalt Weihenstephan veranstaltet und lockt Innenraumbegrüner aus den Nachbarländern und allen Teilen Deutschlands nach Weihenstephan.

Kunden begeistern war das Thema des Beitrags von Ralf Strupat, Halle. Mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltag gelang es dem Referenten, die Teilnehmer in seinen Bann zu ziehen. Sie fanden sich sowohl in der Rolle des anspruchsvollen Kunden als auch in der des scharf kalkulierenden Unternehmers wieder. Die Schwierigkeit, den Kunden stets aufs Neue zu überraschen wurde aufgezeigt, denn Begeisterungsfaktoren werden nach und nach zu Basisfaktoren und damit zu einer Selbstverständlichkeit. Strupat appellierte an die Zuhörer, in ihrer Kommunikation dem Zuhören eine größere Bedeutung zu geben.

Ein Plädoyer für die professionelle Pflanzenpflege hielt Jürgen Herrmannsdörfer, Würzburg. Der Pflegeservice in der Innenraumbegrünung reduziert sich in der heutigen Zeit, die durch enormen Preisdruck geprägt ist, leider häufig auf einen Gießservice, der von branchenfremden Personen, wie z.B. Reinigungskräften übernommen wird. Der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur hat es sich deshalb u.a. zur Aufgabe gemacht, basierend auf der FLL-Richtlinie  "Planung, Ausführung und Pflege von Innenraumbegrünungen", eine Richtlinie für professionelle Pflanzenpflege zu erarbeiten, um die Serviceleistungen der Fachbetriebe herauszustellen und ein einheitliches hochwertiges Pflegeniveau zu gewährleisten.

Wilfried Damböck, Herbertsfelden, widmete sich dem Thema Geologische Störzonen und ihre Auswirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze. Erdstrahlen, Verwerfungen, Wasseradern und andere Phänomene nehmen großen Einfluss auf das Wohlbefinden von Mensch und Natur. Mit offenen Augen betrachtet gibt es Anzeichen für Störfelder wie z.B. Verwachsungen an Bäumen und das Verhalten von Tieren. Das Sprichwort "wo die Katze gern liegt, sollte der Mensch nicht schlafen" ist ernst zu nehmen, denn Katzen sind bei den Strahlensuchern einzuordnen. Besser geeignet ist der Ruheplatz des Hundes, der als Strahlenflüchter gilt.

Bei der Exkursion zum Betrieb "Flora Mediterranea" in Au konnten die Teilnehmer in die Pflanzenwelt der Tropen und Subtropen eintauchen. Maria Köchel stellte den Anwesenden einige mögliche Pflanzen für die Innenraumbegrünung vor und gab jeweils wichtige Stichpunkte z.B. zu Eigenarten, Wuchscharakter und Standortbedürfnissen. Anschließend führte sie durch die Gärtnerei, die viele weitere Kostbarkeiten und Raritäten aufzuweisen hat.

Ein weiteres Exkursionsziel war die Fotogärtnerei Strauss, Au. Friedrich Strauss bot einen Einblick in sein Spezialarchiv für Pflanzenfotografie. Es wurde deutlich, dass auch die Pflanzenstars am Set viel Aufmerksamkeit und Zubehör benötigen, um letztendlich in Zeitschriften und Büchern im rechten Licht zu stehen.

Pflanzenschutz in der Innenraumbegrünung war das Thema von Rainer Wilke, Bonn. Nach einem Streifzug durch die möglichen Ursachen für Pflanzenkrankheiten und Schäden in der Innenraumbegrünung widmete er sich besonders der rechtlichen Situation des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Die Objektbegrünung ist ein äußerst sensibler Bereich für Pflanzenschutzanwendungen, da dort in der Regel Publikumsverkehr herrscht. Um nicht rechtlich belangt zu werden, falls sich Mitarbeiter oder Kunden beeinträchtigt fühlen, gilt es die gesetzlichen Vorgaben strikt einzuhalten. Nur ausgewählte Präparate, die eine Zulassung für Haus- und Kleingarten haben und für Innenräume ausgewiesen sind, dürfen angewendet werden.

Der gewollt kleine Kreis von etwa 30 Teilnehmern ermöglicht es, gezielt Fragen an die Referenten zu stellen. Jedoch nicht nur fachliche Aspekte, sondern auch der Erfahrungsaustausch und die Kontakte am Rande des Hydrokulturseminars sind immer wieder wichtig.

Dipl.-Ing. (FH) Franziska Kohlrausch
Institut für Gartenbau